Aufrufe
vor 3 Wochen

FP Steuern und Finanzen - 25.01.2019

  • Text
  • Finanzen
  • Geld
  • Steuern
  • Januar
  • Sonderausgabe
  • Altersvorsorge
  • Kauf
  • Etfs
  • Arbeitgeber
  • Geltend

8 STEUERN & FINANZEN 25.

8 STEUERN & FINANZEN 25. Januar 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Falsches Spiel mit Gewinnmitteilungen Notarkammer Sachsen warnt vor Betrügern Das sind die Kostenfallen beim Kauf einer Eigentumswohnung Notar gibt Tipps rund um den Erwerb der Immobilie ANZEIGEN Die Notarkammer Sachsen warnt vor Gewinnbenachrichtigungen von Fantasienotaren. Immer wieder versuchen Betrüger Bürger dazu zu bewegen, Gelder ins Ausland zu transferieren. Sie locken mit Geldgewinnen und geben sich als Notare aus. Ein Anruf bei der Notarkammer Sachsen sowie eine Internetrecherche im Notarverzeichnis der Bundesnotarkammer schaffen Klarheit, ob Betrüger am Werk sind. Die Freude von Heidemarie Beyer (Name geändert) währte nicht lange. Ein angebliches Notarbüro informierte sie telefonisch über einen Geldgewinn. Zum Erhalt des Gewinns sei es nötig, die Notarkosten zu übernehmen. Frau Beyer überwies den Betrag per Western Union an einen Herrn in Österreich, der ihr von der angeblichen Notarin am Telefon als Empfänger mitgeteilt worden war. Ein Geldsegen erhielt Frau Beyer nicht. Vielmehr rief die Dame eine Woche später erneut an und forderte dreist eine weitere Überweisung. Es habe sich herausgestellt, dass Frau Beyer einen noch größeren Betrag gewonnen habe. Also sei ein höherer Betrag für die notarielle Bearbeitung erforderlich. Erst jetzt schöpfte Frau Beyer Verdacht. Ein Anruf bei ihrem örtlichen Notar, der die Notarkammer einschaltete, zeigte, dass Frau Beyer Betrügern aufgesessen war. „Verunsicherte Bürger sollten sich eine schriftliche Gewinnbestätigung geben lassen“, rät Geschäftsführer Manuel Kahlisch von der Notarkammer Sachsen. Sobald für die Auszahlung eines Gewinns Kosten angefordert werden, müsse man hellhörig werden. In keinem Fall sollte Geld ins Ausland überwiesen werden“, so Kahlisch. 3976229-10-1 3976454-10-1 3976163-10-1 Die Wohnung gefällt – Lage, Schnitt und Kaufpreis überzeugen. Jetzt schnell kaufen? „Beim Kauf einer Eigentumswohnung erwirbt der Käufer nicht nur das Eigentum an einer Wohnung. Er wird Teil einer Gemeinschaft und erwirbt anteilig Eigentum am Gemeinschaftseigentum“, erläutert Manuel Kahlisch, Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen. „Hier lauern Kostenfallen, die oft übersehen werden.“ Größe des Miteigentumsanteils Käufer erwerben stets einen Miteigentumsanteil am Gemeinschaftseigentum. Hierzu gehören etwa wichtige Gebäudeteile, wie Dach oder tragende Wände, aber auch die Außenanlage. Die Verteilung der Kosten für das gemeinschaftliche Eigentum richtet sich im Regelfall nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile. Demgegenüber spielt der individuelle Nutzen, der zum Beispiel bei einem Fahrstuhl für die Erdgeschosswohnung kaum besteht, keine Rolle. Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung Bei aller Freude über die Traumwohnung: Es lauern beim Kauf auch einige Kostenfallen. Foto: Petra Homeier/stock.adobe.com ······································································· MANUEL KAHLISCH Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen Foto: Notarkammer Sachsen ······································································· Was zum Gemeinschaftseigentum und was zum jeweiligen Sondereigentum, also dem Alleineigentum an einer Wohnung, gehört, ergibt sich aus der Teilungserklärung samt Aufteilungsplan. Die Unterscheidung ist nicht nur für die Frage relevant, wer welche Gebäudeteile wie nutzen kann, sondern auch für die Kostenverteilung. „Achten Sie zudem darauf, dass tatsächliche Bauausführung und Teilungserklärung übereinstimmen. Abweichungen zwischen Plan und Realität können Rechtsstreitigkeiten und Kosten verursachen“, so Kahlisch. Jede Anlage hat ferner eine Gemeinschaftsordnung, die das Miteinander der Wohnungseigentümer regelt. Dort finden sich oft spezielle Kostenregelungen, die von der Grundregel der Verteilung nach Miteigentumsanteilen abweichen. Zudem können sich Regeln zur Kostentragung auch aus Beschlüssen ergeben. „Daher sollten Sie sich zurückliegende Beschlüsse ansehen, und zwar vor dem Beurkundungstermin“, betont der Experte. Hausgeld und Instandhaltungsrücklage Bei einer Wohnungseigentumsanlage fallen stets Kosten für Instandhaltung, Betriebskosten und Bildung einer Rücklage an. Hierfür zahlen die Eigentümer ein monatliches Wohn- beziehungsweise Hausgeld. Diese laufenden Kosten sollten Käufer unbedingt kennen. Gerade bei älteren Wohnanlagen ist außerdem die Höhe der vorhandenen Instandhaltungsrücklage wichtig, da diese ein finanzielles Polster für anstehende Maßnahmen bildet. Sonderumlagen und Kredite Speziell bei größeren baulichen Maßnahmen in der Anlage reicht die Instandhaltungsrücklage aber oft nicht aus. Dann wird eine Sonderumlage beschlossen. „Jeder Käufer muss bedenken, dass eine solche Umlage regelmäßig erst fällig wird, wenn der Verwalter sie tatsächlich anfordert. Für den Käufer als neuen Eigentümer besteht daher die Gefahr, aufgrund von Beschlüssen, die zeitlich vor seinem Eigentumserwerb liegen, erhebliche Zahlungen leisten zu müssen. Informieren Sie sich also stets vor einem Kauf, ob bereits Sonderumlagen beschlossen, jedoch noch nicht eingefordert wurden“, rät Kahlisch und ergänzt: „Die Gemeinschaft kann ebenso einen Kredit aufgenommen haben, für den der Erwerber mithaftet.“ Fazit: Interessenten sollen sich immer über die Folgekosten informieren, die eine Eigentumswohnung verursacht. Der Blick in Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und Beschlusssammlung ist unerlässlich.

