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Aktiv & Gesund | 02/2017

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4 Das MRE-Netzwerk

4 Das MRE-Netzwerk Sachsen koordiniert seit mehr als sechs Jahren alle Anstrengungen, die darauf zielen, die Ausbreitung multiresistenter Erreger (MRE), insbesondere in Einrichtungen des Gesundheitswesens im Freistaat Sachsen, einzudämmen. Darüber informiert das Portal www.gesunde.sachsen.de des Freistaates. Multiresistente Erreger sind Bakterien, die gegenüber den meisten zur Behandlung eingesetzten Antibiotika unempfindlich sind. Die wichtigsten Erreger in diesem Zusammenhang sind der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sowie multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN). Methicillin beziehungsweise Vancomycin sind die Antibiotika, die bei MRSA beziehungsweise VRE die Leitresistenz angeben. In den letzten Jahren hat vor allem der Nachweis von MRGN deutlich zugenommen. Diese Bezeichnung umfasst Enterobakterien, die zum Beispiel im Darm des Menschen vorkommen, und Stäbchenbakterien, die in unserer Umwelt verbreitet sind. Gründe für den Anstieg von Infektionen durch multiresistente Erreger sind vor allem eine Verschiebung innerhalb der Patientenpopulation hin zu älteren, multimorbiden und abwehrgeschwächten Patienten, sowie der Selektionsdruck durch die häufige Anwendung von Antibiotika, der durch die Zunahme von AKTIV & GESUND So kämpft Sachsen gegen Keime Der Freistaat betreibt ein Portal, um über die multiresistenten Erreger zu informieren Ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen allen im Gesundheitswesen beteiligten Akteuren ist ein wesentlicher Ansatzpunkt im Kampf gegen Keime. Foto: Fotolia/WavebreakMediaMicro multiresistenten Erregern und der damit verbundenen Anwendung von breit wirksamen Antibiotika noch erhöht wird. Im Kampf gegen multiresistente Erreger sind die gezielte Vernetzung und der kontinuierliche Informationsaustausch zwischen allen im Gesundheitswesen und in der Pflege beteiligten Akteuren wesentliche Ansatzpunkte und gehören zu den Hauptaufgaben des MRE-Netzwerkes Sachsen. 10. Februar 2017 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG CANNABIS ALS MEDIZIN Der Bundestag hat zum Jahresbeginn einstimmig das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften beschlossen. Cannabisarzneimittel sollen demnach als Therapiealternative bei Patienten im Einzelfall bei schwerwiegenden Erkrankungen eingesetzt werden können, wenn nach begründeter Einschätzung des behandelnden Arztes eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome zu erwarten ist. Dies kann zum Beispiel in der Schmerztherapie, bei chronischen Erkrankungen oder bei schwerer Appetitlosigkeit und Übelkeit der Fall sein. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dazu: „Schwerkranke Menschen müssen bestmöglich versorgt werden. Dazu gehört, dass die Kosten für Cannabis als Medizin für Schwerkranke von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders wirksam geholfen werden kann. Das ist auch ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Palliativversorgung. Außerdem wird es eine Begleiterhebung geben, um den medizinischen Nutzen genau zu erfassen.“ Zukünftig soll zudem ein staatlich überwachter Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken erfolgen können. 3798880-10-1

