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Aus- & Weiterbildung | 06/2018

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8 AUS- & WEITERBILDUNG

8 AUS- & WEITERBILDUNG Weiterbilden, um Schritt zu halten Gestiegene Anforderungen am Arbeitsmarkt sorgen laut Studie für Nutzung von Qualifizierungsangeboten 22. Juni 2018 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Der Arbeitsmarkt verändert sich zunehmend, weshalb sich Erwerbstätige immer wieder weiterbilden müssen, um Schritt zu halten. Während lange Zeit vor allem Beschäftigte mit Berufsabschluss an Weiterbildungen teilnahmen, steigt nun auch die Beteiligung Geringqualifizierter an Schulungen kontinuierlich an. Seit 1979 hat sich der Anteil der Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss, die sich weiterbilden, mehr als verdreifacht. Die Weiterbildungsbeteiligung der Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss liegt inzwischen bei rund 40 Prozent. Unter Erwerbstätigen mit Abschluss ist der Anteil mit gut 56 Prozent jedoch weiterhin höher. Von den Akademikern bilden sich sogar rund 75 Prozent weiter. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Geringqualifizierte üben heute in stärkerem Maße einfache Tätigkeiten aus. Eigentlich wäre zu vermuten, dass der technische Fortschritt mit komplexeren Tätigkeiten einhergeht. Das ist bei Geringqualifizierten aber nicht der Fall. Trotzdem steigt deren Weiterbildungsbeteiligung überproportional. Das gilt auch für jene Geringqualifizierten, die viel Einfacharbeit verrichten: Inzwischen nehmen 22 Prozent von ihnen an Weiterbildungen teil. Solche mit wenig Einfacharbeit bilden sich jedoch zweieinhalb mal so häufig weiter (rund 55 Prozent). Um den Einfacharbeitern zukünftig mehr Fortbildungen zu ermöglichen, ist laut IW vor allem die Politik gefordert: unter anderem, indem sie Unternehmen finanziell unterstützt oder Erwerbstätige in Form von Gutscheinen, mit denen Verdienstausfälle während Schulungen aufgefangen werden könnten. Zudem sollte verstärkt auf den Immer mehr Arbeitnehmer bilden sich weiter. Foto: Woodapple/stock.adobe.com 3926735-10-1 ANZEIGE Ausbau der Grundkenntnisse dieser Erwerbstätigen und den Erwerb von Teilqualifikationen gesetzt werden, um auch Bildungsfernen die Teilnahme an Weiterbildung zu erleichtern. Bislang noch nicht erfasst ist der Flüchtlingszustrom. „Erst in den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob sich dadurch die Beschäftigungsstruktur von Geringqualifizierten nennenswert verändern wird“, sagt IW-Weiterbildungsexpertin Susanne Seyda. Vom maschinellen Lernen bis Big Data Masterstudiengang „Data Science“ neu an der TU 3927625-10-1 3925234-10-1 Die Fakultäten für Mathematik und für Informatik der Technischen Universität Chemnitz bietet ab dem Wintersemester 2018/19 einen gemeinsamen Masterstudiengang „Data Science“ an. Neben Bachelor-Absolventen in Mathematik steht der Studiengang auch Bewerbern mit berufsqualifizierendem Abschluss in Informatik, Elektrotechnik und Physik offen, bei anderen Bewerbern entscheidet der Prüfungsausschuss. Hinter Schlagwörtern wie maschinellem Lernen, Data Mining oder Analytics stehen Methoden aus Mathematik und Informatik, die unter der wachsenden Wissenschaftsdisziplin „Data Science“ zusammengefasst werden. Deren Ziel ist es, aus großen, oft unstrukturierten Datenbeständen zu Informationen und Erkenntnissen zu gelangen, kurz: algorithmisch zu lernen. Data Science ist dabei, das Leben nachhaltig zu verändern. Nicht zu Unrecht spricht man von einer neuen digitalen Revolution, die einen grundsätzlichen Wandel durch einen derzeit noch kaum vorstellbar erweiterten Einsatz von Rechentechnik und Maschinen in allen Bereichen menschlichen Handelns einläutet. Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Systeme erreichen derzeit bei kognitiven Leistungen wie dem Erkennen und Interpretieren von Bildern, Verständnis und Übersetzen natürlicher Sprache bis hin zum Führen eines Fahrzeugs menschliches Leistungsvermögen und übertreffen dieses stellenweise schon. Ebenso führen das automatisierte Erheben von immer mehr Daten und die technische Möglichkeiten, diese in nie dagewesenem Umfang zu speichern und zu verarbeiten, zu neuen Möglichkeiten in Technik, Wissenschaft, Medizin sowie Handel und Dienstleistungen. Neben Techniken der Informatik wie Programmieren, Softwaretechnik, Datenbanken sowie verteilten Rechen- und Speichersystemen liegen die mathematischen Grundlagen von Data Science in der Statistik, der Optimierung, inversen Problemen, der Numerik und dem wissenschaftlichen Rechnen.

