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Freiberg Aktuell 2017

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WIRTSCHAFT &WISSENSCHAFT

WIRTSCHAFT &WISSENSCHAFT 1 2 3 4 DER ZUKUNFT EINEN SCHRITTVORAUS 60 JAHRE HALBLEITERTECHNIK in Freiberg Betrachtet mandie letzten850 Jahre, so trägtFreibergden Beinamen „Silberstadt“nicht zu unrecht. Dochseit in derRegiondas letzte Edelmetall ansLicht befördertwurde,ist schon einige Zeit vergangen. DerBergbau istdennoch ein lebendiger Teil der Stadt geblieben, besonders durch dieWirkung der1765gegründeten TU Bergakademie Freiberg. Aber dasSilberbestimmtnicht mehr den Alltag derMenschen. Vor60Jahren begann eine andere Geschichte,die bis heute nicht nur Spuren hinterlassen hat, sondern nach wie vor eineder wirtschaftlich wichtigsten Entwicklungenvon Gegenwart und Zukunftbestimmt. Dabeidreht sich allesumdas sogenannte„Silber der Zukunft“:Das Silizium. Einganzklein wenig weiterzurückals in das Jahr 1957 reicht derZeitstrang derFreibergerHalbleitertechnik,hat diesedochbereits 1949 ihre Wurzeln in der Gründung des „Forschungsinstitutes fürNichteisenmetalle“.Am 1. April 1957 ging daraus der „VEB Spurenmetalle Freiberg“ hervor. Zunächst galt eine der Aufgaben desBetriebesder Erschließungvon Lagerstätten für seltene Elemente undStoffeauf demGebietder DDR. Später allerdings gerieten Recyclingprozesse mehr in den Fokus, bei denen solche Werkstoffe wieetwa Germanium,Titan oder Indium aus Abfallproduktengewonnenwurden, wichtige Bestandteile des damals noch jungenElektronikbaus.Abden 1960er Jahren vollzogsichallmählich der Einstieg indie Mikroelektronik unddamithin zu denSiliziumtechnologien. Der VEB Spurenmetalle wurde schließlich zum führenden ostdeutschen Hersteller vonWafern aufSilizium-und Germaniumbasis. Eine Entwicklung, die sich inden 1970ernund 1980ernnochverstärkte. Biszu1.800 Menschen arbeiteten hier. Das ändertesichmit derpolitischen Wende. Aus dem VEB wurde die „Freiberger Elektronikwerkstoffe Produktions-und Vertriebsgesellschaft mbH“, kurz FEW. Nach zahlreichen Unsicherheiten undVeränderungen warenesbesonders dieJahre 1994 bis 1999, welche die entscheidenden Weichenstellungen mit sich brachten.Zunächst übernahm 1994 derBayer-Konzern diedamalsnoch FREIBERG aktuell · 22

WIRTSCHAFT &WISSENSCHAFT 5 6 7 recht kleine Solar-Sparte, die dann 1999 an die Bonner „SolarWorld“ weiterverkauftwurde.Das Unternehmen investierte in der Folge hohe Beträge und machte aus Freiberg einen erfolgreichen Standort der Solarzellen-Produktion. Im Jahr 1995 ging ausdem FEWmit der„FreibergerCompoundMaterialsGmbH“ alsTeilder „Federmann EnterprisesLtd.“ ein weiteresUnternehmen hervor.Seither entstand eine moderne Fertigungsstätte mit einerderzeitigen Reinraumfläche von4.000 Quadratmetern. Das Kerngeschäft derFEW,die Elektroniksiliziumproduktion,wurde 1996 in die „Wacker Siltronic“ integriert. Heuteist die„SiltronicAG“ einführenderHerstellervon Siliziumwafern. In denStandortFreibergwurdeningut zwei Jahrzehntenrund800 Millionen Euro investiert. 2016 weihteman eine Ziehhalle mit1.500 Quadratmetern ein, speziellfür diestate-of-the-art Kristallziehanlagen. Nach 60 Jahren ist also ein Ende derSilizium-Geschichte in Freiberg nichtinSicht. Foto 1: DasLaborgebäude von1957 gilt als Wiege der VEB Spurenmetalle Freibergund wurde bis Ende der 1960er Jahreals Produktionsgebäude genutzt. Foto 2: Germanium- Rohdestillation im VEB Spurenmetalle Freibergum1959. In den 1970ern löstedas Silizium Germanium als Grundlage für Wafer ab. Foto 3: Eine Zonenschmelzanlage 1961, bei der aus der Schmelzzone eines abschmelzenden polykristallinen Germaniumstabes der Einkristall gewonnen wird. Foto 4: Fertigung von5-Zoll (125 mm) Wafern (1992/1993). Foto 5: Temperaturprüfung an der Sechsbrückenanlage zur Herstellung vonPolysilizium in den 1980er Jahren. Foto 6: Bestückung der Läppmaschine zur Siliziumscheibenproduktion durch eine Mitarbeiterin (1978). Foto 7: Luftbildaufnahme des Halbleiter-Produktionsstandortes „Gewerbegebiet Süd“ (2016). Fotos(7): Siltronic AG. Industrietechnik Ingenieurtechnik Gebäudetechnik Schaltanlagenbau Einfach einschalten. AEK GmbH Tel. 03731 7879-0 Fax 03731 7879-28 www -28 www.aek-freiberg.de Automation Elektro Kreutzpointner AEK 23 · FREIBERG aktuell