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FP Steuern und Finanzen - 25.01.2019

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6 STEUERN & FINANZEN 25.

6 STEUERN & FINANZEN 25. Januar 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE ANZEIGEN Wer profitiert von der Zusammenveranlagung? ANZEIGE Lebenspartner können auch rückwirkend Ehegattensplitting geltend machen 3973463-10-1 3975562-10-1 3970175-10-1 3975325-10-1 Mit der Zusammenveranlagung können Paare in vielen Fällen erheblich Steuern sparen. Das gilt auch für gleichgeschlechtliche Paare. Partner, die ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln, können jetzt unter bestimmten Voraussetzungen sogar viele Jahre rückwirkend das Ehegattensplitting geltend machen. Auf diese Entscheidung des Finanzgerichtes Hamburg (Az.: 1 K 92/18) weist der Lohnsteuerhilfeverein Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer hin. Wie können eingetragene Lebenspartner und Ehepartner die Zusammenveranlagung in Anspruch nehmen? Seit 2013 können auch eingetragene Lebenspartnerschaften das Ehegattensplitting beantragen. Dies geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 7. Mai 2013 (Az. 2 BvR 909/06) zurück, dem schließlich die Gesetzesänderung folgte. Paare, die schon vor 2013 verpartnert waren, wurden jedoch weiterhin getrennt veranlagt. Jetzt hat das Finanzgericht Hamburg entschieden: Eingetragene Lebenspartner, die sich nun für die Ehe entscheiden, können auch für die Jahre vor 2013 die Zusammenveranlagung beantragen. „Nach dem Urteil des Finanzgerichtes müssen sogar bestandskräftige Steuerbescheide aus den Jahren vor 2013 aufgehoben werden“, sagt Beate Anders von der Chemnitzer Beratungsstelle des Lohnsteuerhilfevereins. Die Kläger in dem aktuellen Fall leben seit 2001 als eingetragene Lebenspartner zusammen. Seit der Gesetzesänderung 2013 nehmen sie das Ehegattensplitting in Anspruch. Als im Oktober 2017 das Eheöffnungsgesetz in Kraft trat, wandelte das Paar seine Lebenspartnerschaft in eine Ehe um. Jetzt begehrten sie das Ehegattensplitting auch für die Zeit vor 2013, in denen sie als Lebenspartner einzeln veranlagt waren. Das Finanzgericht Hamburg gab ihnen Recht. Auch wenn die Steuerbescheide für die zurückliegenden Jahre bereits Bestandskraft haben. „Jetzt muss aber noch der Bundesfinanzhof entscheiden,“ so Beate Anders. Warum ist die Zusammenveranlagung so begehrt? Zahlreiche Ehepaare können damit zum Teil deutlich Steuern sparen. Die Zusammenveranlagung der Partner lohnt sich, wenn beide unterschiedlich hohe Einkünfte haben. Je größer der Einkommensunterschied, desto größer ist auch die Steuerersparnis durch das Ehegattensplitting. Der Steuervorteil ist dann am größten, wenn einer der Partner keinen Arbeitslohn bezieht. Ein Beispiel, das die Steuerersparnis bei der Zusammenveranlagung verdeutlicht: Ein Ehepaar hat ein Gesamteinkommen von 80.000 Euro. Ein Ehepartner verdient 20.000 Euro, der andere 60.000 Euro. Die Steuerlast beträgt bei Zusammenveranlagung rund 17.000 Euro. Dagegen müssten die getrennt veranlagten Ehepartner rund 1700 Euro mehr zahlen. Je niedriger das gemeinsame Einkommen ist, desto höher fällt der Steuervorteil aus – prozentual betrachtet. Je höher das gemeinsame Einkommen ist, desto höher wird der absolute Betrag der Steuerersparnis. Je geringer die Einkommensunterschiede zwischen den Partnern, desto weniger wirkt sich das Splittingverfahren aus. Hier kann die Einzelveranlagung unter Umständen größere Vorteile bringen. Wann lohnt die Zusammenveranlagung nicht? Das trifft zum Beispiel zu, wenn ein Partner Arbeitslohn hat und der andere nur Lohnersatzleistungen oder eine geringe Rente. Grundsätzlich sollte man also genau prüfen, ob die getrennte Veranlagung womöglich die bessere Option ist. Ein Ehepaar beziehungsweise eine Lebenspartnerschaft wird vom Finanzamt automatisch zusammen veranlagt. Ist die getrennte Veranlagung günstiger, dann müssen die Partner dies beantragen. Beate Anders: „Paare sind auf der sicheren Seite, wenn sie einen Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nehmen, um den optimalen Weg zu finden.“ KONTAKT Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer Lohnsteuerhilfeverein Beate Anders Gießerstraße 1 A 09130 Chemnitz Telefon: 0371-4027105 – banders@lohnsteuerhilfe.net 3975964-10-1 Oft Mängel bei Abrechnung Vier von fünf Heizkosten-Abrechnungen enthalten Auffälligkeiten Bei vier von fünf Heizkostenabrechnungen gibt es Auffälligkeiten oder Mängel. Das zeigt eine Stichprobe, bei der die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online rund 100 aktuelle Heizkostenabrechnungen von Lesern der Zeitung „Finanztip“ geprüft hat. Besonders bei der Abrechnung des Warmwasserverbrauchs und beim Betriebsstrom gab es Unregelmäßigkeiten. „Bei 60 Prozent aller untersuchten Abrechnungen wird der Energieanteil für Warmwasser nicht korrekt gemessen“, erklärt Energie-Expertin Ines Rutschmann von „Finanztip“. „In solchen Fällen können Mieter die Kosten fürs warme Wasser pauschal um 15 Prozent kürzen.“ Ein weiterer häufiger Mangel: Bei jeder fünften Abrechnung überschreiten die Kosten für Betriebsstrom vertretbare Werte. „Mieter haben dann das Recht, Belege einzusehen“, so Rutschmann. „Als Faustregel gilt: Kostet der Betriebsstrom mehr als fünf Prozent der Brennstoffkosten, muss der Vermieter die hohen Ausgaben nachweisen können.“