AUS- & WEITERBILDUNG 22. Juni 2018 9 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE ANZEIGEN Als Florist ist Jürgen Herold weltweit unterwegs und bildet regelmäßig Floristen weiter. Foto: Marion Hunger-Doll/BMBF Florist ist Designer, Referent und Bühnenstar Beruf beinhaltet weit mehr als Blumenbinden „Als Florist kann man sich wunderbar entfalten“, sagt Jürgen Herold. Dabei kam er eher zufällig zur Floristik. „Wer weiß mit 16 Jahren wirklich genau, was er werden will? Mir war zumindest klar, dass es keine reine Theorie sein soll, kein Büro. Ich wollte etwas mit den Händen machen. Heute bin ich Florist und kann mir nichts Besseres vorstellen“, so Herold. Sein Arbeitsleben beinhaltet mehr, als viele ahnen: Herold steht zwar auch im Blumenladen, wo er Blumensträuße bindet und seine Kundschaft berät. Darüber hinaus ist er Designer, Referent und Bühnenstar. 2017 war er als einziger Deutscher in Nagasaki vertreten, um bei der Japan Flower Show die Herzen von Publikum und Fachjury zu erobern. Floristen aus 20 Nationen gestalten bei diesem Wettbewerb Räume und Tischschmuck für ein Museum. Für Herold war es nicht der erste internationale Wettbewerb. Nachdem er 2012 Deutscher Meister der Floristen wurde, nahm er 2015 am Weltcup der Floristen teil. Jürgen Herolds Karriere begann ganz solide mit einer dreijährigen Floristik-Ausbildung. Sein Ausbildungsleiter nahm ihn mit zu internationalen Messen und Wettbewerben, Herold machte interessante Bekanntschaften und gewöhnte sich an, „über den Tellerrand zu schauen“, wie er es nennt. Heute steht Herold selbst auf der Bühne und präsentiert seine Blumenkunst. Durch seine Teilnahme am Weltcup kam er an einen Lehrauftrag in Peking. Seit zwei Jahren gibt er dort Grundlagenseminare und Fortgeschrittenenkurse in deutscher Floristik. „Dafür hat es sehr geholfen, dass man in den drei Jahren Ausbildung in Deutschland klare, stringente Regeln mitkriegt.“ Er lehrt die Chinesen zum Beispiel, dass es besser ist, Blumen mit dem Messer, statt wie in China üblich, mit der Schere anzuschneiden. Denn so bleiben sie länger haltbar, weil es die Kapillaren weniger schädigt. Herolds Schüler müssen aber auch Werkstücke wie Rosenbögen und Hochzeitsschmuck erstellen. So ist er auch ein Botschafter für die duale Ausbildung in Deutschland: „Es ist natürlich schwierig, in 14 Tagen zu vermitteln, was man hier in drei Jahren lernt, aber ich versuche, möglichst viel weiterzugeben.“ SERVICE Über die Möglichkeiten und Perspektiven der beruflichen Bildung informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ –www.praktisch-unschlagbar.de 3928535-10-1 3928739-10-1 3900455-10-1