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Aus- & Weiterbildung | 06/2018

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HERAUSGEBER/VERLAG Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG Brückenstraße 15, 09111 Chemnitz ANZEIGENLEITUNG Tobias Schniggenfittig (verantw.) EDITORIAL Schwierige Berufswahl von Christian Wobst sonderthemen@freiepresse.de Berufsorientierung klingt so einfach und ist doch so schwierig. Denn seien wir ehrlich: Die Tatsache, dass die jungen Leute heute im Gegensatz zu früheren Generationen bei der Ausbildungs- oder Studienplatzsuche eine riesige Auswahl haben, macht ihnen die Entscheidung auch nicht leichter. Wir wollen einen Beitrag zur Orientierung leisten und haben deshalb in dieser Beilage viele interessante Themen aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung zusammengestellt. Wenn Sie so Ihren Traumjob finden, würde uns das natürlich riesig freuen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Beruf des Pharmakanten, von dem Sie vermutlich noch nie gehört haben? VERKAUFSLEITER Torsten Müller, Telefon: 0371 656 10717 Mail: torsten.mueller@ cvd-mdiengruppe.de REDAKTION Christian Wobst, Telefon: 0171 2898247 TITELBILD Boggy/stock.adobe.com ANZEIGEN 3925897-10-1 AUS- & WEITERBILDUNG 3898706-10-1 MINT-Lücke ist auf Rekordhoch Fast 315.000 Arbeitskräfte fehlen – so viele wie noch nie seit 2011 83 Prozent der Fachkräfte in Forschungsabteilungen verfügen über eine MINT-Qualifikation. Foto: StockPhotoPro/stock.adobe.com In Deutschland fehlen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) so viele Arbeitskräfte wie noch nie. Das geht aus dem MINT-Frühjahrsreport 2018 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Vor allem an nicht akademischen Fachkräften mangelt es. Um die Lücke zu verkleinern, sollten mehr Fachkräfte aus dem Ausland gewonnen und mehr Flüchtlinge ausgebildet werden. Für die Innovationsstärke Deutschlands in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaftswelt spielen MINT-Arbeitskräfte eine zentrale Rolle. Von den mehr als 1,34 Millionen Menschen, die 2015 in Forschungsabteilungen arbeiteten, hatten 83 Prozent eine MINT-Qualifikation. Vor diesem Hintergrund sind die Zahlen aus dem MINT- Frühjahresreport des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beunruhigend: Ende April 2018 fehlten in Deutschland fast 315.000 MINT- Arbeitskräfte – das war der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2011. Damit ist die MINT-Lücke nicht nur weiter gewachsen – im Vergleich zum April 2017 um 77.300. Sie hat sich auch strukturell verändert: Fehlten vor einigen Jahren vor allem MINT- Akademiker, mangelt es heute insbesondere an Facharbeitern, Meistern und Technikern. Bei zwei von drei fehlenden Kräften sind diese Qualifikationen aktuell gefragt. Außerdem gibt es thematisch eine Verschiebung in Richtung IT-Sektor. Während im April 2014 rund 16.000 IT-Experten – in der Regel Akademiker – benötigt wurden, sind es heute 39.600, also mehr als doppelt so viele. Die Engpässe in den MINT-Berufen sind groß, sie könnten aber noch um einiges größer sein, wenn die Zahl der ausländischen MINT-Kräfte in den vergangenen Jahren nicht überproportional zugenommen hätte: Seit 2013 haben rund 42.000 Ausländer einen akademischen MINT-Job wie Ingenieur oder Informatiker in Deutschland angenommen. Auch die Zahl der ausländischen MINT-Spezialisten und MINT-Fachkräften hat sich dynamischer entwickelt als die der vergleichbaren deutschen Beschäftigten. Insgesamt waren im April 2018 in Deutschland knapp 600.000 Ausländer in MINT-Berufen beschäftigt. Ausländische Arbeitnehmer können auch in Zukunft dazu beitragen, die Lücke zu verkleinern oder zumindest stabil zu halten. Dazu ist es laut IW wichtig, dass qualifizierte Zuwanderer aus Drittstaaten problemlos nach Deutschland kommen können. Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen ist nach IW-Angaben zwar eine Möglichkeit, die Lücke zu verkleinern – die Lösung aller Probleme ist es aber nicht. Auch die Unternehmen, die Schulen und die Politik müssen versuchen, mehr junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern. Die Arbeitsbedingungen dürften dabei hilfreich sein: MINT-Beschäftigte verdienen im Durchschnitt mehr als ihre gleich qualifizierten Kollegen in anderen Fachrichtungen. Rund 76 Prozent der erwerbstätigen MINT-Akademiker haben im Monat mehr als 2000 Euro auf dem Konto, 20 Prozent sogar über 4000 Euro. Unter den sonstigen Akademikern liegen die Quoten dagegen nur bei 63 beziehungsweise 13 Prozent. Von den MINT-Fachkräften verdienen knapp 40 Prozent monatlich mehr als 2000 Euro netto. Diese Marke überspringen bei den sonstigen Fachkräften lediglich 22 Prozent. Die MINT-Berufe bieten darüber hinaus sehr gute Chancen für einen Bildungsaufstieg. Zwischen 2001 und 2016 gehörten fast 70 Prozent der Ingenieure und 66 Prozent der sonstigen MINT-Akademiker zu den Bildungsaufsteigern: Sie haben ihre Eltern überholt, denn weder Mutter noch Vater hatten einen akademischen Abschluss. STATEMENT ································································· ACHIM DERCKS stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages 22. Juni 2018 Foto: DIHK ································································· Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), mahnt angesichts der aktuellen IW-Studie dazu, dringend umzusteuern. „Der ‚MINT-Frühjahrsreport 2018‘ bestätigt einmal mehr: Die Fachkräftelücke wird immer größer. Besonders stark betroffen sind unsere Maschinenbauer, Medizin- oder Elektrotechnikbetriebe. Das ist ein bedrohlicher Teufelskreis: Wegen fehlender Fachkräfte investieren die Betriebe weniger als möglich in neue Technologien. Dies belastet ihre Produktentwicklung und Produktion und schwächt im Ergebnis die internationale Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen.“ Es wundere daher nicht, dass die Betriebe im Fachkräftemangel das Top-Risiko für künftige Geschäfte sehen. „Wir müssen hier dringend gegensteuern und das Interesse an MINT-Berufen bereits in den Schulen stärken.“ Darüber hinaus könnten auch Fachkräfte aus aller Welt helfen, Engpässe zu reduzieren. „Wir müssen daher im Ausland mehr über Deutschland als attraktiven Arbeits- und Studienort informieren und zugleich gerade kleinere Unternehmen hierzulande bei der Suche nach klugen Köpfen aus anderen Ländern unterstützen.“

AUS- & WEITERBILDUNG 22. Juni 2018 3 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Ausbildungsmarkt befindet sich gravierend im Wandel Auszubildendenmangel, Passungsprobleme und Berufsorientierung sind die aktuellen Themen Das Interesse der Studienberechtigten an einer dualen Berufsausbildung ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Inzwischen verfügen mehr Ausbildungsanfänger über eine Studienberechtigung als über einen Hauptschulabschluss. Ebenfalls nahm die Zahl der Ausbildungsplätze, die Betriebe, Praxen und Verwaltungen nicht besetzen können, zu; mit nunmehr 48.900 hat sie sich seit 2009 (17.600) fast verdreifacht. Dies sind Ergebnisse aus dem Datenreport 2018 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).. Der BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht feiert mit seiner ANZEIGE 3925553-10-1 10. Ausgabe ein Jubiläum. „Angesichts des immer schnelleren Wandels in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ist seine jährliche Analyse samt langfristiger