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FP Aus- und Weiterbildung - 28.06.2019

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4 AUS- & WEITERBILDUNG

4 AUS- & WEITERBILDUNG 28. Juni 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Mit schwerem Gerät auf Nachwuchssuche Chemnitzer Straßenbaufirma geht bei der Gewinnung von Nachwuchskräften ungewöhnliche Wege – mit Erfolg! ANZEIGEN Innovative Wege bestreitet die Dietmar Mothes GmbH aus Chemnitz bei der Nachwuchsgewinnung. Das 60 Mitarbeiter zählende Unternehmen, das im Straßen- und Tiefbausektor tätig ist, hatte bei der Ausbildungsmesse „mach was!“ in der Messe Chemnitz 20 Plätze für einen „Baggerevent“ verlost. Ob dieses erfolgreich war und was das Unternehmen, das im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen feierte, jungen Leuten zu bieten hat, darüber spricht Geschäftsführer Dierk Mothes im Interview. Wie entstand die Idee zum Baggerevent? Wir wollten an unserem Stand auf der Ausbildungsmesse „mach was!“ junge Leute mit etwas Besonderem auf uns aufmerksam machen. Wer Lust hatte, einmal einen Bagger zu bedienen, konnte eine Teilnahmekarte in einen Lostopf werfen. Mehr als 40 Jugendliche hatten Interesse, 20 von ihnen haben wir dann zu uns eingeladen. Was haben Sie bei dem Baggerevent den Teilnehmern geboten? Es gab auf unserem Betriebsgelände drei Stationen, an denen sich die Gewinner nach einer Vorführung durch einen erfahrenen Mitarbeiter auch selbst ausprobieren konnten: auf einem Kettenbagger, einem Radlader und an Verdichtungsgeräten. Außerdem hatten wir ······································································· DIERK MOTHES Geschäftsführer der Dietmar Mothes GmbH Foto: privat ······································································· unheimlich viele unserer großen Gerätschaften ausgestellt. Wie kam das Angebot bei den jungen Leuten an? Es kam sehr gut an. Alle waren begeistert, teilweise wollten sich dann sogar die Eltern der Jugendlichen an den Geräten ausprobieren – auch Mütter! Und sie durften das dann natürlich auch. In welchen Ausbildungsberufen suchen Sie derzeit Bewerber? Wir bieten zwei Ausbildungsberufe an: den Straßenbauer und den Kanalbauer. Ausprobieren statt nur Zuschauen war das Motto beim „Baggerevent“. Foto: Dietmar Mothes GmbH Was erwarten Sie von den Bewerbern in den einzelnen Berufen? Sie sollten sich mit dem Wunschberuf bereits beschäftigt haben und wissen, warum sie diesen ergreifen wollen. Wir setzen einen 10. Klasse-Abschluss voraus und die Zensuren sollten in den naturwissenschaftlichen Fächern nicht schlechter als 3 sein. Was bieten Sie im Gegenzug den Bewerbern? Wir versprechen den jungen Leuten nach erfolgreichem Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung, dass sie bei uns übernommen werden. Viele Unternehmen beklagen nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern auch eine hohe Abbrecherquote während der Lehre. Warum brechen Ihrer Meinung nach so viele junge Menschen ihre Ausbildung ab? Manchmal beschäftigen sich die Auszubildenden zu wenig mit den Anforderungen, die auf sie in den einzelnen Berufen zukommen. Unser Beruf ist sehr jahreszeitenabhängig, weil er ja im Freien ausgeübt wird. Außerdem ist er trotz immer höherer Mechanisierung körperlich anstrengend. Und das ist dem ein oder anderen wohl nicht so bewusst. Aber es gibt auch junge Leute, die von den Anforderungen der Berufsschule überfordert sind. Wie sah es hinsichtlich der Kenntnisse über den Beruf konkret bei den Teilnehmern ihres „Baggerevents“ aus? Es gab einerseits junge Leute, die danach gesagt haben, dass der Beruf doch nicht so das Richtige für sie sei. Andererseits waren aber auch mehrere Jugendliche nach unserem Event darin bestärkt, dass unsere Ausbildungsberufe genau das Passende für sie sind. Sie haben sich letztlich auch bei uns beworben. So konnten wir schon drei neue Ausbildungsverträge für das im September beginnende Ausbildungsjahr abschließen. Sind Sie mit dieser Resonanz zufrieden? Wir hoffen auf noch mehr Bewerber, aber drei Lehrlinge pro Lehrjahr sind eine sehr gute Quote. 4004868-10-1 4010854-10-1 4009801-10-1 Dachdecker sind digital gut aufgestellt 40 Prozent nutzen bereits Online-Bestellsysteme Das Dachdeckerhandwerk ist digital bereits gut aufgestellt. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage, die der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerverbands unter ihren Mitgliedern durchführte. Demnach kommen Online-Bestellsysteme und Betriebssoftware für Finanzen sowie digitales Dokumentenmanagement bei rund 40 Prozent der Dachdecker zum Einsatz. Digitale Kundenakten, Apps zur Arbeitssicherheit und CAD-Software zur Aufmaßerstellung werden von rund einem Drittel genutzt. Die Drohne zur Begutachtung von Dächern und Fassaden hat immerhin schon bei jedem fünften Dachdeckerbetrieb Einzug gehalten. Die Umfrage zeigt auch, dass Dachdecker digital in die Zukunft blicken: Die Drohne hat bei jeden fünften Dachdeckerbetrieb Einzug gehalten. Foto: ZVDH Ein Drittel der Betriebe will in naher Zukunft Apps zur digitalen Zeiterfassung und zur Gefährdungsanalyse einsetzen, geplant ist ebenfalls die Umstellung auf digitale Kundenakten (24 Prozent) und 22 Prozent wollen künftig auch mit Drohnen über Dächer fliegen.

