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Abschied | 04/2020

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Abschied TRAUERFALL Unerwünschte Erbschaft Wie schlägt man das Erbe aus? Schnelles Handeln erforderlich Wenn ein Familienmitglied stirbt, ist das nicht nur Anlass zur Trauer, sondern kann auch finanzielle Konsequenzen für die Angehörigen haben. Wer voraussichtlich nur Schulden erbt, sollte schnell handeln und eine Ausschlagung der Erbschaft prüfen. Was tun, wenn man nicht Erbe sein will? Es kann Gründe geben, warum man lieber nicht Erbe sein möchte. Häufigster Grund dafür ist ein überschuldeter Nachlass. Aber auch die Anordnung von Beschränkungen im Testament kann die Erbschaft unattraktiv machen. In solchen Fällen bleibt oft nur die Ausschlagung der Erbschaft. Doch was viele nicht wissen: „Die Ausschlagung kann nicht unter einer Bedingung erklärt oder auf bestimmte Gegenstände beschränkt werden“, erläutert Manuel Kahlisch, Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen, und führt aus: „Es gilt das alles-oder-nichts-Prinzip. Bei Ausschlagung der Erbschaft bestehen also keinerlei Ansprüche mehr auf den Nachlass. Grundsätzlich verliert man auch einen möglichen Pflichtteilsanspruch.“ Wie und bis wann kann man die Erbschaft ausschlagen? Die Ausschlagung der Erbschaft muss persönlich entweder beim Nachlassgericht oder bei einem Notar erklärt werden. Ein Vertreter kann nur handeln, wenn er eine öffentlich beglaubigte Vollmacht hat. Die Ausschlagung muss binnen einer Frist von sechs Wochen erklärt werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem der Erbe Kenntnis vom Anfall und Grund der Berufung als Erbe erlangt. Nach Ablauf dieser recht kurzen Frist ist eine Ausschlagung nicht mehr möglich. Nur in Ausnahmefällen kann der Erbe die Versäumung der Ausschlagungsfrist anfechten, wenn er einem rechtlich relevanten Irrtum unterlag. Wann ein solcher Irrtum vorliegt, ist vom Einzelfall abhängig und bedarf einer rechtlichen Prüfung. Müssen auch die Kinder des Erben ausschlagen? Je nach Fallkonstellation fällt die Erbschaft durch die Ausschlagung automatisch den Kindern des Ausschlagenden an. Auch diese müssen dann form- und fristgerecht ausschlagen. Sind die Kinder minderjährig, müssen die gesetzlichen Vertreter handeln. „In bestimmten Fällen ist zusätzlich die Genehmigung des Familiengerichts erforderlich“, warnt Kahlisch und ergänzt: „Diese muss innerhalb der Sechs-Wochen- Frist beantragt und später an das Nachlassgericht geschickt werden.“ Dies kann der Notar übernehmen, der die Erklärung beglaubigt. y Quelle: Notarkammer Sachsen Foto: iStockphoto, © ilkercelik Anzeigensonderveröffentlichung 44

TRAUERFALL Abschied Erbnachweis Erbschein bei einem Notar Ihrer Wahl beantragen Einige behördliche oder geschäftliche Angelegenheiten können die Hinterbliebenen nur dann regeln, wenn sie nachweisen können, dass sie erbberechtigt sind. Hatder Verstorbene kein Testament hinterlassen oder hat er sein Testament in handschriftlicher Form verfasst, so ist als Erbnachweis grundsätzlich ein vom Nachlassgericht zu erteilender Erbschein erforderlich. Benötigen Sie den Erbnachweis auch im europäischen Ausland, z.B. bei ausländischem Vermögen des Erblassers, kann anstelle des Erbscheins ein europäisches Nachlasszeugnis erteilt werden. Erbschein und Nachlasszeugnis können Sie entweder beim Nachlassgericht oder bei einem Notar Ihrer Wahl beantragen. Notarin Annette Partzsch Zschopauer Straße 10 09496 Marienberg Telefon: 03735 91130 Fax: 03735 911326 E-Mail: notarin-partzsch@ t-online.de Auswärtssprechtage jeden Donnerstag in Olbernhau, Markt 1, Telefon: 037360 692866 Anzeigensonderveröffentlichung Was viele nicht wissen: Die Kosten für den Erbschein beziehungsweise für das Nachlasszeugnis können erheblich sein, denn sie bemessen sich nach dem Vermögen des Erblassers im Zeitpunkt seines Todes und fallen sowohl für die Beantragung als auch für die Erteilung des Nachweises gesondert an. Hinterlässt der Erblasser ein notariell beurkundetes Testament oder einen Erbvertrag, ist die Erteilung eines Erbscheins grundsätzlich nicht erforderlich. Das den Erben von dem Nachlassgericht übersandte Eröffnungsprotokoll stellt zusammen mit dem notariellen Testament selbst den erforderlichen Erbnachweis dar, den sämtliche Banken, Grundbuchamt, Behörden und sonstige Stellen akzeptieren. y Notar Torsten Bochmann Ernst-Bauch-Straße 4 08280 Aue-Bad Schlema Telefon: 03771 29110 Fax: 03771 291199 E-Mail: info@ notar-bochmann.de 45