Aufrufe
vor 3 Monaten

FP Steuern und Finanzen - 25.01.2019

  • Text
  • Finanzen
  • Geld
  • Steuern
  • Januar
  • Sonderausgabe
  • Altersvorsorge
  • Kauf
  • Etfs
  • Arbeitgeber
  • Geltend

12 STEUERN & FINANZEN

12 STEUERN & FINANZEN Finanzen clever an aktuelle Änderungen anpassen Deutsche Vermögensberatung erklärt, wie Anleger das Beste aus ihrem Einkommen herausholen 25. Januar 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Zu den wichtigsten Vorsätzen fürs neue Jahr zählt Umfragen zufolge nach den Spitzenreitern „gesünder leben“ und „mehr Zeit für Reisen und Familie“ direkt das Thema „Sparen, Altersvorsorge und Finanzplanung“. Um letzteres optimal umzusetzen, raten die Experten der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) zu einem umfassenden Finanzcheck. Denn: Nur wer seine Finanzen an neue Rahmenbedingungen anpasst, kann das Beste für sich herausholen und somit auch mehr ansparen. Zuerst ist also zu prüfen, ob sich das Einkommen oder feste Ausgaben verändern werden und wie sich gesetzliche Neuregelungen auf den eigenen Geldbeutel auswirken. Gehaltserhöhung Steht eine Gehaltserhöhung an, bietet sich eine ideale Gelegenheit, um jetzt etwas mehr auf die hohe Kante zu legen. Dabei ist es ratsam, zunächst staatliche Förderungen wie Riester-Rente, Arbeitnehmer- Sparzulage, Wohnungsbauprämie oder Baukindergeld in Betracht zu ziehen. Wer sicher gehen will, hier nichts zu verpassen, fragt am besten einen Fachmann. Generell bieten sich auch Sparpläne an: „Ein solches monatliches Investment kommt vielen gelegen, denn sie sind bereits ab 25 Euro im Monat machbar. Außerdem entfällt bei Sparplänen auf Fonds auch die nervenaufreibende Entscheidung über den optimalen Kaufzeitpunkt. Ein Dauerauftrag genügt“, sagen die Vermögensberater der DVAG. Zinsentwicklung Auch wer bereits eine regelmäßige Gut beraten: Der Finanzcheck mit einem Profi lohnt sich. Geldanlage bespart, sollte sich immer mal wieder grundlegend fragen, ob das Investment noch in die prognostizierte „Finanz-Wetterlage“ passt. Bleibt es beispielsweise weiterhin sehr stürmisch auf dem Finanzmarkt, kann eine Anpassung in konservativere Anlagen sinnvoll sein. Hier sollte jedoch zusammen mit einem Finanzprofi abgewägt werden, welche Chancen und Risiken zu einem passen, statt einem Bauchgefühl nachzugehen. Voraussichtlich gilt aber auch in diesem Jahr: Geld, das auf dem Girokonto geparkt wird, verliert durch die Inflation bei nahezu null Zinsen de facto an Wert. Kindergeld Foto: Masterfile/RF/DVAG Eltern sollen künftig mehr entlastet werden: Neben steigenden Steuerfreibeträgen erhalten Familien ab Juli 2019 zehn Euro mehr Kindergeld pro Kind. Statt wie bislang 194 Euro für das erste und zweite Kind zahlt der Staat also künftig 204 Euro. Das heißt, selbst mit nur einem Kind haben Familien künftig 120 Euro mehr im Jahr zur Verfügung – ein guter Anlass, um vielleicht sogar neue Sparziele in Angriff zu nehmen, etwa um für die Ausbildung der Sprösslinge vorzusorgen. Betriebsrenten Altersvorsorge ist ein wichtiger Bestandteil eines guten Lebens im Ruhestand. Darum hat die Bundesregierung das Betriebsrentenstärkungsgesetz geschaffen. Das Gesetz sorgt dafür, dass mehr Geld in die betriebliche Altersversorgung gesteckt werden kann, ohne dass Steuern oder Sozialabgaben in der Ansparphase fällig werden. Wer bereits Teile seines Gehalts in eine betriebliche Altersversorgung umwandelt, hilft seinem Arbeitgeber dabei, Sozialbeiträge zu sparen. Dafür muss der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter nun laut Gesetz einen Zuschuss zahlen. Zeit