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Freiberg aktuell 2018

WIRTSCHAFT &

WIRTSCHAFT & WISSENSCHAFT NEUES UNTERNEHMEN FASST IN FREIBERG FUSS FRESITEC auf dem SAXONIA-Gelände Ulrich Loser, Geschäftsführer der Loser Holding (r.) und Ingo Röver, technischer Geschäftsführer der FRESITEC. Foto: Wieland Josch Es war ein wichtiger Augenblick, als im Februar dieses Jahres das Unternehmen Freiberger Recycling und Silicium Technologie FRESITEC an der Alfred- Lange-Straße den ersten produktiven Siliziumblock fertigstellte. Für die erst im November 2017 an den Start gegangene Firma, ein Tochterunternehmen der Loser Holding aus Zwickau, schloss sich damit ein erster Kreis. Mit dem 600 Kilogramm schweren Block, rekristallisiert in einem der vier Kristallisationsöfen, lief die Produktion am Standort Freiberg offiziell an. Die Halle, in welcher der Siliziumblock geschaffen wurde, und die dazugehörigen Gebäude waren vorher Teil von SolarWorld Industries. Die Loser Holding erwarb die Immobilie und mit ihr die vier erwähnten Öfen, welche aber erst vom Standort im Gewerbegebiet Freiberg Ost bei Hilbersdorf überführt wurden. Den Begriff Recycling benutzt man hier eigentlich gar nicht so gerne. Das klinge so ein wenig nach Müllverwertung. Aufbereitung trifft es deutlich besser. Die Fertigung von rekristallisierten Siliziumblöcken ist nur ein Teil der vor Ort stattfindenden Leistungen. Man widmet sich ebenso der klassischen Siliziumaufbereitung, etwa durch mechanische Bearbeitung, bei der gemahlen, gestrahlt, gebrochen und gesägt wird, oder durch chemische Bearbeitung zur Oberflächenreinigung. Mit der Freiberger Recycling und Silicium Technologie hat sich ein neues Unternehmen in der Silberstadt etabliert, welches mit seinem Leistungsangebot ganz in der Tradition des Standortes auf dem Gelände der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft steht. Über 60 Jahre währt schon die Geschichte der Siliziumproduktion und -aufbereitung in der Silberstadt. FRESITEC steht mit dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt. FREIBERG aktuell · 24