STEUERN & FINANZEN 25. Januar 2019 9 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Dienst- und Handwerksleistungen Kunden und Mieter können ihre Steuerschuld senken – 20 Prozent Ersparnis sind möglich Um Zahlungen an den Staat zu sparen, können sich Steuerpflichtige Aufwendungen im eigenen Haushalt für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerksleistungen anrechnen lassen. „Absetzbar sind dabei nur die Kosten der reinen Arbeitsleistungen, nicht jedoch Materialkosten“, betont Steuerberater Alexander Holzhauer. Er ist Steuerberater und Geschäftsführer der ehk Eberlein Holzhauer Kraatz Steuerberatungsgesellschaft mbH in Chemnitz. Wichtig sei, dass die Kosten nur geltend gemacht werden können, wenn eine Rechnung vorliegt und diese per Überweisung oder Lastschrift bezahlt wurde. Außerdem müsse die Leistung räumlich im eigenen Haushalt erfolgen. „Ausnahmsweise können auch Leistungen, die jenseits der Grundstücksgrenze erbracht werden, begünstigt sein, wenn sie ,zum Nutzen des Haushalts‘ erledigt werden, zum Beispiel der Winterdienst vor dem Grundstück“, ergänzt der Steuerfachmann. Umstritten sind in diesem Zusammenhang Reparaturen in der Werkstatt des Handwerkers – zum Beispiel die Reparatur einer Tür in der Werkstatt eines Handwerkerkosten können die Steuerschuld senken. Foto: Elnur/stock.adobe.com Schreiners. „Das Finanzgericht Nürnberg erkannte die Kosten nicht an, während das Finanzgericht Berlin-Brandenburg in einem ähnlichen Fall die Kosten anerkannt hat“, ergänzt Holzhauer. Mieter können Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, die sich in der Nebenkostenabrechnung wiederfinden – Kosten für Hausmeister, Gartenarbeiten, Reinigung oder Reparaturen. „Viele Vermieter weisen die ansetzbaren Kosten bereits gesondert aus. Da die Nebenkostenabrechnung jedoch meist bis zur Abgabefrist der Einkommensteuererklärung – ab dem Veranlagungsjahr 2018 der 31. Juli des Folgejahres – noch nicht vorliegt, dürfen hier die ansetzbaren Nebenkosten des Vorjahrs genommen werden“, sagt der Steuerberater. Die Steuerermäßigung betrage bei haushaltsnahen Dienstleistungen wie etwa Haushaltsreinigung oder Schornsteinfeger 20 Prozent der Kosten, maximal aber 4000 Euro. Für haushaltsnahe Handwerksleistungen betrage die Steuerermäßigung auch 20 Prozent, maximal aber nur 1200 Euro. ANZEIGE SERVICE Jobtickets: Seit Januar 2019 werden Barzuschüsse und Sachbezüge für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers von der Steuer befreit. Die Steuerbefreiung umfasst zudem private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Die steuerfreien Leistungen müssen aber bei der Einkommensteuererklärung auf die Entfernungspauschale angerechnet werden, sodass sich der Werbungskostenabzug mindert. Dienstfahrräder: Der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines betrieblichen Fahrrads vom Arbeitgeber ist seit Jahresbeginn steuerfrei – ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale. Dienstelektrofahrzeuge: Dürfen Dienstelektrofahrzeuge privat genutzt werden, ist dieser geldwerte Vorteil zu versteuern. Bei der pauschalen 1-Prozent-Methode wird als Bemessungsgrundlage der halbe Bruttolistenneupreis herangezogen. Weitere Informationen gibt es bei der ehk Eberlein Holzhauer Kraatz Steuerberatungsgesellschaft mbH, Moritzstraße 19 in Chemnitz oder unter der Rufnummer 0371 666388-0. 3969147-10-1