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Bauen & Wohnen | 07/2017

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12 So geht richtiges

12 So geht richtiges Lüften Wenn es in Wohnung müffelt Frische Luft ist wichtig für die Gesundheit – sowohl für die der eigenen vier Wände als auch für die der Bewohner. Sie schützt vor Schimmel, sorgt für erholsamen Schlaf und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. „Ob per Hand, nutzerunabhängig oder automatisiert kann frei gewählt werden: Hauptsache, die feuchte Luft wird ausgetauscht. Wie komfortabel, entscheidet der Bauherr oder Modernisierer individuell“, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster und Fassade (VFF). Beim Lüften per Hand gilt: Kurzes Stoßlüften mit auf gegenüber liegenden Seiten oder auf verschiedenen Stockwerken befindlichen, weit geöffneten Fenstern ist besser, als gekippte Fenster. „So wird die Luft rasch ausgetauscht und die Räume kühlen zumindest in der kalten Jahreszeit nicht so sehr aus“, so Tschorn. Komfortabler ist die nutzerunabhängige Lüftung. Dazu zählen Fensterfalzlüfter. Sie sitzen verdeckt innerhalb der Fenster und sind mit Klappen versehen, die bei starkem Wind schließen und Durchzug verhindern. Noch besser funktioniert dabei die Kombination mit einem sensorgesteuerten Abluftventilator in Bad und WC. Dieser saugt die verbrauchte Luft nach draußen und über die Fensterfalzlüfter kommt frische Luft in die Wohnung. Noch komfortabler sind ventilatorbetriebene Lüfter für Zuund Abluft mit Wärmerückgewinnung. Sie sorgen für frische Luft und die kalte Zuluft wird durch die warme Abluft erwärmt. Diese Lüfterart kann über, unter oder seitlich am Fenster und im Fensterprofil angebracht sein. Außerdem erhältlich sind Lösungen, die in den Fensterrahmen integriert sind. Nutzerunabhängige Lüftung. Foto: VFF/HAUTAU Möbel im Kinderzimmer verrichten Höchstleistung Tipp: Haus erst planen, dann bauen lassen Verband Privater Bauherren beobachtet Trend zu Verknüpfung von Planungs- und Bauleistungen Viele Bauherren schließen heute Hausbau-Verträge über 500.000 Euro oder mehr ab, ohne zu wissen, ob das Haus, das sie kaufen, auf ihrem Grundstück überhaupt gebaut werden darf. Diesen Trend beobachtet Gerhard Schoberth, Bausachverständiger beim Verband Privater Bauherren (VPB). „Ein Problem ist dabei die untrennbare Verknüpfung von Planungsund Bauleistungen vom gleichen Anbieter.“Jedes Haus muss für das betreffende Baugrundstück genehmigt werden. Der Bebauungsplan regelt Größen, Höhen, Abstände und Lage des Baukörpers auf dem Areal. Plant ein freier Architekt das Haus, beginnt er deshalb auch stets mit der Grundlagenermittlung und klärt, was auf dem Terrain rechtlich und bautechnisch möglich ist. Weil heute aber neun von zehn Bauherren nicht mehr mit dem eigenen Architekten bauen, sondern sich für ein Schlüsselfertigobjekt entscheiden, kennen sie das Prozedere nicht. Sie zäumen BAUEN & WOHNEN vielmehr das Pferd von hinten auf und suchen sich zunächst ein Haus im Katalog oder Internet und lassen es dann erst fürs Grundstück anpassen. Diese Anpassung erledigen etwa Planungsbüros, die die Schlüsselfertigfirmen den Bauherren vermitteln. Gerhard Schoberth rät Bauherren von solchen Verquickungen ab. „Die Schlüsselfertig-Anbieter passen das Haus nur vermeintlich an das Grundstück an, um ihre Gesamtleistung kalkulieren zu können. Eine genehmigungsfähige Planung ist das aber noch lange nicht. Die genaue Planung für das Grundstück übernehmen die Firmen in der Regel erst dann, wenn die Bauherren sich vertraglich verpflichtet haben, auch das Haus zu kaufen.