Aufrufe
vor 2 Wochen

Aus- und Weiterbildung | 10/2018

  • Text
  • Weiterbildung
  • Unternehmen
  • Sonderausgabe
  • Oktober
  • Sachsen
  • Deutschland
  • Mitarbeiter
  • Chemnitz
  • Ausbildung
  • Auszubildende

2 AUS- & WEITERBILDUNG

2 AUS- & WEITERBILDUNG Ausbildungsjahr startete mit 25 modernisierten Berufen Tempo der Anpassung nimmt wegen Digitalisierung zu – Zukünftig werden höher qualifizierte Fachkräfte benötigt 26. Oktober 2018 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zerspanungsmechaniker: Mit 25 neu geordneten Berufen – darunter auch der ganz neue Ausbildungsberuf „Kaufmann im E-Commerce“ – hat am 1. August offiziell das neue Ausbildungsjahr begonnen. Es starteten wieder mehrere hunderttausend Jugendliche und junge Erwachsene mit einem neuen Ausbildungsvertrag in der Tasche ihre Karriere in der beruflichen Bildung. „Ein modernes und leistungsfähiges Berufsbildungssystem lebt von der Qualität und Aktualität seiner Ausbildungsordnungen. Durch die technologische Entwicklung und Digitalisierung der Arbeitswelt hat das Tempo der Anpassung deutlich zugenommen“, betont der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser. „Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses ist zentral für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Zukünftig werden im Besonderen höher qualifizierte Fachkräfte benötigt. Das BIBB wird sich weiterhin dafür einsetzen, die berufliche Bildung im Wettbewerb mit den Fachhochschulen und Universitäten um leistungswillige Nachwuchskräfte zu stärken, um alle Fachkräftepotenziale in Deutschland zu erschließen.“ Insgesamt können Jugendliche und junge Erwachsene aktuell aus einer Gesamtzahl von 326 anerkannten dualen Ausbildungsberufen auswählen. Wie anpassungsund wandlungsfähig die duale Berufsausbildung in Deutschland ist, verdeutlicht die Tatsache, dass das BIBB mit den zuständigen Bundesministerien, den Sozialpartnern und den Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis seit 2008 insgesamt 138 Ausbildungsordnungen überarbeitet und an die aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepasst hat. In den zwölf im vergangenen Jahr modernisierten Ausbildungsberufen wurden 2017 insgesamt rund Die Anfertigung von Maßschuhen ist die Königsdisziplin im Schuhmacherhandwerk. Die Ausbildungsordnung wurde an Veränderungen und Entwicklungen in den Betrieben angepasst. Foto: ZDS/Fröhlich 55.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Zurzeit arbeitet das BIBB bereits an der Modernisierung weiterer Ausbildungsberufe, SERVICE Zum 1. August traten die folgenden neuen und modernisierten Ausbildungsordnungen in Kraft: - Behälter- und Apparatebauer - Chemikant - Edelsteinschleifer - Fachinformatiker - Flachglastechnologe - Informatikkaufmann - Informations- und Telekommunikationssystem-Kaufmann - Kaufmann im E-Commerce - Maßschuhmacher - Mechatroniker - Prüftechnologe Keramik - Steinmetz und -bildhauer - Verfahrenstechnologe Metall sowie elf Elektro- und Metallberufe (siege dazu Seite 12 dieser Sonderausgabe). darunter Orgelbauer, Maler und Lackierer und Packmitteltechnologe. ANZEIGE 3956190-10-1

AUS- & WEITERBILDUNG 26. Oktober 2018 3 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Massiver Bedarf an Technologiespezialisten Studie: Bis 2023 werden 700.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt – Weiterbildung für mehr als 2,4 Millionen Erwerbstätige nötig Durch Digitalisierung und Automatisierung ergeben sich für die Arbeitswelt in fünf Jahren zwei große Herausforderungen: Bis zum Jahr 2023 werden bis zu 700.000 Technologiespezialisten benötigt. Mehr als 2,4 Millionen Erwerbstätige werden sich weiterbilden müssen, um ihre Kompetenzen in digitalem Lernen, vernetzter Teamarbeit oder unternehmerischem Agieren auszubauen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie von Stifterverband und McKinsey & Company mit dem Titel „Future Skills: Welche Kompetenzen in Deutschland fehlen“. Für die Studie wurden mehr als 600 Großkonzerne, mittlere und kleine Unternehmen sowie Start-ups befragt. Nach Einschätzung der befragten Unternehmen werden die 700.000 zusätzlichen Technologiespezialisten in allen Branchen und Industriezweigen gebraucht. Besonders groß ist der Bedarf an Experten zum Thema komplexe Datenanalyse (455.000). Außerdem benötigen die Unternehmen absehbar bis zu 80.000 nutzerorientierte Designer, jeweils rund 66.000 Web-Entwickler und Experten für Konzeption und Administration vernetzter IT- Systeme sowie 27.000 Smart- Hardware- und Robotik-Entwickler. Größter Weiterbildungsbedarf beim digitalen Lernen Neben der Nachfrage nach neuen Mitarbeitern steigt aber auch die Notwendigkeit von Weiterbildung: Auch digitale und nicht-digitale Schlüsselqualifikationen für Mitarbeiter aller Branchen werden immer wichtiger. Die Fähigkeit zur Kollaboration wird von fast allen Mitarbeitern gefordert. Der größte Weiterbildungsbedarf besteht der Umfrage zufolge aber beim digitalen Lernen, der Fähigkeit der Mitarbeiter, sich immer wieder Wissen anzueignen und fortzubilden insbesondere auch bei und durch die eigene Nutzung digitaler Medien. „Die Studie zeigt, dass Deutschland Digitalexperten in großem Ausmaß fehlen und so das Innovationspotenzial unseres Landes bedroht ist. Aber auch die nicht-technische Belegschaft benötigt neue digitale Schlüsselqualifikationen“, so Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. „Der kompetente Umgang mit digitalen Technologien wird die zentrale Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ McKinsey-Seniorpartner Jürgen Schröder rät, die sich immer wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes kontinuierlich zu analysieren: „Nur so können Unternehmen und private Weiterbildungsanbieter neue Angebote entwickeln oder bestehende Inhalte und Formate anpassen. Langfristig sollte das Thema Weiterbildung viel stärker im Bildungssystem verankert sein. Hochschulen und Berufsbildung sollten ihre Angebote viel stärker an den künftig benötigten Fähigkeiten orientieren.“ 455.000 Experten zum Thema komplexe Datenanalyse werden bis 2023 benötigt. Foto: NicoElNino/stock.adobe.com ANZEIGE 3956208-10-1