KOMMUNIKATION FÜR GELÄHMTE MENSCHEN Tübingen. Mit einer neuen Computer-Gehirn-Schnittstelle haben Forscher vollständig gelähmten Patienten wieder eine Kommunikation ermöglicht. Vier Betroffene konnten mithilfe der Technik, die in einer Kopfhaube untergebracht ist, mit „Ja“ und „Nein“ auf Fragen antworten. Die Wissenschaftler um den emeritierten Hirnforscher der Universität Tübingen, Professor Niels Birbaumer, stellen das Verfahren im Fachjournal „Plos Biology“ vor. Von dem System können Patienten profitieren, die nicht einmal mehr ihre Augen bewegen und somit beispielsweise Buchstabenauswahl-Computer nicht mehr nutzen können, wie Birbaumer erklärte. Die Entwicklung des internationalen Teams bringt zwei Möglichkeiten, Hirnaktivität zu messen, zusammen - sogenannte Nahinfrarotspektroskopie und Elektroenzephalografie. Während die Patienten 100 bis 150 Fragen in Gedanken beantworteten, justierten die Forscher die Messmethoden so, dass danach laut Birbaumer eine Treffer- Wahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent war. (dpa) Krebs-Nachsorge soll intensiver werden 500.000 Krebsfälle jedes Jahr in Deutschland Tumor entfernt, doch die Gefahr bleibt: Die deutsche Krebsforschung will die Nachsorge für Patienten intensivieren, aber der Weg zum allumfassenden Konzept ist weit. „In den vergangenen zehn Jahren ist das Bewusstsein gewachsen, Patienten über eine Heilung hinaus länger zu versorgen“, sagt Volker Arndt vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg vor dem Weltkrebstag Anfang Februar. Seit langem lautet die Faustregel: Wer fünf Jahre krebsfrei ist, gilt als gesund. Das hänge aber auch von der Tumorart ab, meint Arndt. „Es lohnt sich, in die USA zu schauen: Die haben viel früher begonnen, in der Krebs- Nachsorge aktiv zu werden“, sagt der Experte. Deutschland hole aber inzwischen auf. „Wir haben den Vorteil, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung besser ist als etwa in den USA.“ In Heidelberg AKTIV & GESUND 10. Februar 2017 5 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG forscht Arndt auf dem riesigen Gelände des DKFZ - zusammen mit fast 3000 Mitarbeitern in mehr als 90 Abteilungen und Forschungsgruppen. Ihre Aufgabe: Näheres darüber zu erfahren, wie Krebs entsteht und welche Faktoren das Risiko beeinflussen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse entwickeln die Forscher neue Ansätze - auch in der Nachsorge. Der Deutschen Krebshilfe zufolge sterben jährlich in Deutschland etwa 224.000 Menschen an Krebs, der damit eine der häufigsten Todesursachen ist. „Das Wichtige ist: Patienten sollten mit Blick auf ihre Lebensqualität früher unterstützt werden, nicht erst nach einer Heilung“, sagt Arndt und verweist auf den Nationalen Krebsplan. Der Krebsplan formuliert 13 Ziele, eines davon: die Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung. Das Gesundheitsministerium setzt dabei auch auf klinische Krebspatienten sollten mit Blick auf ihre Lebensqualität früher unterstützt werden. Foto: Fotolia/auremar Krebsregister. „Der Ausbau der Register soll mit den Ländern vorangetrieben werden“, sagt Minister Hermann Gröhe. Damit soll von der Ersterkennung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge die bestmögliche Behandlung gefunden werden. Manche Krankenkassen haben einen sogenannten Nachsorgepass erarbeitet. Er soll Betroffenen helfen, nach Chemotherapien oder Bestrahlungen an die notwendigen Kontrollen zu denken - und den Überblick über die Behandlungen und Termine zu behalten. „Krebs muss kein Todesurteil sein“, sagt Experte Arndt. Etwa 500.000 Neuerkrankungen werden jedes Jahr in Deutschland registriert. Derzeit leben mehr als 3,5 Millionen Menschen mit der Diagnose. (dpa) Hilfreiche Fernbeziehung Mit Hilfe der Fernüberwachung betreut das Herzzentrum Dresden rund 1.400 Patienten mit Herzrhythmusstörungen ANZEIGE PD Dr. Christopher Piorkowski erklärt Andreas Schönhöfer (r.) die Funktionsweise des Gerätes. Julia Rose wird im Monitoringzentrum die gesendeten EKGs im Auge behalten. Foto: Lutz Weidler „Ihr EKG sieht gut aus. Sie können Ihren Winterspaziergang unbesorgt machen.