“ Eine Zwickmühle, vor allem, wenn sich erst später während der eigentlichen Planungsphase herausstellt, dass das Haus gar nicht wie vorgesehen gebaut werden kann, etwa, weil der Bebauungsplan etwas anderes vorgibt, Kinder wohnen besonders intensiv. Die meiste Zeit verbringen sie im Kinderzimmer, wo sie die Einrichtung schon in jungen Jahren auf eine harte Probe stellen: Sie toben und krabbeln umher, klettern auf Stühle, Tische und Schränke und lassen sich schließlich erschöpft aufs Bett fallen, nur um kurz darauf dessen Eignung als Trampolin in Erfahrung zu bringen. „Um sicherzustellen, dass Kinderzimmermöbel langfristig all diesen und auch weiteren Beanspruchungen standhalten, müssen sie vorab strenge Prüfverfahren unter Laborbedingungen durchlaufen“, sagt Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Auch die Gesundheit belastende Inhaltsstoffe müssten ausgeschlossen werden. Mit dem RAL-Gütesiegel „Goldenes M“ verfügt die DGM über eine Qualitätsgrundlage, auf die sich Eltern und Kinder verlassen können. Mehr als 115 deutsche und europäische Unternehmen der Möbelbranche haben sich zur Einhaltung der Güte- und Prüfbestimmungen für das „Goldene M“ verpflichtet. Endverbraucher erkennen deren Produkte an einem Aufkleber oder Anhänger mit dem markanten Gütezeichen. Über das „Goldene M“ hinaus sollten die Eltern im Möbelhandel auch auf ein zeitloses oder zumindest zeitgemäßes Design der Kinderzimmereinrichtung achten. „Nur dann fühlt sich der Nachwuchs bis zum Teenageralter in seinem Spiel- und Wohnparadies wohl“, weiß Winning. Foto: DGM/Paidi 7. Juli 2017 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Kein Hausverbot für Briefträger Post muss zugestellt werden Auch wenn man auf Rechnungen verzichten würde: Experten der Arag-Versicherung weisen darauf hin, dass es nicht möglich ist, einem Postboten den Zutritt zum Grundstück zu verwehren, um unangenehme Nachrichten nicht zu erhalten. Ein lizensiertes Postunternehmen ist durch das Postgesetz sogar verpflichtet, amtliche Post zuzustellen. In einem konkreten Fall erteilte ein Grundstückseigentümer der Zustellerin Hausverbot. Nachdem dies durch die Postbotin ignoriert wurde, forderte er von dem Zustellunternehmen eine Unterlassungserklärung. Als auch dies ignoriert wurde, verklagte er das Unternehmen. Er sah sein Eigentumsrecht verletzt. Laut Arag kann eine Briefzustellung das Eigentum aber nicht beeinträchtigen. Daher verdient der Wunsch, keine Post erhalten zu wollen, keinen gerichtlichen Schutz. Die Pflicht des Postunternehmens hingegen muss geschützt werden. Daher war die Klage auch unwirksam (Landgericht Köln, Az.: 9 S 123/13). das Grundstück ungünstig geschnitten ist oder die Bodenverhältnisse eine kompliziertere Gründung erfordern als gedacht. „Das neue Haus wird mit den dann nötigen Umplanungen für die meisten Bauherren unrentabel. Auch eine freie Kündigung des gesamten Bauvertrags wird immer ein teurer Spaß!“ Gerhard Schoberth rät deshalb Bauherren dazu, entweder zuerst nur einen vom eigentlichen Bauvertrag getrennten Planungsvertrag mit dem Schlüsselfertiganbieter zu vereinbaren oder die Planungen von vornherein von einem freien Architekturbüro machen zu lassen und sich dann mit der bereits vom Bauamt genehmigten Hausplanung auf dem freien Markt eine Baufirma zu suchen, die das Objekt realisiert. „Nur, wer selbst plant, der bekommt auch ein Haus, das zu seinen Bedürfnissen passt.“ Wenn so viel für die individuelle Planung spricht, warum gehen dann nur wenige Bauherren diesen Weg? Das hat verschiedene Gründe: Die Bauherren müssen dazu ein eigenes Baugrundstück an der Hand haben – nicht nur in Ballungsgebieten eine Schwierigkeit! Daneben kennt Herbert Oberhagemann, Leiter des Hamburger VPB- Büros, noch zwei Erklärungen: „Viele wissen gar nicht, dass sie sich die Genehmigungsplanung von einem freien Architekten machen lassen können. Und sie werden mit günstigen Konditionen geködert.“ Baufirmen bieten die Planung oft billiger an, als die freien Architekturbüros. Dafür fehlen dann aber erfahrungsgemäß Details, die Architekten mitliefern, und die Bauherren bei den Schlüsselfertig-Offerten später noch nachzahlen müssen. Die VPB-Sachverständigen ermutigen ihre Bauherren zum Aufsplitten des Hausbaus in mehrere voneinander unabhängige Tranchen: Erst mit dem freien Architekten das Haus planen und genehmigen lassen. Dann eine Firma suchen, die die Pläne umsetzt.

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