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FP Aus- und Weiterbildung - 08.03.2019

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16 AUS- & WEITERBILDUNG

16 AUS- & WEITERBILDUNG 8. März 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Darum lieben wir unseren Job in der Pflege Vier Auszubildende vom Klinikum Chemnitz erzählen über ihren Lehrberuf Berufe bei W&S entdecken In Firma reinschnuppern ANZEIGEN Krankenschwester und Pfleger sind undankbarere Berufe? Deshalb will das keiner werden? Vier Auszubildende der Medizinischen Berufsfachschule des Klinikums Chemnitz aus den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erzählen, was ihnen an ihrem Beruf gefällt. Warum haben Sie sich für eine Ausbildung in der Pflege entschieden? Jessica Porstmann: Ich will nicht acht Stunden pro Tag am Schreibtisch sitzen. Ich möchte etwas für Menschen tun, mit Menschen arbeiten. Ich brauche Kontakt. Selina Pilz: Als Kinderkrankenschwester wird es nie langweilig. Die Arbeit ist vielfältig, man übernimmt Verantwortung. Mir gefällt, dass man mit Eltern Kontakt hat. Emilie Preuß: Ich brauche Action. Wenn man auf Station kommt, weiß man nie, was in der Schicht genau passieren wird. Natürlich gibt es einen Plan. Aber wie die Kinder reagieren, welche neuen Patienten kommen, wie die Eltern drauf sind: Das ist alles nicht vorhersehbar. Das gefällt mir. Claudia Göttlich: Die Arbeit in der Kinderkrankenpflege ist keine Fließbandtätigkeit, nie Routine. Wir müssen immer wach sein und uns „Es ist ein anspruchsvoller, aber auch sehr schöner Beruf. Man arbeitet mit dem Wertvollsten, was wir Menschen haben – mit unseren Kindern“, fasst es Annett Weiß, ehemalige Schülerin der Fachschule für Sozialwesen der DPFA Chemnitz und nun Erzieherin aus Leidenschaft, zusammen und ergänzt: „Es ist toll, mitzuerleben, wie sich aus kleinen Menschen Persönlichkeiten entwickeln.“ Natürlich ist nicht jeder als Erzieher geeignet. Man muss beispielsweise Empathiefähigkeit besitzen, kommunikativ sein, offen auf andere zugehen können, Organisationstalent, aber auch Nervenstärke mitbringen. Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, diesen beruflichen Weg Emilie Preuß, Jessica Porstmann, Claudia Göttlich und Selina Pilz (v. l.) sind Auszubildende der Medizinischen Berufsfachschule des Klinikums Chemnitz. Foto: Klinikum Chemnitz auf die unterschiedlichen Kinder und deren Eltern einlassen. Wie sind Sie zu Ihrer Entscheidung für Ihren Beruf gekommen? Selina Pilz: Ich bin familiär vorbelastet. Viele aus meiner Familie arbeiten in dem Bereich. Ich selbst habe drei Praktika in Krankenhäusern gemacht und wusste dann, dass ich auch dort arbeiten will. Jessica Porstmann: Meine Mutter ist Krankenschwester und ich habe sie zu Schulzeiten häufig auf Station besucht. Da habe ich gesehen, was alles zu dem Beruf dazu gehört und mich auch dafür entschieden. Emilie Preuß: Meine Mutter ist auch Krankenschwester, aber die wollte es mir eher ausreden, weil es ein zu gehen, sei es nach Abschluss der Schulausbildung oder als Quereinsteiger, der kann sich am Infotag (16. März, 9 Uhr bis 13 Uhr) in den Schulungsräumen der DPFA Chemnitz an der Straße der Nationen 99-101 über die Ausbildung und die vielen schönen Seiten des Erzieher-Berufes informieren, den anwesenden Lehrern Löcher in den Bauch fragen und sich begeistern lassen. „Jeder von unserem Lehrerteam brennt für diesen Beruf und versucht, seine Begeisterung an die Schüler weiterzugeben“, informiert Schulleiterin Kerstin Dohn und nennt damit sicherlich eines der Erfolgsrezepte der DPFA Chemnitz, denn viele Einrichtungen übernehmen gern DPFA-Absolventen, weil stressiger Beruf ist. Aber Stress stört mich nicht. Ich habe dann noch ein Praktikum gemacht und danach gedacht: Ja, das ist es! Claudia Göttlich: Ich habe erst Krankenpflege gelernt und bin dann auf Kinderkrankenpflege umgeschwenkt. Mir gefällt, dass man medizinische Kenntnisse mit pädagogischer und sozialer Arbeit