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Aus- & Weiterbildung | 06/2018

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14 AUS- & WEITERBILDUNG

14 AUS- & WEITERBILDUNG Personal- und Platzmangel in der Kinderbetreuung Im Arbeitsfeld der frühkindlichen Bildung ergeben sich tolle Jobchancen für junge Leute 22. Juni 2018 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Die Chance auf eine Karriere in der frühkindlichen Bildung steht gut. Foto: oksix/stock.adobe.com Bis 2025 werden in Krippen, Kindergärten und der Grundschulbetreuung bis zu 329.000 zusätzliche pädagogische Fachkräfte gebraucht. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsverbundes Deutsches Jugendinstitut, die den Geburtenanstieg, die Zuwanderung, nicht erfüllte Elternwünsche, den Personalersatz für dauerhaft ausscheidende Beschäftigte sowie einen verbesserten Personalschlüssel zugrunde legt. Plätze: In der Summe fehlen für die Betreuung von Kindern im Alter von bis zu zehneinhalb Jahren bis 2025 bundesweit bis zu 1,2 Millionen Plätze. Personal: Der Hochrechnung zufolge würden 2025 etwa 309.000 Kita-Fachkräfte, 15.000 Kindertagespflegepersonen und 5000 Stellen in Ganztagsschulen fehlen. Fazit: Weil dem hohen Personalbedarf immer weniger arbeitslos gemeldete Personen gegenüberstehen, wird sich der Bedarf nur durch Ausbildung decken lassen. Junge Leute, die sich für eine Karriere in der frühkindlichen Bildung entscheiden, können damit relativ gelassen in die Zukunft blicken. KAUM RESERVEN 2017 lag die berufsspezifische Arbeitslosenquote in der Frühen Bildung bei 1,3 Prozent. Fünf Jahre zuvor betrug sie noch 2 Prozent. Damit steht ein vergleichsweise immer kleineres Reservoir an Arbeitslosen mit dem Zielberuf zur Verfügung – auch absolut betrachtet: Zwischen 2012 und 2017 ging die Zahl arbeitslos gemeldeter Personen mit dem Zielberuf Frühe Bildung von 11.400 auf 9800 Personen zurück. Das zeigen Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung. ANZEIGE Berufsorientierung am Gymnasium Kultusministerium erstellt Maßnahmepaket 3928305-10-1 Der Freistaat Sachsen will die Berufsorientierung der Schüler verbessern. „Auf der einen Seite leidet die Wirtschaft unter dem Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Studienabbrecher zu hoch. Beide Probleme können wir nur lösen, wenn wir Kinder und Jugendliche besser auf ein Leben nach der Schule vorbereiten. Schüler brauchen eine langfristige und systematische Berufliche Orientierung, und zwar nicht nur an Oberschulen, sondern auch an den Gymnasien“, betonte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz. Das Sächsische Kultusministerium hat in Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit aus diesem Grund die Ziele für die Berufliche Orientierung aktualisiert, die Bausteine für die Berufliche Orientierung überarbeitet und für das Gymnasium neu erarbeitet. So beginnt am Gymnasium die Berufs- und Studienorientierung ab August mit der beruflichen Frühorientierung in den Klassen 5 und 6 und wird bis zur Jahrgangsstufe 12 fortgeführt. Um Studienabbrecher für die Berufliche Bildung zu gewinnen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung zudem bis 2020 das Projekt „Quickstart Sachsen“ mit rund 1,4 Millionen Euro. In Kooperation mit acht sächsischen Hochschulen werden dabei Studienzweifler sowie Studienabbrecher über die Möglichkeiten einer Berufsausbildung beraten. Bereits seit dem Schuljahr 2013/2014 sind die Praxisberater an Oberschulen in Sachsen laut sächsischem Kultusministerium eine wirksame personelle Unterstützung. Aufgabe der Berater ist es, die Förderung aller Schüler zugunsten einer passgenauen Berufsorientierung zu verbessern. Mit dem Potenzialanalyseverfahren „Profil AC Sachsen“ werden die Stärken der Schüler ermittelt. Dies geschieht mit dem Ziel, sie individuell auf dem Weg zur Berufswahl zu begleiten und Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen. Die ermittelten Stärken der Schüler sind ab Klassenstufe 8 Ausgangspunkt, um auf der Grundlage eines Entwicklungsplans zwischen verschiedenen Berufsfeldern und Praxisangeboten zu entscheiden. Dies hilft Schülern bei der Teilnahme an Projekten der Berufsorientierung. Dazu gehört die unter dem Titel „Schau rein!“ laufende Woche der offenen Unternehmen Sachsen“ ebenso wie „komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“. Letzteres Projekt unterstützt Schüler laut Ministerium frühzeitig durch erlebnis- und handlungsorientierte Impulse in ihrer Berufsorientierung und Lebensplanung. –www.bildung.sachsen.de/blog/

