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Freiberg aktuell 2020

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FREIBERGERLEBEN EIN

FREIBERGERLEBEN EIN WELTERBEZENTRUM IM SILBERMANNHAUS Es warein großartiger Moment Mitte desvergangenenJahres, als imaserbaidschanischenBakudas Unesco-Welterbekomiteebekannt gab,dass dieMontanregionErzgebirge/Krusnohoriden bedeutsamen Welterbetitelzugesprochenbekommt. ZwanzigJahre derMühen erhielten so ihreverdiente Krönung. Im September 2019 wurdeinFreibergdie entsprechende Urkundeüberreicht. Nach denMühen derVorbereitung undBewerbung muss nun alles weitermit Lebengefüllt werden. DasSilbermannhaus am Schlossplatz. – SILBERMANN-HAUS FREIBERG – Silberklang & Handwerkskunst Ausstellung zur Orgelwelt Gottfried Silbermanns In dem Haus,indem Gottfried Silbermann vor300 Jahren seine Werkstatt hatte, können Besucher heuteineiner modernen Ausstellung die Kunst des Orgelbaumeisters kennenlernen und die faszinierende Königin der Instrumente auf vielfältige Weise erleben –sehen, hören und ausprobieren! Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr Vier Zentrensollenanverschiedenen OrtenimErzgebirgeentstehen, in denendie Gästeeinen Überblick über dieSehenswürdigkeitender Bergbauzeugnisse erhalten, in denen siesichinformierenund ersteEindrücke bekommen können. Ein solches Welterbezentrumwirdin Freibergzufindensein. Dort,wo heutebereits dieTourist-Information unddie Gottfried-Silbermann-Gesellschaftihren Platzhaben, nämlich im Silbermannhausunweitdes SchlossesFreudenstein, soll künftig dasZentrum ebenfalls zu findensein. Dazu sind umfangreiche Arbeiten undUmstrukturierungennötig, dieman aber gemeinsamangehen wird.Durcheinen Anbau wird der dafürnotwendigePlatz geschaffen. Das Silbermannhauswirdsonoch attraktiverfür Besucher undsogibt es noch einen Grund mehr,Freiberg kennenzulernen. WWW.MONTANREGION-ERZGEBIRGE.DE DieGroße Silbermann-Orgel von1714 im Dom. Fotos(3): Wieland Josch DASERBE DES GROSSEN ORGELBAUERS SILBERMANN-GESELLSCHAFT ist kultureller Motor WWW.SILBERMANN.ORG Vermutlich war erder größte und bedeutendste Orgelbauer, der je gelebt hat: Gottfried Silbermann. Underkam ausder FreibergerRegion. 1683 in Kleinbobritzsch beiFrauenstein geboren, richtete er später in Freibergnahedem SchlossFreudensteinseine Werkstattein,aus derdie zahlreichenOrgelnkamen,die noch heute vielerortszuhören sind. Die bedeutendsteist wohl ohne Zweifel die GroßeSilbermann-OrgelimDom St.Marien.Prachtvollanzusehenist sie undihr Klangsucht seinesgleichen. Seit 1990 istesdie Gottfried-Silbermann-Gesellschaft,welche sich um das Erbe des Orgelbauers verdient macht. Ihren Sitz hat sie im SilbermannhausamSchlossplatz, genau da, woSilbermann einst wirkte und schuf. Hier hat sie eine kleine Ausstellung eingerichtet, ebenso wie eine Schauwerkstatt, in der besondersjüngerenGästenpraktisch gezeigt wird, wie man etwa eine hölzerneOrgelpfeife selbst herstellt. Internationale Bedeutung haben die alle zwei Jahre stattfindenden Silbermann-Tage, die seit geraumer Zeit inKombination mit dem Gottfried-Silbermann-Wettbewerb für junge Organisten veranstaltet werdenund beidenen Orgeln zwischenDresdenund demErzgebirge erklingen. Gottfried-Silbermann-Gesellschafte.V. Schloßplatz 6•09599 Freiberg•Telefon: 03731 7746505 www.silbermann.org Domorganist Albrecht Koch an der Großen Silbermann-Orgel. FREIBERG aktuell · 8

