Aufrufe
vor 2 Monaten

Bauen & Wohnen | 09/2017

  • Text
  • Bauen
  • Wohnen
  • Haus
  • September
  • Fliesen
  • Fenster
  • Moderne
  • Chemnitzer
  • Unternehmen
  • Herbst

12

12 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG In ganz Sachsen kommt elektronische Grundbuchakte Umstellung bis Herbst 2018 abgeschlossen Zum 1. Oktober hält die elektronische Grundbuchakte im Grundbuchamt Auerbach/Vogtland Einzug. Am 1. Dezember folgt dann schließlich auch Freiberg. Darüber informierte jetzt das sächsische Justizministerium. Nach dem erfolgreichen Pilotbetrieb bei den Grundbuchämtern in Dresden und Leipzig soll die elektronische Grundbuchakte bis Herbst kommenden Jahres in allen 25 sächsischen Grundbuchämtern Einzug halten. Notare können dann per Mausklick etwa Grundstückskaufverträge an das Grundbuchamt übermitteln. Grundbucheintragungen werden so noch schneller. „Bereits seit 2012 kann man mit sämtlichen sächsischen Gerichten elektronisch kommunizieren. Nun folgen auch die Grundbuchämter, die gleichzeitig mit der vollelektronischen Bearbeitung der Akten starten. Alle eingehenden Anträge werden digitalisiert und nur noch in elektronischer Form aufbewahrt“, sagte Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow. Der Präsident der Notarkammer Sachsen, Dr. Joachim Püls, ergänzt: „Mit der landesweiten Einführung der elektronischen Grundakte gehen Justiz und Notare einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft des Grundbuchs. Digitale Datenübertragung, Einsparungen von Steuergeldern durch den Einsatz moderner Technik und die Möglichkeiten unkomplizierter Auskunftserteilungen bieten dem Bürger im Ergebnis viele Vorteile. Und dabei bleibt das Grundbuch auch in Zukunft, was es schon immer war: ein Garant der Rechtssicherheit!“ Neben Dresden und Leipzig wurden unter anderem auch die Grundbuchämter in Chemnitz, Hohenstein-Ernstthal und Stollberg auf die elektronische Grundbuchakte umgestellt. Ab dem jeweiligen Starttermin dürfen Notare Anträge auf Eintragungen in das Grundbuch nur noch in elektronischer Form über das „Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP)“ einreichen. Anträge von Bürgern hingegen nehmen die Grundbuchämter auch weiterhin in Papier entgegen. Die Papierunterlagen werden gescannt und gelangen auf diesem Weg ebenfalls als elektronische Datei zu den Akten. Die sächsischen Notare verfügen bereits seit 2007 über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit dem EGVP. Seitdem ist die elektronische Antragstellung etwa beim Vereins- oder Handelsregister gesetzlich vorgeschrieben. BAUEN & WOHNEN 3857689-10-1 3858255-10-1 Immobilie ohne Trauschein – Vorsicht Falle(n)! Das sollten unverheiratete Paare beim Hauskauf unbedingt beachten Der Bund der Ehe ist für viele Paare kein Thema. Der gemeinsame Erwerb einer Immobilie dagegen schon. Welche Auswirkungen der fehlende Trauschein hierbei haben kann, ist vielen jedoch nicht bewusst. „Im Gegensatz zu Eheleuten ist der gemeinsame Vermögensaufbau bei unverheirateten Paaren gesetzlich nicht geregelt. Damit fehlt es aber auch an Regeln für den Fall der Trennung oder den Tod. Das kann schnell unerwünschte Folgen haben“, sagt Manuel Kahlisch, Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen. Er weiß, an welche Punkte beim Erwerb der Immobilie unter anderem zu denken ist. Eigentum – Meine, Deine, Unsere? Wer Eigentümer einer Immobilie ist, ergibt sich aus dem Grundbuch. „Sind beide Partner zu gleichen Teilen eingetragen, gehört das Objekt beiden zur Hälfte. Welchen Betrag jeder für den Erwerb beigesteuert hat, ist unerheblich“, sagt Manuel Kahlisch. Im Trennungsfall kann dann leicht Streit bei der Frage nach dem gegenseitigen Ausgleich aufkommen. Der oft vorgeschlagene Erwerb als Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist aber wegen der damit verbundenen Besonderheiten des Gesellschaftsrechts auch nicht immer ratsam. Damit der Traum vom eigenen Haus für unverheiratete Paare nicht zum Albtraum wird, gilt es einiges zu beachten. Die Notare in Sachsen helfen bei Fragen zum Immobilienerwerb weiter. Foto: luxorphoto/fotolia Das Darlehen und die Haftung Wird der Erwerb durch ein Darlehen finanziert, haften hierfür beide Partner in der Regel als Gesamtschuldner. Die Bank kann daher jeden allein auf die gesamte Summe in Anspruch nehmen; zur Not auch im Wege der Zwangsvollstreckung. „Einen etwaigen Ausgleich müssen die Partner untereinander klären“, macht der Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen deutlich. Obacht heißt es auch beim Thema Steuern Gerade bei unterschiedlichen Tilgungsanteilen droht Ärger mit dem Finanzamt. Bei hälftigem Eigentum 3862134-10-1 3858899-10-1 ······································································· MANUEL KAHLISCH Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen Foto: Notarkammer Sachsen ······································································· muss jeder auch die Hälfte des Kaufpreises tilgen. Zahlt ein Partner mehr, spart der andere einen Teil. Dies wird vom Finanzamt als Schenkung ausgelegt und entsprechend der Schenkungsteuer unterworfen. Aufgrund der geringen Freibeträge in der nichtehelichen Lebensgemeinschaft kann dies – anders als in einer Ehe – zu einer hohen Steuerlast führen. Das ist im Erbfall zu beachten 29. September 2017 Das Gesetz sieht die unehelichen Partner nicht als Erben vor. Ohne Testament erben daher die jeweiligen Kinder, Eltern oder sonstige Angehörige den Anteil an der Immobilie. Diese dürfen dann über die weitere Nutzung und damit auch den Verbleib des überlebenden Partners in der Immobilie mitentscheiden. Eine gegenseitige Erbeneinsetzung in einem Testament kann helfen, will aber ebenso gut überlegt sein. „Steuerlich gelten unverheiratete Partner als Fremde und können sich daher erbschaftssteuerfrei nur Vermögenswerte bis 20.000 Euro zu wenden. Ist der zu vererbende Immobilienanteil mehr wert, wird für diesen Teil Erbschaftssteuer von mindestens 30 Prozent fällig“, macht Manuel Kahlisch abschließend deutlich.

3852833-10-1