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Abschied | 04/2020

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Abschied VORSORGE Finanzielle Absicherung Treuhandkonto oder Sterbegeldversicherung? Foto: iStockphoto, © Ralf Geithe Dienstleistungen eines Bestatters, Sarg, Urne, Grabmiete, Gebühren, Trauerfeier, Beisetzung, Grabstein, Grabschmuck – die finanziellen Aufwendungen, um den Verstorbenen eine würdige Beisetzung zu ermöglichen, sind je nach Art, Umfang, Friedhof und auch Gemeinde sehr umfangreich. Theoretisch müsste man für die eigene Beisetzung kein Geld hinterlassen. Denn die nächsten Familienangehörigen des Verstorbenen (in der Regel der Ehegatte, die Kinder, die Eltern und die Geschwister) haben, auch wenn sie nicht zur Erbschaft berufen sind oder die Erbschaft ausgeschlagen haben, für die Bestattung zu sorgen. Aber wer möchte schon seinen Hinterbliebenen diese finanzielle Last aufbürden? Darüber hinaus hat sich traditionell der breite gesellschaftliche Konsens herausgebildet, selbst für die eigene Bestattung finanziell Vorsorge zu treffen, sofern man dazu in der Lage ist. Sparbuch – einfach aber unsicher Die einfachste Methode ist das Ansparen von Geld auf ein normales Konto. Und es ist zugleich die unsicherste und eine nicht zu empfehlende Methode! Warum? Mühsam über Jahre angesparte Rücklagen, selbst scheinbar höhere und ausreichende Summen, können ganz schnell, innerhalb weniger Monate aufgebraucht sein, beispielsweise, wenn man Hartz IV-Empfänger oder ein Pflegefall wird. Dann muss nämlich erst das eigene Vermögen aufgebraucht werden, bevor der Staat die Kosten beispielsweise für den Pflegeheimaufenthalt trägt. Und selbst wenn Anzeigensonderveröffentlichung 12

VORSORGE Abschied Anzeigensonderveröffentlichung nach dem Ableben noch Geld auf einem Sparbuch liegt, ist dies keine Garantie, dass die Erben, den Betrag auch wirklich für die Bestattung verwenden. Treuhandkonten – zuverlässig und sicher Als eine zuverlässige und zu empfehlende Methode zur finanziellen Vorsorge hat sich das Hinterlegen eines Geldbetrages auf ein Treuhandkonto bewährt. Das dort verwahrte Geld kann nicht zweckentfremdet verwendet werden. Auch wenn ein Pflegefall eintritt, ist das Geld gesichert. Die Gesetzgebung sieht zwar vor, dass zunächst das Privatvermögen des zu pflegenden Menschen verbraucht werden muss, bevor der Staat die Kosten trägt, aber solange der Vorsorgebetrag angemessen ist, kann das Sozialamt auf diesen Betrag nicht zurückgreifen. Was angemessen ist, sieht wohl jeder etwas anders und ist somit eine sehr schwammige Formulierung. Der Betrag richtet sich nach den Lebensumständen. Er dürfte in der Regel zwischen 3.000 und 5.000 Euro liegen. Kommen noch Grabkosten hinzu, erhöht sich der Betrag dementsprechend. Sterbegeldversicherung – einige Details beachten Eine Alternative zum Treuhandkonto ist die sogenannte Sterbegeldversicherung. Hier gilt, was für alle Versicherungen gilt: Schauen Sie sich die Vertragsbedingungen genau an und vergleichen Sie verschiedene Anbieter, denn viele Versicherer bieten zusätzliche Leistungen an (zum Beispiel Übernahme der Überführungskosten bei Tod im Ausland, Auszahlung der doppelten Vertragssumme bei Unfalltod und dergleichen mehr). Auch das durch die Sterbegeldversicherung angesparte Geld kann – so wie beim Treuhandkonto – nicht zweckfremd verwendet werden. Allerdings muss beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung darauf geachtet werden, dass die Versicherungssumme zweckgebunden nur für die Bestattung verwendet werden darf. Wird nämlich als Begünstigter ein Verwandter eingesetzt, könnte im Extremfall das Finanzamt darauf zugreifen. Schließlich, so die Argumentation, sei ja nicht sicher geregelt, dass der Begünstigte das Geld auch wirklich für die Bestattung verwendet. Sozialbestattung – wenn kein Geld da ist Hat der Verstorbene zu Lebzeiten nicht vorgesorgt oder die Hinterbliebenen haben keine Geldmittel bzw. es gibt keine Hinterbliebenen, so übernimmt das Sozialamt die Bestattung. Leider sind die sogenannten Sozialbestattungen auch in einem so reichen Land wie Deutschland keine seltenen Ausnahmen. Im Jahr 2018 erhielten laut Statistischen Bundesamtes 19.211 Personen Geld vom Sozialamt, weil sie selbst keine finanziellen Mittel hatten, um die Beisetzung eines verstorbenen Angehörigen zu bezahlen. Zwar geht diese Zahl leicht zurück (2016 waren es 21.434) und bei fast eine Million Todesfälle im Jahr sind nur zwei Prozent aller Beisetzungen in Deutschland Sozialbestattungen, aber es ist besonders traurig, wenn kein Geld da ist, um einen verstorbenen Verwandten ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen. Wer Geld vom Amt für die Bestattung Hinterbliebener erhält, muss sich zuvor einer aufwendigen Einkommens- und Vermögensprüfung unterziehen. Übernommen werden laut Sozialgesetzbuch die Kosten „für eine ortsübliche und einfache, der Würde des Verstorbenen entsprechende Bestattung“. Wie viel Geld die Kommunen dafür geben müssen, ist nicht näher festgelegt, sodass es erhebliche regionale Unterschiede gibt. Insgesamt gab der Staat 2018 rund 54 Millionen Euro für Sozialbestattungen aus. y 13