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Freiberg aktuell 2018

WIRTSCHAFT &

WIRTSCHAFT & WISSENSCHAFT Der Erweiterungsbau der Kindertagesstätte Hornmühlenweg konnte im April von den Kids in Besitz genommen werden. Foto: STUWE/Detlev Müller Schon frühzeitig dürfen die Kids mit Ihren Eltern Campusluft bei der Junior-Uni schnuppern. Foto: TU Bergakademie Freiberg STUDIEREN MIT KIND VERSORGUNGSQUOTE weiterhin auf Höchststand Dieser Tage erst fertig gestellt und schon komplett belegt, der Anbau an der Kindertagesstätte des Studentenwerks Freiberg am Hornmühlenweg. Gemeinsam mit der Stadt Freiberg, dem Landkreis Mittelsachsen und dem Bund konnten an diesem Standort weitere 25 Plätze für den studentischen Nachwuchs geschaffen werden. Auch dieses Projekt zeigt wieder, dass die Spitzenposition, die das Freiberger Studentenwerk deutschlandweit innehat, nämlich die höchste Versorgungsquote mit KiTa-Plätzen an der Zahl der eingeschriebenen Studenten gemessen, nur durch eine hervorragende Zusammenarbeit möglich ist. Die Kooperation zwischen Stadt, Universität, Landkreis und Studentenwerk ist seit jeher geprägt von dem gemeinsamen Streben nach ein und dem selben Ziel – die Bedingungen für junge Familien zu verbessern. Kinderbetreuung durch das Studentenwerk ist auch an weiteren Stellen etwas Besonderes. Nicht nur, dass in den Kindertagesstätten auch besonders junge Kinder, bereits ab 4 Monaten betreut werden, es wird auch ein sehr großes Augenmerk auf das Thema Ernährung gelegt. Seit dem Jahr 2013 sind beide Kindereinrichtungen nach „Fit Kid“ zertifiziert – als erste KiTa‘s in ganz Sachsen. Die Verteidigung des Zertifikates konnte bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Auch sind die Betreuungszeiten besonders an die Bedürfnisse von Studenten angepasst und gehen deutlich über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus. Kinderbetreuung gehört im Studentenwerk Freiberg zum Selbstverständnis. Bereits seit 1991 bietet das Studentenwerk KiTa-Plätze am Hornmühlenweg an. Das Ziel aller dieser Entscheidungen und Angebote ist klar. Studenten, wie auch Mitarbeiter, die sich für ein Kind entscheiden, oder sogar schon eines haben, sind im Betreuungsbereich des Studentenwerkes Freiberg gern gesehen und es wird das Möglichste getan, sie dabei zu unterstützen. WWW.STUDENTENWERK-FREIBERG.DE Für’s drumherum beim Studium Fragen… zum Wohnen? ☎ (0 37 31) 38 34 55 zur Verpflegung? ☎ (0 37 31) 38 33 40 zum BAföG? ☎ (0 37 31) 38 32 80 zur Sozialberatung? ☎ (0 37 31) 38 32 02 www.studentenwerk-freiberg.de FREIBERG aktuell · 20

