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Abschied | 04/2019

Abschied VORSORGE Schon in jungen Jahren Vorsorge treffen Was wird aus den Kindern, wenn junge Eltern sterben? iStockphoto, © monkeybusinessimages Nur alte Menschen sterben. Dieser Satz ist falsch. Das wissen auch junge Leute, schließlich erfahren sie durch Medien oder durch Ereignisse im eigenen Umfeld, dass Menschen auch in jungen Jahren durch Unfall, Verbrechen oder schwere Krankheit ums Leben kommen können. Aber sie verhalten sich meist so, als ob nur alte Menschen sterben, verdrängen den Gedanken an die Möglichkeit des eigenen frühen Todes und treffen daher auch keine Vorkehrungen für den Fall der Fälle. Doch spätestens wenn man eine Familie gründet und eigene Kinder hat, sollte man sich auch mit der Frage „Was wäre wenn?“ beschäftigen, damit es den Kindern dann trotz dieses Schicksalsschlages, der hoffentlich nie eintritt, gut geht und sie bestmöglich abgesichert sind. Dass junge Eltern sterben ist zum Glück in Deutschland selten, aber es kommt leider vor: In der Bundesrepublik leben rund 800.000 Kinder, die einen oder beide Elternteile verloren haben. Natürlich müssen sich Waisenkinder hierzulande nicht allein durchschlagen. Schließlich greifen in Deutschland die sozialen Sicherungssysteme. Aber die Fürsorge der Eltern können sie nicht ersetzen. Auch zeigt sich, dass die staatliche soziale Absicherung nicht ausreicht, um diesen Kindern und Jugendlichen einen fairen Start ins Leben zu ermöglichen. Nach einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung haben Kinder, die in jungen Jahren mindestens ein Elternteil verlieren, eine schlechtere Allgemein- und Anzeigensonderveröffentlichung 10

VORSORGE Abschied Ausbildung. Sie fangen eher mit einer Berufsausbildung an und müssen meist auch finanziell früher für sich sorgen als Nicht-Waisen. Eltern nämlich beim Tod eines Partners nicht miteinander verheiratet, erbt der Überlebende ohne Testament oder Erbvertrag gar nichts. Anzeigensonderveröffentlichung Erbvertrag oder Testament? Wenn eine junge Mutter oder ein junger Vater überraschend verstirbt, ist der persönliche Schmerz groß. Nicht selten drohen darüber hinaus juristische und oder finanzielle Schwierigkeiten, wenn für diesen Fall keine Vorsorge getroffen wurde. Ohne besondere Regelungen in einem Erbvertrag oder einem Testament finden sich die Überlebenden nämlich meist in einer Erbengemeinschaften wieder: Das heißt, der überlebende Ehegatte und die Kinder bilden eine Erbengemeinschaft. Erbengemeinschaften sind nur eine juristische Notlösung und im Leben oft hinderlich. Möchte der Überlebende beispielsweise das gemeinsame Haus verkaufen (oder muss er es aus wirtschaftlichen Gründen), braucht er die Zustimmung der anderen und muss sie gegebenenfalls auszahlen. Minderjährige Kinder können nicht selbst entscheiden; der überlebende Elternteil benötigt die Zustimmungen eines sogenannten Ergänzungspflegers und des Familiengerichts. Diese Verfahren brauchen viel Zeit und können einen notwendigen Verkauf stark verzögern. Zum Unglück, einen geliebten Menschen verloren zu haben kommt nicht selten auch noch ein wirtschaftliches Unglück. Oft leben Familien heute ohne Trauschein. Das kann fatale Folgen haben. Waren die Manchmal sterben sogar beide Elternteile früh. Auch für diesen Fall kann vorgesorgt werden. So können die Eltern im Testament festlegen, wann und wie viel Vermögen ein Kind aus dem Nachlass erhält, beispielsweise einen festen monatlichen Geldbetrag sowie einmalige Beträge zu festen Anlässen (zum Beispiel Geburtstag). Vormund Minderjährige Kinder, die keine Eltern als Sorgeberechtigte haben, brauchen einen Vormund, der vom Familiengericht bestellt wird. Auch hierauf können die Eltern Einfluss nehmen, indem sie für ihre Kinder ausgewählte Vormünder benennen. Von dieser Festlegung darf das Familiengericht nur ausnahmsweise abweichen. y TIPP Notare beraten zu allen Vorsorgefragen Um Schwierigkeiten zu vermeiden, sollten junge Eltern früh vorsorgen. Sie können sich wechselseitig zum Alleinerben einsetzen, um eine Erbengemeinschaft zu verhindern. Dann bleibt der Überlebende in jedem Fall allein handlungsfähig. Auch können die Kinder bereits zu sogenannten Schlusserben eingesetzt werden, also zu den Erben des überlebenden Ehegatten. Kompetente Ansprechpartner in all diesen Fragen sind Notare, die für junge Paare passende Testamente oder einen Erbvertrag entwerfen können. 11