FREIBERGERLEBEN EIN BAUZUM LOBE GOTTES DER DOM ST.MARIEN AM UNTERMARKT Derfertig sanierte Kreuzgang am DomSt. Marien. Fotos(2): Wieland Josch VOMSTIEFKIND ZUM HEIMLICHEN STAR DER KREUZGANG im DomSt. Marien Mansprachvon ihm schon alsdem „Stiefkind“imEnsemble desFreiberger Doms St.Marien: DerKreuzgangstand überJahrzehntehinwegnicht nur rein architektonisch imSchatten des Gotteshauses. Doch hatsichdies in der jüngsten Vergangenheitschlagartig geändert.Aus derRumpelkammer, in dervor allemArbeitsmaterialien, Gestühl undall dasabgestelltwar, wasgerade nichtgebraucht wurde, istein wunderschönesVorzeigeobjekt geworden, wassichlängstzum heimlichen Star gemauserthat. Langjährige Sanierungsarbeiten machtendiesmöglich.Der Kreuzgangwar im Zuge des Dom-Neubausnachdem verheerenden Stadtbrand 1484 errichtetworden. Mit derEinführungder Reformationgut 50 Jahrespäterverlorerseine eigentliche Funktionund wurdezeitweise sogar als Heulagergenutzt.1622beschlossen angesehene Freiberger Familien, ihn als Erbbegräbnisstätte zu nutzen, auch,um ihn vordem Verfallzubewahren. Davon zeugenheute noch diezahlreichen Epitaphien an denKreuzgangwänden. Am Knickpunktdes Gangesbefindet sich die SchönbergscheKapelle mit einemTaufstein.Hier findennun nach derSanierung Veranstaltungenstatt, unteranderemKammerkonzerte. Die Annenkapelle,inwelcherder Gang seinen Anfangnimmt, wird vondiesem Jahr an ebenfallssaniertund vollendet mitihrer Fertigstellung diegroßartige Wiederbelebung desKomplexes. WWW.FREIBERGER-DOM.DE Zunächst wurdeder heutigeDom St.Marien Ende des12. Jahrhunderts alsMarienkircheerrichtet. 1480 erst wurdesie vonPapst Sixtus IV.zum Domerhoben. Das bliebsie auch, obwohl sieder Stadtbrandvon 1484 vernichtete, doch bauteman den Domwiederauf.Seit1537ist er ein evangelisch-lutherischesGotteshaus, welchesbis heutedie Menschen in seinen Bann zieht. Dafürsorgenvor allemdie grandiosen Zeugnisseder Bauschaffendenund ihreKunstwerke, wie etwa die Goldene Pforte, die Tulpen-und dieBergmannskanzel. Einenbesonders beeindruckenden Anblick bietet die Grablege der Wettiner. Und selbstverständlich sind es Erscheinung und Klang derbeidenSilbermann-Orgeln, die faszinieren. DerDom istheute ein gern besuchter Ort für Konzerte unterschiedlichster Art. Und dennoch isterseinerAufgabe, Gottes WWW.FREIBERGER-DOM.DE NEU: Führung Dom &Kreuzgang samstags 14 Uhr DerDom St.Marien am Untermarkt. Foto:Wieland Josch Lobzuverbreiten, verpflichtet. Zu den Gottesdiensten wird von der Bergmannskanzelgesprochen, zu besonderen Anlässenersteigtder Pfarrerdie Tulpenkanzel. Bewegend istdabei alljährlich derBerggottesdienst zumBergstadtfest, beidem sich dieMitgliederder Knappschaften vorihrer Parade durchdie Altstadt versammeln, um den Segen zu erbitten. In der Schönbergschen Kapelle des Kreuzgangs finden regelmäßig Kammerkonzerte statt. 9 · FREIBERG aktuell