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Abschied | 04/2018

Abschied VORSORGE Sorgerechtsverfügung Damit Ihr Kind geborgen und behütet aufwächst Eltern möchten für ihre Kinder da sein, sie begleiten auf dem Weg ins Erwachsensein, vorbereiten auf das Leben, Stütze sein, dafür sorgen, dass es ihnen gut geht, an nichts fehlt und ihnen nicht zuletzt eine schöne Kindheit bereiten. Doch das Leben richtet sich nicht nach unseren Wünschen und Vorstellungen. Manchmal sorgen schwere Schicksalsschläge dafür, dass Kinder allein zurück bleiben. Was passiert mit meinem Kind, wenn ich schwer erkranke, mich nicht mehr kümmern kann oder gar sterbe? Wer kümmert sich dann darum, dass es meinem Kind trotzdem gut geht, es behütet und geliebt aufwächst? Wer bekommt das Sorgerecht? Wer verwaltet die Finanzen und das Erbe, bis mein Kind erwachsen ist? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Eltern. Und besonders Alleinerziehende machen sich darüber Sorgen. Dass Eltern viel zu früh diese Welt verlassen müssen, ist häufiger als viele vermuten: In Deutschland leben rund 800.000 Kinder, die Halbwaisen oder sogar Vollwaisen sind. Auch wenn wir jung sind und gesund und gerade eine Familie gegründet haben, ein plötzlicher Unfall oder eine schwere Krankheit kann alles verändern. Für ein Kind ist der Verlust der Eltern eine Katastrophe. Es wird herausgerissen aus der familiären Geborgenheit und nicht selten hinterlässt dieses Ereignis Spuren in der Entwicklung oder prägt mit für das ganze Leben. Dass es in dieser Situation aufgefangen wird, mit Liebe und Fürsorge, ist besonders wichtig und sich darüber Gedanken machen, sollte auch die Pflicht guter Eltern sein. Nach dem Tod von Mutter, Vater oder beiden Elternteilen kann fraglich sein, wer die Vormundschaft und das Sorgerecht für das Kind übernimmt. Oft müssen das Jugendamt oder ein Gericht diese Frage klären. Tod eines Elternteils Wenn die Eltern das Sorgerecht für ihr Kind gemeinsam ausgeübt haben, ist die rechtliche Lage nach dem Tod eines der Elternteile am einfachsten. Dann bleibt das das Sorgerecht für das Kind bei dem anderen Elternteil. Dies gilt nicht nur bei einem verheirateten und zusammenlebenden Paar, sondern auch bei Geschiedenen oder bei Menschen, die in nichtehelicher Partnerschaft zusammenlebten. Wenn kein Erziehungsberechtigter mehr lebt Sterben beide Eltern (zum Beispiel bei einem schweren Unfall) oder stirbt der alleinerziehende Elternteil ist die Situation unklarer, denn dann ist zunächst offen, wer das Sorgerecht bekommt. Viele glauben, dass in so einer Situation das Sorgerecht einfach auf die nächsten Verwandten übergeht, also beispielsweise auf die Großeltern oder die Tante. Doch das ist falsch. Selbst ein Lebensgefährte, der gemeinsam mit dem verstorbenen Erziehungsberechtigten und dem Kind in einer Patchwork-Familie gelebt hat, bekommt nicht automatisch das Sorgerecht. Anzeigensonderveröffentlichung 12

VORSORGE Abschied iStockphoto, © monkeybusinessimages Ist nicht geklärt, wer nach dem Todesfall das Sorgerecht erhält, muss das Jugendamt oder das Familiengericht einen Vormund für das verwaiste Kind bestimmen. Dies ist nicht selten ein langwieriges Verfahren und für alle Beteiligte, besonders natürlich für das Kind, eine unerträgliche Situation. Wer seinem Kind solch eine Situation ersparen oder zumindest verkürzen möchte, sollte daher zu Lebzeiten eine Sorgerechtsverfügung verfassen. Lebenssituation heraus fähig sein, dem Kind ein behütetes Zuhause zu bieten. Bevor man Personen die Vormundschaft in der Sorgerechtserklärung anträgt, sollte man selbstverständlich mit diesen Personen sprechen und deren Zustimmung einholen. Denn die Vormundschaft für ein Kind nach dem Verlust der Eltern zu übernehmen, ist eine verantwortungsvolle und auch schwierige Aufgabe. Anzeigensonderveröffentlichung Sorgerechtsverfügung Bei einer Sorgerechtsverfügung handelt es sich um eine besondere Form von Testament. Darin legen die Eltern fest, wer die Vormundschaft im Todesfall für ihr Kind übernehmen soll. Dies kann eine Person aus dem Verwandten- oder Freundeskreis sein. Natürlich sollte man sich sehr gut überlegen, welcher Person man im Fall der Fälle sein Kind anvertrauen möchte und es ist keine leichte Entscheidung. Es versteht sich, dass die Person für diese verantwortungsvolle Aufgabe geeignet sein muss. Die Person muss volljährig und sollte nicht zu alt sein. Sie sollte ein gutes Verhältnis zum Kind haben und natürlich aus der eigenen Damit die Sorgerechtsverfügung auch rechtens ist und anerkannt wird, sind einige Dinge zu beachten. Im Internet finden sich zahlreiche Muster und Formulare für Sorgerechtsverfügungen. Aber in der Regel reicht es aus, seine Wünsche schriftlich niederzulegen und das Dokument zu unterschreiben. Wichtig ist, dabei bestimmte formale Vorgaben einzuhalten, wie sie bei einem Testament üblich sind. Außerdem sollte man das Dokument so aufbewahren, dass es im Ernstfall schnell gefunden werden kann. Es bietet sich daher an, die Sorgerechtsverfügung entweder dem Vormund zu geben, einem Notar oder sie beim Nachlassgericht zu hinterlegen. y 13