STEUERN & FINANZEN 25. Januar 2019 7 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Lohnt sich Steuernsparen für Rentner und Arbeitnehmer? Finanzexperten beraten zu Voraussetzungen ANZEIGE ANZEIGEN „Steuern sparen lohnt sich nur für Reiche.“ Mit diesem Vorurteil verzichtet mancher Steuerbürger auf den einen oder anderen Euro, den er an Steuern, aber auch bei der Sozialversicherung einsparen kann. „Tatsächlich lohnt sich auch bei Arbeitnehmern ein Blick auf die Steuererklärung, die nur unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtend abzugeben ist“, erläutert Peter Biallas, Partner der Biallas & Partner mbB Steuerberatungsgesellschaft aus Freiberg. Gründe sind beispielsweise mehrere Arbeitgeber gleichzeitig, Bezug von Lohnersatzleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld oder das Vorliegen der Steuerklassen III und V bei Ehegatten. In anderen Fällen ist die Abgabe der Einkommensteuererklärung im Rahmen einer Antragsveranlagung sinnvoll, wenn beispielsweise durch hohe Werbungskosten oder hohe außergewöhnliche Belastungen – zum Beispiel Medikamente oder Gesundheitsaufwendungen – mit einer Steuererstattung gerechnet werden kann. Bei außergewöhnlichen Belastungen knüpft der Gesetzgeber den Steuerabzug an Bescheinigungen, die bereits im Vorfeld eingeholt werden müssen. Deshalb lohnt sich in diesen Fällen ein rechtzeitiger Blick in Steuervorschriften oder die Nachfrage bei einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein. Die Steuereinsparmöglichkeiten durch den Ansatz von Handwerkerleistungen oder haushaltsnahen Dienstleistungen sind inzwischen vielen Bürgern bekannt. Potenzial bietet auch die Vergütungsgestaltung beim Arbeitgeber. „Es kann für einen Rentner günstig sein, wenn ein Minijob nicht auf Lohnsteuerkarte versteuert wird, sondern von der Möglichkeit der Pauschalierung nach Paragraf 40a (2) Einkommensteuergesetz Gebrauch gemacht wird“, sagt Anita Beger, ebenfalls Partner der Biallas & Partner mbB Steuerberatungsgesellschaft. Dieser Verdienst rechne dann nicht zu den steuerpflichtigen Einkünften, die bei einer Einkommensteuererklärung anzugeben ······································································· PETER BIALLAS Steuerberater Foto: privat ······································································· sind. Selbst eine Abwälzung dieser Zwei-Prozent-Pauschsteuer vom Arbeitgeber auf den Beschäftigten biete noch Vorteile, wenn der individuelle Steuersatz bei Rentnern durch die Altersrente höher liege. Mit dem Jahr 2019 hat die Bundesregierung gesetzliche Regelungen zur vollständigen Steuerbefreiung für die Überlassung von Diensträdern an Arbeitnehmer beschlossen. Wird ein Fahrrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zur Verfügung gestellt und darf es auch privat genutzt werden, muss ab Januar 2019 keine private Nutzung mehr versteuert werden. Einher geht damit auch eine Befreiung bei der Sozialversicherung. Die Steuerbefreiung in der Einkommensteuer gilt auch für Unternehmer. Einzige Voraussetzung ist hier, dass das Fahrrad insgesamt mindestens zehn Prozent betrieblich genutzt wird und damit tatsächlich Betriebsvermögen sein kann. Eingeführt wurde die Steuerbefreiung vor allem für den Umweltschutz, um Bürger anzuhalten, auf den Gebrauch individueller Verbrennungsmotoren zu verzichten. „In diesem Zusammenhang sind auch weiterreichende Änderungen beim Jobticket für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erwähnenswert“, so Peter Biallas. Die Optimierung bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist auch ein Thema, mit der sich die Biallas & Partner mbB Steuerberatungsgesellschaft im Rahmen der Beratung von Unternehmen befasst. SERVICE Auskünfte erhalten Interessierte auf der Homepage der Biallas & Partner mbB Steuerberatungsgesellschaft oder telefonisch unter der Nummer 03731/35320. –www.biallas-freiberg.de 3976992-10-1 3976029-10-1 3975555-10-1