AUS- & WEITERBILDUNG 28. Juni 2019 5 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Digitalisierung fördert Weiterbildung und Flexibilisierung Ergebnisse einer Befragung: Grundlegende Veränderungen in der Arbeitswelt ermöglichen neue Art der Personalplanung In Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad wird deutlich häufiger im Homeoffice gearbeitet. Foto: Dejan Dundjerski/adobe.stock.com Die fortschreitende Digitalisierung führt zu grundlegenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Diese Veränderungen wirken sich auf sämtliche betriebliche Arbeits- und Geschäftsprozesse sowie auf die Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten aus. Dabei nimmt auch die Arbeitsgestaltung neue und flexiblere Formen an. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Betriebsbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Jahr 2018 im Rahmen des Betriebspanels zu Qualifizierung und Kompetenzentwicklung (BIBB-Qualifizierungspanel). Befragt wurden rund 3500 Betriebe zum Zusammenhang zwischen betrieblicher Kompetenzförderung und Technologienutzung. Aus Sicht der Betriebe sind drei Befragungsergebnisse hervorzuheben: Je höher der Digitalisierungsgrad eines Betriebes, desto eher nehmen die Beschäftigten an Weiterbildungen teil. Demnach liegt bei Betrieben mit hohem Digitalisierungsgrad die Weiterbildungsquote der Beschäftigten bei 92 Prozent, bei Betrieben mit einem geringen Digitalisierungsgrad dagegen nur bei 58 Prozent. Ähnliches gilt auch für betriebliche Aufstiegsfortbildungen, die den Beschäftigten eine formale Höherqualifizierung ermöglichen. 22 Prozent der hochdigitalisierten Betriebe fördern Aufstiegsfortbildungen ihrer Beschäftigten. Damit liegen sie zehn Prozentpunkte über dem in der Befragung ermittelten Durchschnittswert. Die Weiterbildung beziehungsweise Aufstiegsfortbildung kann für die Beschäftigten mit einem erweiterten Aufgabenbereich und einem höheren Einkommen einhergehen, sodass sie an dieser Stelle in besonderem Maße von der Digitalisierung profitieren würden. Ein zweites Ergebnis der Befragung ist: Ausbildungsbetriebe weisen – unabhängig von der Betriebsgröße – im Durchschnitt einen höheren Digitalisierungsindex auf als Betriebe, die nicht ausbilden. Auszubildende erwerben somit im Rahmen ihrer dualen Berufsausbildung das notwendige Know-how sowie praktische Kenntnisse im Umgang mit neuen digitalen Technologien. Ein drittes Ergebnis der Befragung lautet, dass flexible Arbeitsformen mit steigendem Digitalisierungsgrad zunehmen. Insgesamt verfügte mehr als die Hälfte der befragten Betriebe (55 Prozent) über eine Gleitzeitregelung. Bei Betrieben mit hohem Digitalisierungsgrad waren es 62 Prozent. Das Arbeiten im Homeoffice wird in Betrieben mit hohem Digitalisierungsgrad mehr als doppelt so häufig (39 Prozent ) genutzt als in Betrieben mit niedrigem Digitalisierungsgrad (18 Prozent). „Insgesamt bestätigt die Befragung, dass durch die Digitalisierung neue Formen der Arbeitsgestaltung entstanden sind, durch die sich für Betriebe neue Möglichkeiten der Personalplanung und -entwicklung sowie des flexibleren Einsatzes von Beschäftigten ergeben. Den Beschäftigten wiederum bietet sich dadurch die Möglichkeit, die Flexibilität auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance im Allgemeinen zu nutzen“, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. ANZEIGE 4009429-10-1