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Abschied | 04/2017

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Abschied VORSORGE Patientenverfügung oft unbrauchbar Intensiv mit der Thematik auseinandersetzen Damit die Patientenverfügung brauchbar ist, ist es notwendig, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Doch das widerstrebt den meisten Menschen. Wer denkt schon gern über den eigenen Tod nach oder darüber, dass man mal zu einem intensiven medizinischen Pflegefall werden könnte? Eine Patientenverfügung sollte ganz konkret schildern, wie der Verfasser in bestimmten Lebens- und Krankheitssituationen ärztlich behandelt werden möchte. Das hört sich schwer an und ist es leider auch –aus vielen Gründen. Ein medizinischer Laie vermag nicht abzuschätzen, welche Konsequenzen das Verweigern bestimmter Behandlungen und Therapien nach sich ziehen. Ein Laie kennt ja nicht einmal die heutigen medizinischen Möglichkeiten und niemand weiß, welche Möglichkeit den Ärzten in zehn oder 20 Jahren zur Verfügung stehen wird. Dass eine Patientenverfügung irgendwie nützlich und sinnvoll ist und man sie haben sollte, verstehen die meisten. Also schnell einige Formulare halbherzig angeschaut, einige Kreuzchen setzen, Unterschrift, Datum und abgehakt ist die unangenehme Sache. Endlich kann man sich wieder den schönen Dingen widmen… Wer so rangeht, sollte es lieber gleich lassen. Wer sich entschließt, eine Patientenverfügung aufzusetzen, sollte es richtig tun, denn im medizinischen Alltag zeigt sich, dass etwa zwei Drittel dieser Dokumente unbrauchbar sind und nicht weiter helfen. Meistens –sodie Erfahrungder Ärzte –sind die Verfügungen zu unkonkret formuliert und auf den jeweiligen Fall nicht anwendbar. Aber auch widersprechende Aussagen oder laienhafte Formulierungen sorgen für Unklarheit, sodass das Schriftstück nicht den ursprünglich angedachten Zweck erfüllt. Denkbar sind zudem viele Situationen und Szenarien, die letztlich dazu führen können, dass man nicht mehr selbst seinen Wunsch kommunizieren kann und daher eine vorhandene Patientenverfügung zur Anwendung kommen könnte. Es ist unmöglich, auf all diese denkbaren und auch undenkbaren Situationen konkret einzugehen. Beraten lassen Solche Situationen gedanklich durchzuspielen, ist schwierig, wenn man noch gesund ist, allein schon deshalb, weil es Überwindung kostet, sich damit zu beschäftigen. Experten raten deshalb einhellig, sich beraten zu lassen. Vorher sollte man sich im Klaren sein, was man auf keinen Fall möchte. Hilfreich ist es auch, im Beratungsgespräch die eigenen Wertevorstellungen, Ängste und Befindlichkeiten darzulegen, das hilft dem Fachmann, besser auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen. Wer bereits unter einer schweren Krankheit leidet, spricht am besten seinen behandelnden Arzt auf das Thema Patientenverfügung an, damit diese auch wirklich die Behandlungsmöglichkeiten abdeckt, die im weiteren Krankheitsverlauf relevant werden könnten. y Anzeigensonderveröffentlichung 12

VORSORGE Abschied iStockphoto, ©ebstock Gültigkeit und Widerruf Was Sie über Patientenverfügung wissen sollten Anzeigensonderveröffentlichung Menschen ändern sich, auch ihre Vorstellungen und Werte sowie ihre Einstellungen zu Tod und Krankheit können im Laufe des Lebens einem Wandel unterliegen. Daher sollten jene, die eine Patientenverfügung erstellt haben, von Zeit zu Zeit diese in die Hand nehmen und überprüfen, ob sie noch den eigenen Bedürfnissen entspricht. Eine Patientenverfügung ist nicht in Stein gemeißelt. Sie kann jederzeitformlos geändert oder widerrufenwerden-auch mündlich. Auchwenn manweiterhinan dem Inhalt diesesDokumentesfesthält, kann man mit aktuellemDatumbestätigen, dass dieses weiterhin den eigenen Willenwieder gibt und eventuelleZweifel ausräumen. Damit ein behandelnder Arzt eine Patientenverfügung berücksichtigen kann, muss er sie natürlich in Händen halten – und zwar im Original. Das Schriftstück gehört also an einen Platz, an dem es schnell gefunden wird, beispielsweise bei Versicherungsunterlagen. Eine Kopie mit dem Hinweis auf den Standort des Originals kann man bei Angehörigen, einer Vertrauensperson oder beim Hausarzt hinterlegen. Als hilfreich kann sich auch ein entsprechendes Infokärtchen beim Ausweis oder im Portemonnaie erweisen. y 13