“ Ellen Päßler kann beinahe hören, wie ihrem Gesprächspartner am anderen Ende der Telefonleitung ein Stein vom Herzen fällt. Viele solcher Anrufe nehmen sie und ihre Kollegen im Steinbeis-Forschungszentrum Electrophysiology and Cardiac Devices in Dresden täglich entgegen. Das fünfköpfige Team ist für die Nachsorge von rund 1.400 Patienten mit Herzrhythmusstörungen aus Sachsen und ganz Deutschland zuständig. Behandelt werden die allermeisten in der Abteilung für Invasive Elektrophysiologie des Herzzentrums Dresden Universitätsklinik. „Unter anderem Patienten mit unklaren Herzrhythmusstörungen, die sich auch im Langzeit-EKG nicht dokumentieren lassen, implantieren wir sogenannte Ereignisrekorder. Diese Mini-EKG-Chips zeichnen kontinuierlich ein EKG auf und übermitteln es in der Nacht mit Hilfe einer Übertragungseinheit via Satellit“, erläutert PD Dr. Christopher Piorkowski, Leiter der Abteilung. Darüber hinaus erhalten viele Patienten mit Herzinsuffizienz einen Defibrillator. Dieses Herzschrittmacher große Gerät zeichnet ebenfalls die Herzrhythmustätigkeit auf und sendet die Daten über eine mobile Einheit. Die übermittelten Daten all dieser Patienten werden am folgenden Werktag von Ellen Päßler und ihrem Team ausgewertet. „Gibt es Auffälligkeiten, rufen wir an, fragen nach Beschwerden, geben Hinweise, vereinbaren gegebenenfalls einen Facharzttermin. Bei Akutbeschwerden raten wir, sich als Notfall beim Arzt vorzustellen“, erzählt die medizinisch-technische Assistentin für Funktionsdiagnostik. All das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Rhythmologen aus dem Herzzentrum Dresden. In den knapp drei Jahren seit Bestehen des Monitorzentrums hat das Team seine Patienten sehr gut kennengelernt. Schritt für Schritt erklären sie ihnen, wie ein Sendegerät arbeitet und wie es gehandhabt werden muss. Zwar machen die Mitarbeiter des Monitorzentrums keine Hausbesuche, aber viele Fragen, die Patienten haben, können sie direkt am Telefon beantworten. „Die meisten haben natürlich einen hohen Leidensdruck und es ist sehr beruhigend für sie zu wissen, dass sich jemand meldet, wenn es Auffälligkeiten gibt“, versichert Julia Rose. „Wir sind zwar kein Notfalldienst rund um die Uhr, aber wir kümmern uns um viele Dinge. Zum Beispiel auch darum, dass die Sendegeräte vom Hersteller gewartet oder wenn notwendig repariert werden.“ Telemedizinzentren entwickeln sich mittlerweile überall in Europa. Vor allem für die Betreuung von Patienten in strukturschwachen Regionen eröffnen sich damit neue Erfolg versprechende Therapiemöglichkeiten. Die machen dennoch den Facharzt nicht überflüssig. „Einmal im Jahr bestellen wir die Patienten zu uns ins Herzzentrum und besprechen den Fortgang der Behandlung“, so PD Dr. Piorkowski. Die große, stetig wachsende Zahl an Patienten gibt ihm und seinen Kollegen auch für ihre wissenschaftliche Arbeit einen so umfassenden Einblick in Herzrhythmusverläufe, wie ihn nur wenige andere Zentren auf der Welt haben. KONTAKT Klinik für Innere Medizin und Kardiologie Abteilung für Invasive Elektrophysiologie Fetscherstraße 76 01307 Dresden Telefon: 0351 450-1903 Telefax: 0351 450-1902 HZD-Rhythmologie@ herzzentrum-dresden.com www.herzzentrum-dresden.com