für einen Check mit dem Berater, um vollumfänglich von der Förderung zu profitieren. Online-Banking: Aber sicher Warum man Betrag und IBAN vor der TAN-Eingabe überprüfen sollte Online-Banking-Kunden sind verpflichtet, vor jeder TAN-Eingabe den auf dem Mobiltelefon angezeigten Überweisungsbetrag und die dort ebenfalls genannte Ziel- IBAN zu überprüfen. Darauf weisen die Experten der Arag-Versicherung hin. Im entschiedenen Fall hatte sich der klagende Bankkunde einen sogenannten Banking-Trojaner eingefangen. Dieser forderte ihn – vermeintlich von der Onlinebanking- Seite der Bank aus – auf, zur Einführung eines neuen Verschlüsselungsalgorithmus eine Testüberweisung vorzunehmen und mit seiner TAN (Transaktionsnummer), die er per Mobiltelefon erhalten habe, zu bestätigen. In der Überweisungsmaske stand in den Feldern „Name“, „IBAN“ und „Betrag“ jeweils das Wort „Muster“. Der Kläger bestätigte diese vermeintliche Testüberweisung mit der ihm übersandten TAN. Tatsächlich erfolgte dann aber eine echte Überweisung auf ein polnisches Konto. Mehr als 8000 Euro waren „weg“. Der Kläger verlangte diesen Betrag klageweise von der Bank zurück – jedoch ohne Erfolg. Der Kläger habe grob fahrlässig gegen die Geschäftsbedingungen der Bank verstoßen, die vorsähen, dass der Kunde bei der Übermittlung seiner TAN die Überweisungsdaten, die in der SMS erneut mitgeteilt werden, noch einmal kontrollieren müsse. Dies habe der Kläger nicht getan. Er habe lediglich auf die TAN geachtet und diese in die Computermaske eingetippt. Anderenfalls hätte es ihm auffallen müssen, dass er eine Überweisung zu einer polnischen IBAN freigebe. Der Kunde müsse vor jeder TAN- Eingabe den auf dem Mobiltelefon angezeigten Überweisungsbetrag und die dort ebenfalls genannte Ziel-IBAN überprüfen. Dies nicht zu tun, sei grob fahrlässig. Der Kläger hätte im Übrigen bereits aufgrund der völlig unüblichen Aufforderung zu einer Testüberweisung misstrauisch werden müssen. Hinzu komme, dass die Bank auf ihrer Log-In-Seite vor derartigen Betrügereien gewarnt und darauf hingewiesen habe, dass sie niemals zu „Testüberweisungen“ auffordere. Vor diesem Hintergrund sei der Kunde selbst für den Verlust seines Geldes verantwortlich, so die Arag-Experten (OLG Oldenburg, Az.: 8 U 163/17). Projekt für mehr Finanzbildung Bundesweite Schulinitiative startet Wie eröffne ich ein Girokonto? Muss ich in der Ausbildung Steuern zahlen? Bin ich im Auslandsstudium versichert? Solche Fragen werden irgendwann für Schüler wichtig. Doch laut dem aktuellen W²-Jugend-Finanzmonitor von Forsa fühlt sich die große Mehrheit der 16-25-Jährigen nicht gut über Finanzthemen informiert. Mehr als zwei Drittel wünschen sich lebenspraktische Finanzinformationen. Diese werden bei dem Projekt „Finanztip.Schule“ vermittelt. Es wird von der gemeinnützigen Finanztip Verbraucherinformation Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem IZOP-Institut aus Aachen durchgeführt. Zum Start waren bundesweit mehr als 80 Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9 dabei. „Ich erlebe immer wieder, dass Heranwachsende überdimensionierte Bausparverträge und teure Handyverträge abschließen. Deshalb muss Finanzbildung unbedingt schon in der Schule anfangen“, sagt Hermann- Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. „Mit unserem Schulprojekt wollen wir dazu einen Beitrag leisten.“ Und das langfristig: Denn „Finanztip.Schule“ soll nach der Pilotphase im Schuljahr 2018/19 in den kommenden Jahren fortgesetzt und weiterentwickelt werden und dabei Jugendliche gezielt an Verbraucher- und Finanzthemen heranführen.