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Freiberg aktuell 2019

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FREIBERG ERLEBEN 100.

FREIBERG ERLEBEN 100. GEBURTSTAG – FORSCHUNGS- UND LEHRBERGWERK Mit einem großen Festakt am 7. Juni feiert das Forschungs- und Lehrbergwerk (FLB) der TU Bergakademie Freiberg seinen hundertsten Geburtstag. Am einzigen hochschuleigenen Bergwerk Deutschlands stehen auf einer Fläche von vier Quadratkilometern rund 20 Kilometer Streckennetz auf fünf Sohlen zur Verfügung. An 32 untertägigen Versuchsständen forscht und lehrt die TU Berg akademie hier mit externen Partnern aus 26 Ländern. Zudem werden hier Geothermie-Anlagen mithilfe von Grubenwässern (Schloss Freudenstein, Kreiskrankenhaus Freiberg und Campus Reiche Zeche) betrieben. Und der angeschlossene Rothschönberger Stolln dient zum Hochwasserschutz im gesamten Freiberger Revier. Das Biohydrometallurgischen Zentrum (BHMZ) gewinnt seit 2015 im Forschungs- und Lehrbergwerk zu Versuchszwecken Metalle (Zink, Kobalt, Indium, Eisen, Mangan). Ab April 2020 erhalten die Besucher im Rahmen der Landesausstellung mit der neuen 2,5 stündigen ForscherTour ins offene Grubenfeld einen spannenden Einblick in die Forschungsarbeiten der TU Bergakademie. BERGBAU UND FORSCHUNG „HIMMELFAHRT FUNDGRUBE“ – Unterricht im Schacht Das ist alles andere als unterirdisch, auch wenn es genau dort stattfindet: Das Projekt „Schule unter Tage“, welches vom Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ gemeinsam mit der Sparkassen-Stiftung für Kunst und Kultur im Silberbergwerk auf der Reichen Zeche durchgeführt wird, hat mittlerweile schon tausende Schüler aus der Freiberger Region mit der Arbeit in Schacht und Stolln Die Anlagen auf der Reichen Zeche werden Teil der Sächsischen Landesausstellung 2020. Bei „Schule unter Tage“ lernen Schüler aller Altersklassen viel über die Arbeit in einem Bergwerk. Fotos (2): Wieland Josch vertraut gemacht. Für Grundschüler gibt es das Angebot „Wie entsteht ein Bergwerk?“, die Klassenstufen 3 bis 6 beschäftigen sich mit dem Transport unter Tage und ganz neu seit diesem Jahr ist die Vermessung im Bergwerk, welche eine Ergänzung zum Mathematikunterricht der Klassen 7 bis 12 darstellt. Doch wird den Kindern und Jugendlichen nicht nur dieses Wissen vermittelt, sondern man bringt ihnen auch den Ursprung jener Traditionen nahe, von denen die Region noch heute lebt und die sich bei Bergparaden oder Mettenschichten präsentiert. WWW.SILBERBERGWERK- FREIBERG.DE FREIBERG aktuell · 14

