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Abschied | 04/2019

Abschied STERBEBEGLEITUNG Wir können das Leben eines Todkranken nicht verlängern, aber wir können die gemeinsame Zeit, die noch bleibt, lebenswert machen. Einem Sterbenden in seinen letzten Tagen beizustehen, hilft ihm und uns, Abschied zu nehmen. y Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger iStockphoto, © KatarzynaBialasiewicz Begleitung Menschen in ihrer letzten Lebensphase beistehen Die meisten Menschen wünschen sich einen schnellen, plötzlichen, leidarmen Tod. Doch das Leben und der Tod richtet sich nicht nach unseren Wünschen. Der Tod ist für die meisten Menschen ein Prozess, der sich oft über Tage, Wochen oder sogar viele Monate hinzieht. Dabei durchläuft er viele Phasen von Hoffnung, Krisen, Verzweiflung, Wut und Resignation. Den Sterbenden und auch ihren Angehörigen durch diese Phasen von Anfang an bis zum Ende zu begleiten, ist eine schwierige Aufgabe. Wir können das Leben Todkranker nicht retten, aber wir können die Zeit, die noch bleibt, lebenswert gestalten. Die moderne Palliativmedizin kann Schmerzen lindern und dabei helfen, dass Todkranke leidarm, und in Würde sterben können. y Anzeigensonderveröffentlichung 20

STERBEBEGLEITUNG Abschied Ein Stück Lebensqualität Palliativmedizin: Sterben so leidarm wie möglich gestalten Das lateinische Wort Pallium bedeutet Mantel. In diesem Sinne will die Palliativmedizin Patienten umhüllen und vor Schmerzen und unerträglichen Leid schützen, um so ein humanes Sterben in Würde zu ermöglichen. Ursprünglich wurde die Palliativmedizin für Tumorerkrankte entwickelt. Heute behandelt sie all jene Menschen, die an einer voranschreitenden, weit fortgeschrittene und an einer, die Lebenserwartung begrenzenden Erkrankung leiden. Vor allem betrifft dies Patienten mit Krebserkrankungen, aber auch mit verschiedenen Organerkrankungen oder neurologischen Erkrankungen. Die kurative Medizin ordnet das Wohlbefinden des Patienten vorübergehend dem Ziel der Heilung unter. Das heißt, der Patient kann durch die Behandlung für einige Zeit leiden und sogar stärkere Schmerzen haben, beispielsweise durch eine OP. Klassisches Beispiel ist der Zahnarzt: Wir leiden auf dem Zahnarztstuhl für einige Minuten, doch danach geht es uns besser und weil wir wieder kraftvoll zubeißen können, haben wir dank der Behandlung eine höhere Lebensqualität. Die Palliativmedizin hat einen anderen Ansatz. Bei ihr geht es darum, die Lebensqualität der schwerstkranken und sterbenden Menschen so weit wie möglich bis zum Tod zu erhalten – und Sterben zuzulassen. Es geht also nicht darum, das Leiden der Patienten durch irgendwelche Behandlungen zu verstärken, nur um letztlich dadurch das Leiden und Leben des Patienten um einige wenige Tage oder Wochen zu verlängern. Eine Lebensverlängerung um jeden Preis ist nicht das Ziel der Palliativmedizin. Sterben gehört zum Leben und Palliativmediziner möchten das notwendige Sterben so leidarm wie möglich gestalten. y Anzeigensonderveröffentlichung 21