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Familie | 06/2019

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Lesen & Lernen

Lesen & Lernen Jugendliche nutzen YouTube als Bildungs- und Kulturort Studie belegt hohe Bedeutung audiovisueller Lernformen für kulturelle Aktivitäten und beim Lernen für die Schule Audiovisuelles Lernen in Form von Webvideos ist für Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren von großer Bedeutung und ganz normaler Teil ihres Alltags. Die Video-Plattform YouTube ist mit einer Nutzung von 86 Prozent der befragten Schüler und Berufsschüler eines ihrer digitalen Leitmedien. Fast die Hälfte der YouTube nutzenden Schüler ziehen dort selbstständig Erklärvideos für das schulische Lernen heran. Für viele der Befragten sind die Clips in hohem Maße anregend, selbst künstlerisch aktiv zu werden. Ein Großteil der Jugendlichen ist sich auch der Vorteile von Unterricht gegenüber Webvideos sehr bewusst, zum Beispiel, dort Nachfragen stellen zu können. Ein Großteil der befragten YouTube-Nutzer wünscht sich im Unterricht eine kritische Auseinandersetzung mit YouTube-Videos und der Plattform. Das sind die zentralen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Jugend/ YouTube/ Kulturelle Bildung. Horizont 2019“ mit deutschlandweit 818 Befragten, die das unabhängige Expertengremium Rat für Kulturelle Bildung ausgewertet hat. Die klassische Bildungskonstellation von Lehren, Lernen und Wissen ändert sich durch die Digitalisierung grundlegend, wie die Studie am Beispiel der Nutzung von YouTube durch Jugendliche zeigt. Selbstständige, informelle Praktiken des Lernens gewinnen an Bedeutung. Tutorials und Erklärvideos, die man sich überall und jederzeit beliebig oft ansehen kann, kommen offenbar den Erwartungen von Jugendlichen von eigenen Lernrhythmen und Lernzeiten entgegen. YouTube ist nicht primär als Bildungsmedium eingerichtet, hat aber, wie die Studie belegt, eine unerwartet hohe Bedeutung für den Bildungsbereich gewonnen. „Eine wichtige Schlussfolgerung aus der Studie ist, dass man dieses Medium nicht ignorieren darf. YouTube ist primär kein pädagogisches Medium, aber es ist tatsächlich inzwischen ein weiteres, wichtiges Lern- und Bildungsmedium, das die Bildungslandschaft im Ganzen berührt und verändert. Es ändern sich die Übungsformen der Schüler und damit auch die Voraussetzungen von Unterricht insgesamt. Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden“, sagt Prof. Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertenrates. ◗ Obwohl ursprünglich nicht dafür gedacht, mausert sich Youtube immer mehr zum Lernmedium. Foto: iStockphoto.com / © demaerre - 38 -

Gesundheit & Wohlfühlen 2019 könnte Rekordjahr für Zecken werden Deutsches Rotes Kreuz warnt vor Gefahren Mit den wärmeren Temperaturen werden auch Zecken in Wäldern und auf Wiesen aktiv. Sie können gefährliche Infektionskrankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen. „2018 wurden laut Robert-Koch-Institut 583 Fälle von FSME gemeldet. Mit dieser hohen Zahl an Krankheitsfällen ist auch dieses Jahr zu rechnen. 2019 könnte ein Rekordjahr werden“, warnt der Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes, Prof. Dr. Peter Sefrin. Er gibt folgende Tipps, um sich vor Krankheiten zu schützen: Vorsorge: Zecken haben sich inzwischen in ganz Deutschland ausgebreitet. Besonders groß ist das FSME-Risiko in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und Thüringen. Sie leben in hohem Gras, in Büschen und im Unterholz. Die Zeckensaison dauert etwa von April bis Oktober. Weil der vergangene Sommer sehr warm und der Winter mild war, dürfte es dieses Jahr besonders viele Zecken geben. Spaziergänger sollten lange Hosen mit geschlossenem Schuhwerk tragen, sowie ein langes Oberteil. Zeckensprays wirken nur ein bis zwei Stunden. Gründliche Kontrolle: Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper gründlich absuchen – vor allem Hautfalten, Achselhöhlen, Kniekehlen, Bauchnabel und behaarte Körperstellen, denn dort saugen sich Zecken besonders gern fest. Eine Zecke entfernt man am besten mit einer Zeckenkarte oder einer Zeckenzange aus der Apotheke. Damit die Zecke möglichst hautnah fassen und langsam und senkrecht rausziehen – nicht drehen! Die Parasiten auf keinen Fall quetschen oder den Kopf abreißen. Kein Alleskleber, Nagellack, Benzin oder ähnliches benutzen. Der Speichel mit den Keimen droht sonst in den Körper zu gelangen und Krankheiten zu übertragen. Behandlung: Nach einem Zeckenstich die Haut beobachten. Bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zeckenstiche an sich sind nicht gefährlich, die Krankheiten, die dadurch übertragen werden können, aber schon. Noch häufiger als FSME tritt Borreliose auf, die ebenfalls Hirnhautentzündungen verursachen kann und an der jährlich tausende Menschen erkranken. Die Symptome bei beiden Krankheiten sind zunächst ähnlich wie bei Grippe: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Sie sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Anders als Borreliose lässt sich FSME mit Medikamenten nicht heilen. Ein Weg, sie zu verhindern, gibt es aber: Jeder sollte sich gegen FSME impfen lassen. Das hält drei Jahre, die Krankenkasse übernimmt die Kosten in den meisten Fällen. ◗ Zecken leben vor allem in hohem Gras und in Büschen. Foto: iStockphoto.com / © ErikKarits - 39 -