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Abschied | 04/2018

Abschied VORSORGE Bestattungsverfügung Zu Lebzeiten entscheiden, wie Bestattung durchgeführt werden soll die gewünschte Bestattungsart und den Ort der Beisetzung. iStockphoto, © Muenz Ein wichtiges Dokument zur Regelung der eigenen Angelegenheiten nach dem Ableben ist die Bestattungsverfügung. Darin ist bindend festgelegt, was nach dem Tod mit den sterblichen Überresten geschehen soll. Die Verfügung umfasst unter anderem TIPP Wo Bestattungsverfügung aufbewahren? Da die Testamentseröffnung im allgemeinen frühestens drei Wochen nach dem Eintreten des Todesfalls erfolgt, sollte die Bestattungsverfügung nicht Bestandteil des Testaments sein. Zum Zeitpunkt der Testamentseröffnung ist die Bestattung gewöhnlich bereits erfolgt. Zur Aufbewahrung bieten sich Plätze an, an denen auch der Personalausweis, die Krankenkarte und andere wichtige Unterlagen platziert sind. Alternativ können die Bestattungsverfügungen auch an vertrauenswürdige Personen abgegeben werden, die vermutlich frühzeitig vom Tode erfahren werden. Ferner können gesonderte Ausfertigungen beim zuständigen Pfarramt, der Friedhofsverwaltung und dem gewünschten Bestattungsunternehmen hinterlegt werden. Der Vorteil ist einerseits, dass der eigene Wille bindend festgehalten wird und man die Gewissheit hat, dass die eigenen Vorstellungen zur Bestattung auch umgesetzt werden. Anderseits werden die Hinterbliebenen entlastet, weil ihnen wichtige Entscheidungen in einer schwierigen Situation der Trauer abgenommen werden. Zudem werden Streitigkeiten über den vermuteten Willen des Verstorbenen vermieden. Mündlich den Verwandten oder einer Vertrauensperson seinen Bestattungswunsch zu nennen, bietet keine Garantie, dass dieser Wunsch auch berücksichtigt wird. Mit einer schriftlichen Bestattungsverfügung dokumentiert eine Person hingegen bindend, was nach ihrem Tod mit ihren sterblichen Überresten geschehen soll. Selbstverständlich muss beim Abfassen der Bestattungsverfügung darauf geachtet werden, dass die Wünsche auch realisierbar sind. Die Wünsche dürfen also nicht gegen Gesetze (Friedhofszwang) und Verordnungen (Friedhofssatzung) verstoßen. Wer beispielsweise auf einem ganz bestimmten Friedhof beigesetzt werden möchte, sollte abklären, ob dort auch eventuelle Wünsche bezüglich der Gestaltung des Grabs oder des Grabmals erlaubt sind. Selbstverständlich müssen die Wünsche auch im finanziellen Rahmen bleiben, ansonsten sind die Hinterbliebenen nicht daran gebunden. y Anzeigensonderveröffentlichung 8

VORSORGE Abschied Vorsorgevollmacht Vertreter bennen, der Entscheidungen trifft Anzeigensonderveröffentlichung Die Vorsorgevollmacht ist ein weiteres Instrument, um sich in gesunden Tagen für den Fall einer Einwilligungsunfähigkeit abzusichern und ist hilfreich, wenn die eigenen Geschäfte und Angelegenheiten, zum Beispiel durch einen Unfall oder eine Krankheit, nicht mehr selbst geregelt werden können. Existiert keine Vollmacht, tritt im Zweifelsfall automatisch ein vom Gericht bestellter Vertreter für den Betroffenen ein. Damit das nicht geschieht, kann ganz einfach festgelegt werden, welche Vertrauenspersonen bevollmächtigt werden sollen. Dabei geht es um so wichtige Themen wie Entscheidungen über Vermögensangelegenheiten, Mietverträge, Kontovollmacht, Vertretung gegenüber Behörden, Annehmen bzw. Lesen von Post und Briefen oder Behandlungsfragen und -entscheidungen bei Erkrankungen. Es ist auch möglich verschiedene Personen für verschieden Bereiche zu bevollmächtigen. Wichtig ist dann aber, dass Sie dies auch genau ausformulieren. Da niemand verpflichtet ist, eine Vollmachtstätigkeit gegen seinen Willen zu übernehmen, sollte mit der Vertrauensperson im Vorfeld darüber gesprochen werden. Zur Absicherung wird empfohlen, das Einverständnis des Bevollmächtigten in die Vorsorgevollmacht aufzunehmen und vom Bevollmächtigten zusätzlich unterschreiben zu lassen. Zwar ist Vollmacht nicht an eine bestimmte Form gebunden, jedoch ist die Schriftform aus Gründen der Beweiskraft dringend angeraten. Eine handschriftliche Verfassung ist nicht erforderlich. Eine regelmäßige Aktualisierung wird empfohlen, etwa eine jährliche erneute Unterschrift. Wer die Rechtssicherheit seiner Vorsorgevollmacht erhöhen möchte, kann dies mit einer notariellen Beurkundung erreichen. y TIPP Verwandte werden nicht automatisch eingesetzt Ehepartner oder Kinder können nicht automatisch für Sie entscheiden. Ohne die Beauftragung durch eine Vollmacht oder den Beschluss der Rechtlichen Betreuung geht das nicht. Fehlt dies und es kommt zur Situation, in der Sie wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können, wird das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer einsetzen – entweder aus dem Familienkreis oder auch einen Fremden. iStockphoto, © AntonioGuillem 9