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Abschied | 04/2018

Abschied ORT DER BESINNUNG Keine einfache Entscheidung Die Wahl der Bestattungsart – Wünsche des Verstorbenen berücksichtigen iStockphoto, © danefromspain Die Menschen sind verschieden. Sie haben unterschiedlichste Lebensweisen, Vorstellungen und Wünsche. Dies trifft auch auf die Art zu, wie sie bestattet werden möchten. Hier gibt es inzwischen eine Vielzahl von Möglichkeiten. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist, ob der Verstorbene in einem Sarg (Erdbestattung) oder einer Urne (Feuerbestattung) beigesetzt wird. Oft wird die Urnenbestattung mit Feuerbestattung gleich gesetzt. Das ist jedoch nicht ganz korrekt. Im eigentlichen Sinn versteht man unter der Feuerbestattung lediglich die Kremierung des Verstorbenen. Die Urnenbestattung meint die Beisetzung der Urne zum Beispiel in einem Familien- oder Einzelgrab auf einem Friedhof. Die traditionelle Bestattungsart in Deutschland ist die Erdbestattung. Aber der Anteil der Einäscherungen hat im Laufe der Jahre zugenommen und liegt mittlerweile über dem der Beerdigung im Sarg. Grund dafür sind zum einen die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Feuerbestattung, zum anderen die in der Regel geringeren Kosten des Friedhofs. Auch haben sich welt anschauliche Ansichten geändert, sodass strenge religiöse Bestattungsvorschriften an Bedeutung verloren haben. Bei der Wahl einer Bestattungsart sollten Sie sich in erster Linie nach den Wünschen des Verstorbenen richten, falls Sie diese kennen. Vielleicht haben Sie mal mit ihm über seine Vorstellungen für die Bestattung gesprochen. Oder hat der Verstorbene eine Bestattungsverfügung bzw. einen Bestattungsvorsorgevertrag hinterlassen? Wollen Sie eine Grabstätte mit einem Grabstein oder soll die Beisetzung anonym erfolgen? Oder ist bereits eine Grabstelle vorhanden? Auch der Wunsch, Anzeigensonderveröffentlichung 50

ORT DER BESINNUNG Abschied » Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. « Jean Paul auf einem ganz bestimmten Friedhof bestattet zu werden, kann die Auswahl der Bestattungsart einschränken. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich Klarheit über folgende Fragen verschaffen: Wollen Sie, dass der Verstorbene kremiert wird? War der Verstorbene Naturliebhaber? Gibt es jemanden, der sich um die Grabpflege kümmern kann und will? Möchten Sie oder andere wissen, wo genau der Verstorbene ruht und Sie die Grabstelle besuchen können? Wie lange soll die Grabstelle erhalten sein? Wie viel können Sie für die Beisetzung ausgeben? Bestattungskosten Die Kosten der Bestattungsarten unterscheiden sich zum Teil stark voneinander. Eine anonyme Beisetzung ist die günstigste Art der Beisetzung. Eine Erdbestattung ist in der Regel die teuerste. Aber auch innerhalb der einzelnen Formen kann es aufgrund der Ausführung oder der jeweiligen Region, in der die Bestattung durchgeführt wird, zu großen Preisunterschieden kommen. diese Art der Beisetzung in einem Wald, der als Friedhofsfläche genehmigt wird. Eine weitere beliebte Art ist die Seebestattung in der Nord- oder Ostsee. Aufgrund des in Deutschland herrschenden Friedhofzwangs sind einige Bestattungsarten nicht gestattet. Dazu gehört beispielsweise die Aufbewahrung der Asche des Toten in den eigenen vier Wänden oder Beisetzung auf dem eigenen Privatgrundstück. Auch eine Almwiesenbestattung, Felsbestattung oder Luftbestattung ist in Deutschland nicht erlaubt. Die Befindlichkeiten der Menschen sind auch bei dem Thema Bestattungsarten sehr verschieden. So mancher entscheidet sich für eine Variante, die für andere undenkbar wäre. Ein Beispiel sind die sogenannten Körperspenden. Vielen bereitet der Gedanke Unbehagen, dass mit ihrem Körper nach dem Ableben wissenschaftliche Forschung betrieben oder er zur Ausbildung von Medizinern verwendet wird. Andere haben damit kein Problem und empfinden das als gute Idee. Anzeigensonderveröffentlichung Alternative Bestattungsformen Neben den klassischen Bestattungsarten auf einem Friedhof haben sich inzwischen auch einige alternative Möglichkeiten etabliert. So entscheiden sich einige Menschen für eine sogenannte Naturbestattung. Hier erfolgt Beisetzung des Toten in der Regel nicht auf einem Friedhof. Eine Ausnahme bildet die Baumbestattung, die inzwischen auch von einigen Friedhöfen angeboten wird. Üblicherweise erfolgt Seinen Körper nach dem Ableben der Wissenschaft für Forschungszwecke als Körperspende zu widmen, wurde in den letzten Jahren immer beliebter. Sogar so beliebt, dass Leichname mittlerweile schon abgelehnt werden. Ein Grund dafür ist, dass Forschungsinstitute einen Teil der Bestattungskosten übernehmen, wenn der Körper, der in der Forschung nicht mehr gebraucht wird, endgültig beigesetzt wird. y 51