verbinden kann. Ich habe diese Kombination so bei keinem anderen Beruf gefunden. Berufe in der Pflege haben keinen guten Ruf: schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Was entgegnen Sie, wenn Sie das hören? Emilie Preuß: Natürlich ist Pflege ein stressiges Umfeld. Dafür muss diese über eine auffallend praxisnahe und fundierte Ausbildung verfügen und sich mit Herzblut in man gemacht sein, Interesse an Medizin haben und Verantwortung übernehmen wollen. Jemanden, der wenig arbeiten und viel Geld verdienen will, wird man nicht von einem Pflegeberuf überzeugen können. Und es sollte mehr Angebote für Eltern und Kinder geben, um sich ein realistisches Bild von Berufen machen zu können. Selina Pilz: Kinderkrankenschwester zu sein, ist eine Berufung. Wir machen das hier alle nicht wegen des Geldes. Claudia Göttlich: Zum Pflegeberuf gehört der Schichtdienst, das weiß man vorher. Aber ich finde es auch mal ganz schön, vormittags Zeit zu haben. Für Erledigungen auf Ämtern ist das sehr praktisch. SERVICE An der Medizinischen Berufsfachschule des Klinikums Chemnitz werden sieben Ausbildungsrichtungen angeboten: Generalistische Pflege, Krankenpflegehilfe, Hebamme/Entbindungspfleger, Physiotherapie, Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz, Operationstechnische sowie Anästhesietechnische Assistenz. Weitere Informationen unter www.klinikumchemnitz.de/medbfs Erzieherausbildung an der DPFA Chemnitz Arbeiten mit dem Wertvollsten, was wir Menschen haben Als Erzieher/in muss man zwar kein ausgesprochener Naturliebhaber sein, aber Spaß an der Bewegung an der frischen Luft kann nicht schaden. Foto: wavebreak3/stock.adobe.com ihre Tätigkeit einbringen. Als Einstieg in die Erzieherausbildung bietet die DPFA Chemnitz auch die Ausbildung zum staatlich geprüften Sozialassistenten an. Diese ist ideal geeignet für Oberschulabgänger, aber auch Abiturienten. Der Sozialassistent ist ein vollwertiger Beruf und wird in vielen Einrichtungen gebraucht. BEWERBUNGEN FÜR NEUES SCHULJAHR Bewerbungen für das Schuljahr 2019/20 können bei der DPFA Chemnitz ab sofort und bis zum 31. Juli 2019 eingereicht werden. Auf der Homepage der DPFA (www.dpfa.de/ausbildung) gibt es weitere Informationen. Fanny Holzmann, Sebastian Lange und Emil Polusik (v.l.n.r.). Foto: Bernd Weimershauß Seit ihrer Gründung 1996 hat die Firma W&S in Flöha rund 100 Lehrlinge ausgebildet. Während in vielen Ausbildungsbetrieben Azubis oft ihre Lehre abbrechen, kennt W&S dieses Problem nicht. „Wir haben eine Abbruchquote von 0 Prozent. Alle unsere Azubis haben ihre Ausbildung erfolgreich beendet und wurden auch übernommen, wenn sie es wünschten“, berichtet Steffen Stier, einer der beiden Geschäftsführer von W&S und nennt ein Erfolgsrezept: „Bei uns fängt kein Lehrling an, der nicht zuvor bei uns ein Praktikum gemacht hat“, betont Steffen Stier und erklärt: „Wir möchten die jungen Leute kennenlernen, um zu sehen, ob sie zu uns passen und für den Beruf geeignet sind. Und die Jugendlichen können aufgrund ihrer Praktikumserfahrungen einschätzen, ob das was für sie ist.“ Auch bei der Ausbildung werden die Azubis nicht allein gelassen, sondern nach besten Kräften unterstützt, dies bestätigen unter anderem Fanny Holzmann (Bürokauffrau) und Sebastian Lange (Technischer Systemplaner), die erfolgreich ihre Ausbildung bei W&S absolvierten. Emil Polusik, er studiert derzeit an der Glauchauer Berufsakademie (BA) im dualen System Umwelt- und Versorgungstechnik, schätzt vor allem die Praxisnähe. W&S bildet Anlagenmechaniker HLSK, Mechatroniker, Elektroinstallateure, technische Systemplaner und Kaufleute aus. Hinzu kommen die Studienrichtungen Umwelt- und Versorgungstechnik sowie Digital Engineering an der BA Glauchau. Vom 11. bis zum 15. März findet die „Woche der offenen Unternehmen“ statt. Dies ist für Schüler (8. bis 12. Klasse) eine gute Gelegenheit, um die Flöhaer Firma W&S kennenzulernen und sich über die Ausbildungsberufe zu informieren.