KOMPETENZZENTRUM FÜR BRANDSCHUTZ MPA DRESDEN GMBH in Freiberg WIRTSCHAFT & WISSENSCHAFT AUSGEZEICHNETE INNOVATIONEN FREIBERG INSTRUMENTS GMBH in Freiberg Unweit der Reichen Zeche, hat ein Unternehmen seinen Sitz, welches in der langen Tradition des Brandschutzes, seit mehr als acht Jahrzehnten in Freiberg beheimatet, tätig ist: MPA Dresden GmbH. Hervorgegangen aus dem Institut für Bergbausicherheit ist die 1991 gegründete Firma heute als Prüf-, Der neue Fassadenprüfstand auf dem Gelände der MPA Dresden in Freiberg. Foto: Wieland Josch Überwachungs- und Zertifizierungsstelle sowie als Ingenieurbüro im bauprojektbezogenen, organisatorischen und überwachenden Brandschutz tätig. Komplexe Tests zur Brandsicherheit werden auf dem MPA-Gelände durchgeführt. Feuerlöscher werden praktisch geprüft, Eisenbahnwaggons, Schiffsteile oder Lagerschränke werden auf Brandschutz getestet. Seit 2017 ragt sogar ein neuer, 22 Meter hoher Fassadenprüfstand in den Himmel. Hier werden Brandprüfungen etwa an Wärmedämmverbundsystemen, wie sie beispielsweise an Hochhäusern Verwendung finden, vorgenommen. Zudem sind nun Realbrandversuche möglich. Diese Anlage ist in Europa einmalig und macht das Unternehmen von Geschäftsführer Thomas Hübler für seine internationalen Kunden noch attraktiver. WWW.MPA-DRESDEN.DE Will man so genau wie möglich wissen, wie alt etwa ein Mineral ist oder aber ein Kunstwerk, dann muss man auf ausgeklügelte Technik zurückgreifen. Und die kommt dann mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Freiberg. Das Unternehmen „Freiberg Instruments“ hat sich mit der Entwicklung und Herstellung von Geräten zur Altersbestimmung einen Weltmarktanteil von mehr als 50 Prozent erarbeitet. Bis zu einer Million Jahre in die Vergangenheit kann man so „reisen“. Im Pariser Louvre werden die Entwicklungen eingesetzt, um Kunstschätze zu datieren, auch die University of Oxford nutzt die Technologie. Selbst die NASA ist ein guter Kunde. Doch ist dies nur ein Standbein des Unternehmens, welches 2005 als eine klassische Ausgründung aus der TU Bergakademie entstand. Gemeinsam mit Professor Jürgen Niklas wagte WWW.FREIBERGINSTRUMENTS.COM der studierte Physiker und heutige Geschäftsführer Dr. Kay Dornich den Schritt in die Existenzgründung. Den Anfang machte damals Messtechnik für die Halbleiterindustrie. Mit der Bestimmung der Minoritätsdauer beim Silizium konnte gut vorausgesagt werden, welches Verhalten und welche Lebensdauer das Material hat. 2012 kam die Radikalmessung in chemischen Substanzen dazu. Derzeit arbeiten zwischen 35 und 40 Mitarbeiter im Unternehmen an der Delfter Straße. Sie kommen aus Deutschland, Indien, Spanien oder Irland. Die Entwicklung steht nicht still und bei Freiberg Instruments bleibt man immer dran, was weitere Möglichkeiten und Ideen angeht. Für das bereits Geleistete gab es 2011 den Sächsischen Innovationspreis und 2017 kam der Große Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung dazu. ZINK – AUS DEM STAUB IN DIE HÜTTE BEFESA ZINC FREIBERG GMBH Umweltschutz und Arbeitssicherheit als Zukunftskonzept – ANZEIGE – Etwa 220.000 Tonnen zinkhaltiger Stahlwerksstäube verarbeitet das Unternehmen Befesa Zinc Freiberg GmbH jährlich. Die darin enthaltenen 20 bis 35 Prozent Zink werden in den beiden 43 und 50 Meter langen Drehrohröfen mittels des patentierten SDHL-Verfahrens thermisch zu einem Sekundärzinkkonzentrat aufbereitet, dass mit rund 65 Prozent Zink in den entsprechenden Hütten weiterverarbeitet werden kann. Die Befesa Freiberg führt damit ca. 30.000 Tonnen Zink im Jahr in den Rohstoffkreislauf zurück. Hervorgegangen aus dem ehemaligen Bergbau- und Hüttenkombinat „Albert Funk“ hat Befesa Zinc Freiberg GmbH, bis 2007 B.U.S Zinkrecycling, eine stabile und positive Entwicklung genommen. Auch aufgrund der Tatsache, dass das Unternehmen nicht nur in die Technologie, sondern immer auch in Arbeitssicherheit und Umweltschutz investiert hat. Die im Ausgangsmaterial vorliegenden Schwermetalle erfordern dabei die größte Aufmerksamkeit. Im Jahr 2013 wurden mit der Einhausung der Bandanlagen die diffusen Emissionen ein weiteres Mal drastisch gesenkt. „Diese Eine-Million- Investition war für uns ein weiterer Beitrag zur langfristigen Sicherung des Standorts, an dem auch klassische Metallurgie und Hochtechnologie nebeneinander bestehen können“, so Geschäftsführer Uwe Hasche. Mit der Installation eines geschlossenen Brauchwasserkreislaufs für die Produktwäsche ist das Unternehmen seit 2004 frei von industriellen Abwässern. Ein weiterer wesentlicher Schritt zur Verbesserung des Umweltschutzes war in 2017 die Investition von ca. 6,2 Mio. Euro in die Errichtung von zwei Abgasnachverbrennungsanlagen zur weiteren Reduzierung der organischen Bestandteile und Kohlenmonoxid im Abgas der Drehrohröfen. Die Befesa Zinc Freiberg GmbH betreibt seit 1999 ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 bzw. EMAS. Ende 2007 erhielt sie als das fünfte Unternehmen in Sachsen die Zertifizierung des Arbeitsschutzmanagements auf der Grundlage des „Occupational Health and Risk Managementsystems“. Mit der Einführung eines Qualitäts- und eines CO 2 -Managementsystems nach ISO 9001 bzw. ISO 14064 in 2013 ist die Befesa Zinc Freiberg GmbH nun mit einem komplexen Umwelt-, Qualitätsund Sicherheitsmanagement für die Zukunft gut aufgestellt. WWW.BEFESA.COM Die Befesa Zinc Freiberg GmbH macht auf dem SAXONIA Areal Zink aus Stahlwerksstäuben wieder verwertbar und leistet damit einen Beitrag zur Schonung unserer natürlichen Ressourcen. BEFESA ZINC FREIBERG GMBH · ALFRED-LANGE-STR. 10 · 09599 FREIBERG · TEL. 03731-3899-0 · FAX 03731-389912 25 · FREIBERG aktuell