WISSENSCHAFT & WIRTSCHAFT Historische Ansicht des Hüttenstandorts Muldenhütten. Fotos (2): MRU Ansicht von MRU und Muldenhütten heute. Geschäftsführer Martin Fischer bei der Compound-Kontrolle. Foto: Wieland Josch ZWEI JUBILÄEN VOR FREIBERGS TOREN 700 JAHRE Standort Muldenhütten und 25 Jahre MRU Es ist einem gewissen Emmerich Heinemann zu verdanken, dass 2018 der 700. Jahrestag der urkundlichen Ersterwähnung des Hüttenstandortes Muldenhütten vor Freibergs Toren begangen werden kann. Jener Heinemann vermachte in einer letztwilligen Verfügung vom 24. Februar 1318 unter anderem seinem Schwager Hannus Anteile an den Bälgen, die er an der Mulde hatte, allerdings unter der Bedingung, und hier wird es für die Hütten-Historiker wichtig, dass sich besagter Hannus an der Arbeit der Hütte beteiligt. Natürlich reicht die Geschichte von Muldenhütten noch weiter zurück als in das schriftlich belegte Jahr, ist der Standort doch eng mit den Freiberger Silberfunden von 1168 verbunden. In der Nähe von Gruben wurden auch immer schon Schmelzhütten angelegt, und da zum Betrieb der Blasebälge ein fließendes Gewässer nötig war, bot sich der Platz an der Mulde wie kaum ein zweiter an. Über Jahrhunderte hinweg behielt Muldenhütten seinen Zweck und seine Bedeutung bei. Von dem Eintritt ins Industriezeitalter zeugt heute noch das eindrucksvolle Zylindergebläse, welches 1928 in Betrieb genommen wurde. Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH Zu DDR-Zeiten war Muldenhütten Teil des Bergbau- und Hüttenkombinates „Albert Funk“. Mit der politischen und wirtschaftlichen Wende änderte sich das und es galt für alle Beteiligten, schwere Herausforderungen zu meistern, um den Betrieb vor Ort erhalten zu können. Nach 440 Jahren in Staatsbesitz brachen mit einem Kaufvertrag im Dezember 1992 neue Zeiten an. Das Unternehmen Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH (MRU) nimmt als Teil der Rheinischen Zinkgesellschaft 1993 offiziell seine Arbeit auf und startet damit eine jener Erfolgsgeschichten, an denen die Region schon in der Vergangenheit so reich war. Es entsteht eine neue Sekundärbleihütte, die im April 1995 in Betrieb geht. Mit der Rückführung aller Bestandteile von Blei-Säure-Batterien, wie sie in Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommen, in den Produktionskreislauf werden hier an diesem Standort neue Maßstäbe für umweltgerechtes Recycling gesetzt. Historisches Ereignis Erstmals in seiner 700-jährigen Geschichte wurde im Juni 2012 am Standort Muldenhütten bei MRU neben Sekundärblei ein Kunststoff-Compound hergestellt. Basismaterial sind vorwiegend die Batteriegehäuse. Unter dem Namen Seculene werden die Compounds seither vertrieben. Sie finden in der Autoindustrie Verwendung bei der Herstellung etwa von Radhausschalen, Unterbodenschutz oder Kabelkanälen und können in 20 verschiedenen Qualitäten hergestellt werden. Dies ist nur ein Beispiel für die erfolgreichen Entwicklungen, die dazu führten, dass heute nahezu 100 Prozent der Batterien und ihrer Bestandteile wiederverwertet werden können, Möglichkeiten, von denen andere Recycling-Systeme meilenweit entfernt sind. Durch kluge und zahlreiche Investitionen in vorhandene und neue Anlagen sowie die Kraft der aktuell rund 140 Mitarbeiter ist MRU zu einem erfolgreichen und modernen Unternehmen und Ausbildungsbetrieb in einem starken Verbund der Berzelius Metall und der Eco-Bat-Gruppe geworden. WWW.ECOBATGROUP.COM/MRU UMWELTGERECHTES RECYCLING – WIR SCHLIESSEN DEN KREISLAUF. Die MRU Freiberg sorgt dafür, dass neben dem Blei auch die Kunststoffgehäuse und die weiteren Bestandteile von gebrauchten Starterbatterien in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können. Jährlich werden am Standort ca. 55.000 t Blei und Bleilegierungen, ca. 5.000 t Natriumsulfat und ca. 15.000 t Seculene® PP produziert. Zusätzlich entlasten wir die Umwelt mit der thermischen Verwertung von rund 20.000 t Sonderabfällen in unserer Verbrennungsanlage. Die MRU GmbH trägt mit modernsten Produktionsanlagen nachhaltige Verantwortung für Umwelt- und Arbeitsschutz und ist Ausbildungsbetrieb für kaufmännische und technische Berufe. T E C H N O L O G I E S Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH Muldenhütten 25 Telefon: +49 3731 367-0 09599 Freiberg www.ecobatgroup.com/mru 21 · FREIBERG aktuell