Aufrufe
vor 1 Woche

FP Aus- und Weiterbildung - 08.03.2019

  • Text
  • Ausbildung
  • Weiterbildung
  • Unternehmen
  • Chemnitz
  • Sonderausgabe
  • Beruf
  • Probezeit
  • Menschen
  • Deutschland
  • Azubis

14 ANZEIGEN AUS- &

14 ANZEIGEN AUS- & WEITERBILDUNG 8. März 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Studierende trotz Mängeln zufrieden Studie zu Lehrqualität und Studienzeiten 3985650-10-1 Das Zahlenverhältnis von Lehrenden und Studierenden ist in Deutschland nur an wenigen Fachbereichen überdurchschnittlich gut. Foto: kasto/stock.adobe.com 3985392-10-1 3981746-10-1 Im europäischen Vergleich gibt es in Deutschland an vielen Hochschulen zu wenig Lehrkräfte und zu lange Studienzeiten. Aber die deutschen Professoren scheinen daraus das Beste zu machen: Der Kontakt zu den Lehrenden und die Organisation des Studiums werden von den Studierenden häufiger positiv gesehen als in anderen europäischen Ländern. Das zeigen Auswertungen aus dem globalen Hochschulranking U-Multirank. Im Sommer 2018 schreckte eine Sonderauswertung des internationalen THE World University Ranking die Bildungsverantwortlichen in Deutschland auf: Im europäischen Vergleich waren deutsche Hochschulen in der Lehre bestenfalls Mittelklasse. Nur die Universitäten in Heidelberg und Göttingen schafften es, in den Ranglisten der „besten Universitäten in Europa bezüglich der Lehre“ unter die ersten 50 zu kommen. „Die Qualität der Lehre an einer Hochschule wird durch die Lehrqualität in den einzelnen Fächern bestimmt. Verlässliche Schlussfolgerungen auf der Ebene einer Hochschule insgesamt lassen sich nicht ohne weiteres ableiten“, schränkt Gero Federkeil, Leiter für internationale Rankings am CHE, die Ergebnisse der THE Rangliste ein. Die Experten aus dem U-Multirank-Team schauten genauer hin, wie es um die Lehrqualität in Deutschland steht. Sie können dabei eine größere Zahl an Hochschulen betrachten, als nur die 31 im THE Ranking. Die Daten von U-Multirank für mehrere Fächer lassen erkennen, dass das Zahlenverhältnis von Lehrenden und Studierenden in Deutschland nur an wenigen Fachbereichen (28 Prozent) überdurchschnittlich gut ist. Ebenfalls 28 Prozent der teilnehmenden Fachbereiche liegen unter dem Durchschnitt. In Europa liegt jedoch fast jeder zweite Fachbereich bei der Betreuungsrelation über dem Durchschnitt. Das heißt: Die Rahmenbedingungen an vielen Hochschulen in Deutschland sind schlechter als im europäischen Vergleich. Auch überschreiten deutsche Studierende deutlich häufiger die Regelstudienzeit als Studierende im europäischen Ausland. Diese Fakten weisen auf Qualitätsprobleme hin. U-Multirank lässt auch die Studierenden ihr Studium bewerten. Dabei zeigt sich, dass diese die Qualität der Lehre in Deutschland deutlich besser bewerten als in Europa gesamt. Die „Allgemeine Studierendenzufriedenheit“ ist in Deutschland sehr hoch. Prof. Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE, sagt zu den Ergebnissen: „Die meisten deutschen Hochschulen scheinen trotz der widrigen Umstände in der Lehre vieles sehr gut zu machen. Würde nun auch noch das Lehrpersonal mit den Studierendenzahlen Schritt halten, dann könnten wir uns in Europa an die Spitze setzen.“

8. März 2019 15 Weiterbildung: Firmen wollen investieren Digitalisierung erfordert Qualifizierung AUS- & WEITERBILDUNG ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE ANZEIGEN Eine Mehrheit der Unternehmen in Deutschland (54 Prozent) will in diesem Jahr die Investitionen in die Aus- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr steigern. Das hat eine Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands und des Digitalverbands Bitkom unter 504 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland ergeben. Demnach wollen 37 Prozent der befragten Unternehmen ihre Weiterbildungsausgaben unverändert lassen und nur 4 Prozent wollen sie senken. „Unternehmen müssen stärker in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, um die Digitalisierung ihrer Organisation aktiv vorantreiben zu können“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Laut Umfrage stellen die Unternehmen ihren Mitarbeitern im Schnitt 709 Euro und 2,3 Weiterbildungstage pro Jahr zur Verfügung. Bühler: „In Zeiten, in denen sich Technologien extrem dynamisch entwickeln, reichen die Weiterbildungsausgaben der Wirtschaft nicht aus.“ Unternehmen müssten eine Weiterbildungskultur entwickeln, in der Qualifizierungsmaßnahmen selbstverständlich sind. Den Ergebnissen der Studie zufolge wollen die Unternehmen mit Weiterbildungen nicht nur zusätzliche Kompetenzen vermitteln, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern und ihre finanziellen Mittel im Personalbereich möglichst effizient einsetzen. Laut Umfrage wollen 93 Prozent der Befragten die Motivation und Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiter steigern. 91 Prozent geben an, dass sie Fachkräfte sichern, 87 Prozent, dass sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen wollen. 86 Prozent möchten die Qualifikation der Mitarbeiter an neue Technologien oder eine veränderte Arbeitsorganisation anpassen und 76 Prozent verfolgen das Ziel, die Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter zu fördern. Darüber hinaus spielen auch Kostenaspekte eine Rolle: Acht von zehn Unternehmen wollen die Produktivität ihrer Organisationen erhöhen. 73 Prozent sagen, Weiterbildung sei kostengünstiger als die Rekrutierung externer Mitarbeiter. Aus Sicht des TÜV-Verbands sollte die Politik die betriebliche Weiterbildung gezielt fördern. „Das seit Januar geltende Weiterbildungsgesetz ist ein wichtiger Schritt, um die Qualifizierung der Beschäftigten zu verbessern“, sagte Bühler. „Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollten die Fördermöglichkeiten jetzt ausschöpfen.“ Je nach Art der Fortbildung sind Zuschüsse bis zu 100 Prozent möglich. Darüber hinaus schlägt der TÜV-Verband die Einrichtung von Kompetenzzentren für digitale Weiterbildung und Arbeit 4.0 in den Bundesländern vor. Die Bildungszentren könnten als neutrale Anlaufstelle für Unternehmen und Arbeitnehmer dienen, um sich über Weiterbildungsangebote und Fördermöglichkeiten zu informieren. Dort könnten zudem neue Konzepte für die Qualifizierung im Job entwickelt werden. „Berufliche Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte Bühler. „Die Unternehmen profitieren von gut qualifizierten Mitarbeitern und leisten einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel. Die Beschäftigten bleiben fit für einen dynamischen Arbeitsmarkt.“ 3986868-10-1 3986634-10-1 3986610-10-1