8. März 2019 17 Die wichtigsten Fragen zur Probezeit Arag-Rechtsexperte gibt Antworten Es gibt keine gesetzlich festgelegte Probezeit, doch ist es üblich, dass am Anfang eines neuen Arbeitsverhältnisses eine Probezeit steht. Was Arbeitnehmer über ihre Rechte und Pflichten während der Probezeit wissen müssen, erklärt Tobias Klingelhöfer, Rechtsanwalt und Experte der Arag-Versicherung. Was genau bedeutet Probezeit? Unter einer Probezeit ist der an den Anfang eines Arbeitsverhältnisses gestellte Zeitraum der Tätigkeit zu verstehen, der der Erprobung dient. Die Vereinbarung einer Probezeit innerhalb des laufenden Arbeitsverhältnisses ist hingegen unzulässig. Tritt ein Arbeitnehmer bei seinem bisherigen Arbeitgeber eine neue Stelle an, kann grundsätzlich für diese Stelle eine Probezeit vereinbart werden. Das gilt aber nur, wenn sich die Tätigkeit wesentlich von der vorherigen unterscheidet. Dies ist letztlich immer eine Entscheidung des Einzelfalles. Wie lange dauert die Probezeit? Laut Bürgerlichem Gesetzbuch kann die Probezeit maximal für die Dauer von sechs Monaten vereinbart werden. Eine Verlängerung ist nicht möglich – selbst bei einer krankheitsbedingten Fehlzeit des Arbeitnehmers. Oft wird aber auch eine Probezeit von drei Monaten vereinbart. Diese kann verlängert werden, wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber über die Verlängerung einig sind. Statt der Probezeit kann auch ein auf sechs Monate befristeter Arbeitsvertrag geschlossen werden, der dann anschließend verlängert oder entfristet wird. Kann man in der Probezeit jederzeit gekündigt werden? Ja, auch ohne Angabe von Gründen. Aber es gibt eine Kündigungsfrist von mindestens zwei Wochen, wenn nicht tarifvertraglich etwas anderes vereinbart ist. Sie gilt innerhalb der gesamten Probezeit. Auch am letzten Tag der Probezeit kann eine Kündigung ausgesprochen werden. Ist dies der Fall, muss der Arbeitnehmer in zwei Wochen den Arbeitsplatz räumen. Gelten bei Kündigung in der Probezeit Kündigungsschutzgründe? Nein. Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes ist, dass das Arbeitsverhältnis ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat. Kann man bei einer Krankschreibung während der Probezeit gekündigt werden? Ja. Da das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, muss sich der Arbeitgeber für die Kündigung nicht rechtfertigen. Hält der Arbeitgeber aber trotz Krankmeldung am Arbeitsverhältnis fest, besteht auch Anspruch auf Entgeltfortzahlung, allerdings nicht in den ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses. In den ersten vier Wochen gibt es nur einen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse. Darf man in der Probezeit Urlaub nehmen? Grundsätzlich ja. Dass während der Probezeit kein Anspruch auf Urlaub besteht, ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Richtig ist allerdings, dass der volle Urlaubsanspruch erst nach einem halben Jahr entsteht. Davor entsteht er nur anteilig pro Monat. Sind im Arbeitsvertrag beispielsweise 24 Urlaubstage pro Jahr vereinbart, entstehen somit zwei pro Monat. Nach zwei Monaten kann der Arbeitnehmer also vier Tage Urlaub nehmen, nach drei Monaten sechs und so weiter. Nach sechs Monaten beträgt der Anspruch dann nicht nur zwölf, sondern die gesamten 24 Tage. Der Urlaub ist also nicht komplett ausgeschlossen, sondern nur begrenzt. Möchte ein neuer Arbeitnehmer trotzdem schon im ersten Monat einen einwöchigen Urlaub nehmen, so muss er dies mit dem Arbeitgeber absprechen. Wie sehen die Probezeiten für Leiharbeiter aus? Der Einsatz von Leiharbeitern erfolgt nicht aufgrund eines Arbeitsvertrages, sondern eines Überlassungsvertrages, der zwischen Verleiher und Entleiher getroffen wird. Diese Vereinbarungen sehen zwar keine übliche Probezeit vor, können aber spezielle Regelungen für die Anfangszeit vorsehen. AUS- & WEITERBILDUNG ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE ANZEIGEN 3986116-10-1 3986090-10-1