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Abschied | 04/2019

Abschied TRAUERFALL Steuer- und Finanzprobleme Todesfall: Auch eine steuerliche Last für Hinterbliebene iStockphoto, © KatarzynaBialasiewicz Ein Todesfall stellt die Hinterbliebenen vor zahlreiche Herausforderungen. So wird beispielsweise der Verlust des lieben Angehörigen oft zusätzlich belastet durch steuerliche und finanzielle Fragen. „Die Erben übernehmen nicht nur die steuerlichen Rechte des Verstorbenen, sondern auch alle Pflichten“, erklärt hierzu Beate Anders von der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e.V., Lohnsteuerhilfeverein, Beratungsstelle Chemnitz. Dazu kommen eventuell Erbschaftssteuer-, Renten- und Versicherungsfragen. Vielfach müssen die finanziellen Verhältnisse neu geordnet werden. Worauf müssen Erben insbesondere achten? Eine Bestattung ist kostspielig. Grundsätzlich unterstützt der Staat Hinterbliebene mit Steuererleichterungen. Allerdings sind einige Voraussetzungen zu beachten. Wichtigste Grundvoraussetzung: Die Steuererleichterung erhält ein Hinterbliebener erst dann, wenn er die Kosten nicht aus dem Nachlass bestreiten kann. Hierbei werden auch eventuelle Leistungen aus einer Sterbegeld- oder Lebensversicherung einbezogen. Und es gibt weitere Hürden. Steuerlich zählen die Bestattungskosten zu den „außergewöhnlichen Belastungen“ (§ 33 EStG). Eine außergewöhnliche Belastung kann man erst nach Abzug einer „zumutbaren Eigenbelastung“ geltend machen. „Umgangssprachlich formuliert könnte man sagen: Es gibt eine „Selbstbeteiligung“, so Beate Anders. Das Finanzamt berechnet die zumutbare Eigenbelastung Anzeigensonderveröffentlichung 42

TRAUERFALL Abschied aus dem Gesamtbetrag der Jahreseinkünfte des Erben. Ein Rechenbeispiel: Ein alleinstehender Erbe bezieht Jahreseinkünfte in Höhe von 16.900 Euro. In diesem Fall beträgt die zumutbare Eigenbelastung 860 Euro. Erst die Bestattungskosten, die über diesen Betrag hinaus gehen, wirken sich steuerlich aus. Der Fiskus erkennt als Erstattungskosten nur diejenigen Ausgaben an, die unmittelbar mit der Bestattung zusammenhängen. Dazu zählen zum Beispiel die Kosten für Sarg, Totenkleidung, amtliche Gebühren, Überführung, Grabstätte und Grabstein, Blumenschmuck oder Trauerdrucksachen. Dagegen zählen mittelbare Kosten nicht zu den Bestattungskosten. Das heißt: Ausgaben für die Trauerkleidung, die Bewirtung der Trauergäste oder Fahrtkosten zur Beerdigung kann man steuerlich nicht geltend machen. Bestattungshaus Steinmetz Scheunenstr. 19 09599 Freiberg • Durchführung aller Bestattungsarten • individuelle Gestaltung von Trauerfeiern kirchlich und konfessionslos • eigene Trauerredner • Vermittlung von Geistlichen • Regelung aller Behördenwege • unverbindliche Beratungen zur Vorsorge • Nachlasspflege, Erbenermittlung • Wohnungsberäumung Wenn Sie unsere Hilfe brauchen, erreichen Sie uns Tag und Nacht unter 03731 / 30860 Anzeigensonderveröffentlichung Die Beiseitzungskosten berücksichtigt das Finanzamt nur in „angemessener“ Höhe. Diese liegt bei 7.500 Euro. Rechte und Pflichten Mit dem Tod des Angehörigen übernehmen die Erben die steuerlichen Rechte und Pflichten des Verstorbenen. Um Missverständnisse gleich auszuräumen: Hat das Finanzamt Steuernachforderungen, müssen die Erben auch diese begleichen. Im Übrigen auch dann, wenn die Nachforderungen nicht mehr aus dem Nachlass bestritten werden können. Und umgekehrt: Kommt es zu einer Steuererstattung, dann wird diese an die Erben ausgezahlt. „Angehörige sollten stets bedenken, dass die Erben auch die Verjährungsfrist sozusagen übernehmen“, sagt Beate Anders: „Alle offenen Einheimisches Bestattungsunternehmen Hilfe und Unterstützung in den schwersten Stunden durch seriöse und individuelle Beratung auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause Tag und Nacht erreichbar Röntgenstraße 5 · Plauen Tel. 03741 403788 www.bestattungen-phenn.de 43