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Abschied | 04/2018

Abschied VORSORGE Nachlass regeln Brauche ich überhaupt ein Testament? iStockphoto, © ebstock Laut Schätzungen haben etwa 50 Prozent der Deutschen kein Testament. In diesen Fällen greift die gesetzliche Erbfolge. Das heißt aber nicht, dass jene, die kein eigenes Testament unterzeichneten, ganz bewusst und wohl überlegt darauf verzichten, weil sie eben die gesetzliche Erbfolge als für ihren Nachlass als ausreichend ansehen. Die Menschen setzen sich ungern gedanklich mit dem eigenen Ableben auseinander. Ich mache mein Testament. Das klingt für viele so, als ob man mit dem Leben abschließt, dass man damit rechnet, dass bald alles für einen vorbei ist. Daher ist es eher selten, dass junge Menschen ein Testament haben. Brauche ich überhaupt ein Testament? Diese Frage muss oder besser sollte jeder persönlich für sich beantworten und die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig. Wer nichts zu vererben hat, braucht natürlich kein Testament. Doch viele Menschen in Deutschland besitzen ein beträchtliches Vermögen. Etwa 400 Milliarden Euro werden pro Jahr hierzulande vererbt. Je umfangreicher und vielschichtiger der Besitz ist, wer also nicht nur Bargeld, sondern Immobilien oder Wertgegenstände, zum Beispiel Kunst oder Antiquitäten besitzt, Aktien, eine Firma oder Anzeigensonderveröffentlichung 14

VORSORGE Abschied Firmenanteile, der sollte sich auch Gedanken machen, was mit seinem Vermögen nach seinem Ableben geschehen soll. Auch bei komplizierten Familienverhältnissen kann ein Testament die vernünftigere Entscheidung sein. Gibt es beispielsweise einen oder gar mehrere Exehepartner und Kinder aus diesen verflossenen Beziehungen, so ist natürlich die Frage, ob und in welchem Umfang, diese Personen etwas vom Nachlass erhalten sollen. Wer mit Menschen ohne Trauschein zusammenlebt, kann durch ein Testament sicher gehen, dass diese Menschen im Todesfall einen Teil des Nachlasses erhalten. Auch wer keine lebenden Verwandten hat, sollte sich Gedanken machen, was mit seinem Vermögen geschehen soll. Gibt es kein Testament und finden sich keine gesetzlichen Erben, so erbt der Staat. In diesen Fällen sollte man überlegen, ob man sein Vermögen einfach dem Staat überlassen will oder es lieber bestimmten Personen oder beispielsweise einer gemeinnützigen Organisation zukommen lassen möchte. Zuwendungen für mildtätige oder gemeinnützige Zwecke sind übrigens von der Erbschaftssteuer befreit. Und es gibt mindestens noch einen guten Grund für ein Testament: Viele Menschen haben zu bestimmten Vermögensteilen eine enge emotionale Verbindung. Da haben sie über Jahrzehnte eine wertvolle Münzsammlung zusammengetragen, mit eigenen Händen ein schmuckes Haus gebaut und all die Zeit in Schuss gehalten, in der Garage steht ein 80 Jahre alter Oldtimer, den man in der Freizeit aus einer Schrottkiste in ein Schmuckstück verwandelte oder man hat sein Leben lang mit viel Engagement eine Firma aufgebaut oder ein Familienunternehmen erfolgreich weitergeführt. Man möchte natürlich nach seinem Ableben diese für einen so wertvollen Errungenschaften in guten Händen wissen. Und man möchte, dass dieser Lebensinhalt als wahres Vermächtnis fortbesteht. Man möchte verhindern, dass der Nachlass durch jahrelangen Streit einer Erbgemeinschaft aufgezehrt wird, zerschlagen wird in viele Teile und am Ende nichts mehr übrig ist vom eigenen Lebenswerk. Mit einem Testament kann man erreichen, dass mit dem Nachlass so verfahren wird, wie man es sich wünscht. y Anzeigensonderveröffentlichung mein Gedenken “... weil ich hier meiner Trauer einen Platz geben kann.“ Trauern ist liebevolles Erinnern. Geben Sie Ihrer Trauer einen Platz – mit einer Anzeige in der Freien Presse, mit einer persönlichen Gedenkseite auf unserem Trauerportal „Mein Gedenken“ oder im Austausch mit anderen Trauernden. meine 15