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Abschied | 04/2018

Abschied STERBEBEGLEITUNG Wenn man nicht mehr leiden will Sterbehilfe – ein schwieriges und kontrovers diskutiertes Thema Die meisten Menschen wünschen sich wohl einen schnellen Tod, ohne langes Leiden, ohne Schmerzen, ohne langes Dahinsiechen. Doch das Leben richtet sich nicht immer nach unseren Wünschen. So manchem ist – meist aufgrund einer schweren Krankheit – ein langsames Sterben bestimmt, das sich über Wochen oder Monate hinziehen kann. Die moderne Palliativmedizin ist darauf ausgerichtet, den Schwerstkranken Schmerz und Leid zu mindern, damit sie in Würde sterben können. Sie kann lindern und das Sterben etwas erträglicher machen. Dennoch. Wenn jemand über viele Wochen ans Bett gefesselt ist, jeden Tag spürt, wie seine Lebenskraft schwindet, wenn er nicht mehr tun kann, was ihm einst wichtig war im Leben, wenn er selbst für einfachste Dinge wie Essen oder Trinken auf Hilfe angewiesen ist, dann wünscht sich so mancher, dass doch endlich, endlich Schluss sei, er endlich, endlich erlöst wird. Dann ist der Gedanke nah, dass man das Unvermeidliche nicht weiter hinauszögen möchte, dass man selbstbestimmt und in Würde, den Zeitpunkt wählt, um für immer erlöst die Augen zu schließen. Dann steht die flehende Bitte an Ärzten, Pflegern und Angehörigen nach Sterbehilfe im Raum. Dieser letzte Wunsch eines Patienten bringt Ärzte und Pflegepersonal, aber auch die Angehörigen in ernste Gewissenskonflikte. Unsere ambulanten Kinderhospizdienste unterstützen Familien mit schwerstkranken Kindern und Jugendlichen, deren Lebenserwartung mit hoher Wahrscheinlichkeit begrenzt ist. Familien, die in Chemnitz, den Altkreisen Mittweida, Chemnitzer Land, in Westsachsen, dem Erzgebirge oder dem Vogtland wohnen. Wir begleiten die erkrankten Kinder / Jugendlichen, deren Eltern und Geschwister vom Zeitpunkt der Diagnose an, während der Erkrankung, bis über den Tod des Kindes hinaus. Unser Verein bietet Begleitung in der Trauer · für verwaiste Eltern in einem Trauercafé und Veranstaltungen · für trauernde Geschwister in einer Kindertrauergruppe Ambulanter Kinderhospizdienst Schmetterling Rudolf-Krahl-Str. 30, 09116 Chemnitz Telefon: 0371 24355764 kinderhospiz@ekk-chemnitz.de Ambulanter Kinderhospizdienst Westsachsen Friedrich-Fröbel-Str. 1, 08301 Bad Schlema Telefon: 03771 450265 verein@kinderhospiz-westsachsen.de Sterbehilfe ist ein schwieriges und kontrovers diskutiertes Thema, das tiefe Ängste berührt. Es geht um Fragen der Ethik und Moral und auch religiöse Anschauungen spielen eine Rolle. Einem kranken Menschen helfen – diesem Anspruch fühlen sich Ärzte verpflichtet. Doch hilft man einem Menschen wirklich, wenn man das Unvermeidliche hinauszögert und damit sein Sterben, die Qual verlängert? Ist es nicht auch Hilfe, wenn man den Wunsch eines Sterbenden respektiert? Aber darf ein Mensch selbst den Todeszeitpunkt bestimmen? Diese und ähnliche Fragen muss jeder für sich selbst beantworten und mit seinem Gewissen vereinbaren. Anzeigensonderveröffentlichung 26

STERBEBEGLEITUNG Abschied Die Gesetzeslage Nach einer emotional geführten Debatte beschloss der Bundestag am 6. November 2015 eine Änderung des Strafgesetzbuches, die am 10. Dezember 2015 in Kraft trat und die Rechtslage in Bezug auf Beihilfe zur Selbsttötung in einigen Punkten änderte. Die Beihilfe war bis zum Inkrafttreten des Gesetzes straflos und wird es bleiben – wenn sie sich auf einen Einzelfall beschränkt. Eine solche Hilfe kann etwa das Besorgen oder Bereitstellen tödlich wirkender Medikamente für den zum Suizid Entschlossenen sein. Wichtig: Der Betroffene muss den letzten Schritt selbst gehen und etwa das tödliche Medikament einnehmen – aus freiem Entschluss. Strafbar macht sich jedoch jeder, der in Deutschland Sterbehilfe geschäftsmäßig betreibt. Umfrage zur Sterbehilfe Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ kann es sich die große Mehrheit der Männer und Frauen in Deutschland (77,6 Prozent) gut vorstellen, als unheilbar oder tödlich erkrankter, leidender oder sterbender Mensch sein Leben mit ärztlicher Hilfe beenden zu wollen. Für ebenso viele (79,1 Prozent) zählt zur Menschenwürde, als leidender oder sterbender Mensch selbst über seine Todesart und seinen Todeszeitpunkt bestimmen zu können. Fast jeder Dritte (30,8 Prozent) ist gegen jede Art von Sterbehilfe. Für sie ist es viel zu schwierig zu sagen, wo die Grenzen liegen sollen und wer entscheiden darf. Jeder Fünfte (18,5 Prozent) lehnt Sterbehilfe aus religiösen Gründen ab. y Christlicher Hospizdienst „Lebensspur“ Anzeigensonderveröffentlichung WIR sind Wegbegleiter FÜR MENSCHEN Sie erreichen uns jederzeit unter: 0163 80 58 655 • Zeit für Beratung, Besuche und Gespräche • Entlastung Ihrer Familie in schwieriger Zeit • Lebenswünsche gestalten und unterstützen Wir besuchen Sie gern im Krankenhaus und daheim. www.diakonie-westsachsen.de 27