FREIBERG ERLEBEN FREIBERGER » HUMBOLDT-SCHACHT « NUN PER YOUTUBE-VIDEO » ERFAHRBAR « Eine Visualisierung der ForscherTour, welche im Rahmen der Landesausstellung für den „Schauplatz Erz“ für die Reiche Zeche konzipiert wird. Foto: Detlev Müller / TU BAF SILBERBOOM IN FREIBERG „REICHE ZECHE“ als „Schauplatz Erz“ zur Landesausstellung 2020 Über Tage auf der „Reichen Zeche“ ist momentan kaum etwas zu sehen. Doch „hinter den Kulissen“ unter Tage wird bereits fleißig gearbeitet. Die Vorbereitungen für die 4. Sächsische Landesausstellung 2020 sind in vollem Gange. Von 25. April bis 1. November 2020 ist das Silber-, Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg als „Schauplatz Erz“ einer von sechs Begleitstandorten der Landesausstellung zur Industriekultur. Die Besonderheit: es handelt sich nicht um eine historische Schauanlage, sondern um einen aktiven Bergwerksbetrieb. Denn, wo einst die Bergleute Silber gewannen und Know-How sammelten, forschen und lehren seit 100 Jahren Wissenschaftler der weltweit ältesten montanwissenschaftlichen Hochschule und jetzigen Ressourcenuniversität. Zur Landesausstellung können sich die Besucher hier, ausgestattet wie ein echter Bergmann, auf die Spuren der Vergangenheit begeben, dabei aber auch Gegenwart und Zukunft erkunden. In 150 Metern „Teufe“ gewährt dann eine neu konzipierte EntdeckerTour Einblicke in den sächsischen Erzbergbau. Eine neue ForscherTour ins offene Grubenfeld zeigt entlang ausgewählter Untertagelabore zukunftsweisende natur- und geowissenschaftliche Forschung. Diese UntertageTour führt die vielfältige Nutzung dieses Bergwerkes und damit das Heute und Morgen des Freiberger „Silberbooms“ vor Augen. Auch über Tage erwarten die Besu- WWW.BOOM-SACHSEN.DE cher Neuerungen sowie spannende Angebote rund um das Thema „Rohstoffe“ und die Sozialgeschichte des Montanwesen. Die 4. Sächsische Landesausstellung ist ein Projekt des Freistaates Sachsen, koordiniert vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes. Die Technische Universität Bergakademie Freiberg ist Ausrichterin der Schauplatzausstellung „Silberboom“ im Forschungs- und Lehrbergwerk Freiberg/Silberbergwerk auf der „Reichen Zeche“, Hauptpartner ist der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ e.V. Die Stadtverwaltung Freiberg unterstützt das Projekt maßgeblich. Die 4. Sächsische Landesausstellung findet vom 25. April bis 1. November 2020 unter dem Titel „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ statt. Erstmals wird ein dezentrales Konzept realisiert. Neben einer Leitausstellung in Zwickau widmen sich sechs authentische Orte den Schlüsselthemen der sächsischen Industrialisierung. Weitere Standorte der Zusatzausstellungen sind das Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau), das Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (Eisenbahn und Gütertransport), die Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie) und das Bergbaumuseum Oelsnitz/ Erzgebirge. Markscheider der TU Bergakademie haben den Familienschacht am Freiberger Untermarkt digital vermessen. Hier war Alexander von Humboldt während seines Studiums im Juli 1791 eingefahren. Durch ein Youtube-Video können sich nun auch Bürger und Besucher ein Bild davon machen. Aus Sicherheitsgründen kann der steile und enge Schacht nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. Gegenwärtig wird er von der Bergsicherung Freital unter Aufsicht des Oberbergamtes Freiberg saniert. Um trotzdem einen Eindruck dieses historischen Objektes zu bekommen, führte das Institut für Markscheidewesen und Geodäsie eine vermessungstechnische Digitalisierung des Schachtes und eines Streckenkreuzes in 35 Metern Tiefe durch. Im Januar 2019 wurden alle zugänglichen Bereiche mit moderner 3D-Technologie vermessen. „Die Enge Ein Schauplatz der 4. Sächsischen Landesausstellung silber.boom–sachsen.de boom.sachsen der Grubenbaue, die Nässe, die stark verschmutzen und verschlammten Oberflächen führten Mensch und Technik an ihre Grenzen“, berichtet Dr. Thomas Martienßen vom Institut für Markscheidewesen. Es gelang die dreidimensionale Erfassung und 3D-Darstellung des Grubengebäudes. Der Schacht selbst führt auf das Niveau des „Eselstollens“ in 35 Metern Tiefe und trifft dort auf ein Gangkreuz. „Von dort ausgehend verlief die Vermessung in alle vier Richtungen, soweit dies für den Messenden zumutbar war“, erläutert Dr. Martienßen. „Arbeitete man sich zu Humboldt Zeiten mit Gradbogen und Kompass durch das Bergwerk, werden heute moderne 3D-Laserscanner und Virtuelle Realität eingesetzt“, kommentiert Prof. Dr. Jörg Benndorf, Direktor des Institutes für Markscheidewesen und Geodäsie. https://youtu.be/g3P3cFhQSfg SilberBoom. Forschungs- & Lehrbergwerk Silberbergwerk Freiberg 25.04.– 01.11.20 15 · FREIBERG aktuell