AUS- & WEITERBILDUNG 22. Juni 2018 15 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Bildung der Eltern beeinflusst Entscheidung zum Studium Ursachen für Chancenungleichheit sind laut Untersuchung vielfältig ANZEIGEN Pflege-Azubis weiter dringend gesucht Trotz Rekordzahlen weiter Fachkäftemangel Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien beginnen statistisch gesehen 79 ein Hochschulstudium. Bei Nicht-Akademiker-Familien schaffen nur 27 von 100 Kindern den Sprung an eine Hochschule. Dies sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Die Bildungschancen in Deutschland hängen also immer noch stark vom Bildungshintergrund des Elternhauses ab. Nur 12 Prozent der Kinder, deren Eltern über keinen beruflichen Abschluss verfügen, gehen nach dem Schulabschluss an eine Hochschule. Sobald allerdings mindestens ein Elternteil über einen Berufsabschluss verfügt, steigt der Anteil der Kinder, die studieren gehen, bereits auf 24 Prozent. Hat mindestens ein Elternteil zusätzlich das Abitur als höchsten Schulabschluss, beträgt die Hochschulbeteiligung schon 48 Prozent eines Jahrgangs. Die Ursachen für diese Chancenungleichheit sind vielfältig. Beim Durchlaufen des deutschen Bildungssystems müssen an mehreren Stellen Entscheidungen zum weiteren Bildungsverlauf eines Kindes getroffen werden. „Familien mit geringerem Bildungshintergrund tendieren häufig dazu, die Kosten für höhere Bildung zu überschätzen und Bildungserträge zu unterschätzen, ungeachtet des vielleicht hohen Bildungspotentials ihres Kindes“, erläutert Nancy Kracke, eine Autorin der Untersuchung. Anders verhält es sich bei bildungsnäheren Elternhäusern, die mehr Ressourcen zur gezielten Förderung ihrer Kinder einsetzen können und bei denen ein höherer Bildungsabschluss als Teil der Sicherung des eigenen sozialen Status der Familie angesehen wird. Das führt dazu, dass Kinder aus Akademikerhaushalten im Vergleich zu ihrem Anteil an der altersgleichen Gesamtbevölkerung an den Hochschulen überrepräsentiert sind. Unter den Studienanfängern sind sie doppelt so häufig vertreten, wie ihre Kommilitonen aus Elternhäusern ohne Hochschulausbildung. Betrachtet wurden außerdem die Chancen für den Hochschulzugang von Studienberechtigten mit Migrationshintergrund. Personen mit Migrationshintergrund, die außerdem aus einem nicht-akademisch geprägten Elternhaus stammen, sind an deutschen Hochschulen genauso unterrepräsentiert, wie Personen ohne Migrationshintergrund, die aus einem ebenfalls nicht-akademischen Elternhaus stammen. Besonders auffällig ist allerdings, dass Personen mit Migrationshintergrund aus einer Akademikerfamilie an den Hochschulen noch viel stärker überrepräsentiert sind, als ihre Mitstudierenden ohne Migrationshintergrund. ANZEIGE 3922541-10-1 3928374-10-1 Rund 63.200 Jugendliche haben im Herbst 2016 eine Berufsausbildung in der Pflege begonnen. Spitzenreiter unter ihnen ist mit 24.130 Personen die Gruppe der Azubis, die Altenpfleger werden wollen. Gegenüber dem Jahr 2006 ist die Anzahl der Ausbildungsanfänger im Pflegebereich insgesamt um 43 Prozent gestiegen. Trotz dieser Rekordzahlen warnt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), vor allzu viel Euphorie: „Es ist sehr erfreulich, dass sich von Jahr zu Jahr mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden. Allerdings dürfen wir uns nicht dazu verleiten lassen zu denken, dass damit der Fachkräftemangel in der Altenpflege bald ein Ende hätte.“ Die Altenpflege bleibe der Mangelberuf Nummer 1. Das Statistische Bundesamt spricht von 200.000 fehlenden Kräften im Jahr 2025, für 2030 warnt die Bertelsmann- Stiftung vor 430.000, die Friedrich-Ebert-Stiftung sogar vor einer Lücke von 520.000 Pflegekräften. Deshalb müsse alles unternommen werden, damit der positive Ausbildungstrend anhalte. „Wir müssen die Azubis in der Pflege hegen wie eine seltene Art“, so Bernd Meurer weiter. 3925555-10-1