Beobachtungen und Zeitreihen wichtiger denn je“, so BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. Tatsächlich zeigt ein Blick in die ersten Ausgaben des Reports, dass sich in nur wenigen Jahren die bildungspolitischen Herausforderungen gravierend verändert haben. Dominierten Ende des letzten Jahrzehnts noch Ausbildungsplatzmangel, fehlende Ausbildungsreife und Einmündung in den Übergangsbereich die Berichterstattung im Datenreport, sind es heute die Themen Auszubildendenmangel, Passungsprobleme und Berufsorientierung. Dementsprechend bietet das Schwerpunktthema des diesjährigen Reports Beiträge unter anderem zur institutionellen Gestaltung von Berufsorientierung, zum Berufswahlverhalten Jugendlicher sowie zu den Aspekten, die eine „gute“ Berufsorientierung ausmachen. Denn ohne ihre Stärkung und ohne eine stärkere Hinwendung von Jugendlichen mit höheren Schulabschlüssen zum Spektrum von derzeit 326 Ausbildungsberufen lassen sich die zunehmenden Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt kaum lösen. Insbesondere Ausbildungsstellen in typischen Hauptschüler-Berufen sind von Besetzungsproblemen betroffen, zumal sich Bewerber mit höheren Schulabschlüssen immer noch schwertun, bei erfolgloser Suche im Wunschberuf auch auf diese Stellen zuzugehen. Deshalb sind immer mehr Studienberechtigte unter den erfolglosen Bewerbern, so die Analysen. Mit Umschulung zum Ausbildungsziel Akademie bildet Rechtsanwaltsfachangestellte aus Die Akademie für berufliche Ausund Weiterbildung Schweiger & Schmitt GmbH bietet an ihrem Standort in Plauen Arbeitsuchenden und Rehabilitanden die Möglichkeit, den Abschluss als Rechtsanwaltsfachangestellte auf dem Weg der Umschulung zu erlangen. Ein Unterschied zur Erstausbildung besteht in der Verkürzung der Ausbildungszeit auf zwei Jahre. „Dennoch werden an den vorgegebenen theoretischen Wissensinhalten keine Abstriche gemacht“, betont Birgit Dohrenwendt, Leiterin des Bildungszentrums Plauen. Für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte stehen zwölf Monate Unterricht mit je 40 Wochenstunden zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch ein sehr umfangreiches Praktikum, das sich ebenfalls über ein komplettes Jahr erstreckt und von den Umschülern in einer Rechtsanwaltskanzlei ihrer Wahl absolviert wird. „Dieser Maßnahmebestandteil trägt dazu bei, die erworbenen Kenntnisse zu festigen und zu vertiefen und ihre praktische Anwendbarkeit zu gewährleisten“, so Birgit Dohrenwendt weiter. Außerdem würden durch die lange Verweildauer in einer Kanzlei sehr gute Voraussetzungen für einen nahtlosen Übergang in ein Beschäftigungsverhältnis geschaffen, wofür die Chancen aktuell aufgrund des hohen Bedarfs bei nahezu 100 Prozent lägen. Die Tätigkeiten, die Rechtsanwaltsfachangestellte erwarten, sind sehr vielfältig. Als „rechte Hand“ eines oder mehrerer Rechtsanwälte sind sie vorwiegend für Verwaltungstätigkeiten und rechtliche Dienstleistungen zuständig. Sie erstellen Schriftsätze, legen Akten an und pflegen diese, koordinieren Mandanten- und Gerichtstermine, berechnen Fristen und Gebühren und erledigen buchhalterische Aufgaben. Gleichzeitig spielt die umfassende Betreuung der Mandanten eine große Rolle. Häufig sind Rechtsanwaltsfachangestellte deren erster Ansprechpartner und werden mit zahlreichen sehr persönlichen Details konfrontiert. „Deshalb sollten sie neben fundierten fachlichen Kenntnissen auch über eine hohe soziale Kompetenz verfügen“, betont Birgit Dohrenwendt. KONTAKT Akademie für berufliche Aus- und Weiterbildung Schweiger & Schmitt GmbH Morgenbergstraße 19 08525 Plauen Telefon: 03741 7003 - 16 plauen@schweiger-schmitt.de –www.schweiger-schmitt.de ANZEIGE 3927360-10-1