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Freie Presse Buchprogramm | 08/2020

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Nun schauen mich immer

Nun schauen mich immer mindestens vier Augen an: Der Briefwechsel 1971 – 1998. Eine Freundschaft in Briefen Jetzt kaufen Carlfriedrich Claus; Gerhard Wolf; Christa Wolf Nun schauen mich immer mindestens vier Augen an: Der Briefwechsel 1971 – 1998 21 x 28 cm, 406 Seiten, fester Einband 28,50 €, ISBN 978-3-944509-57-0 Für Christa und Gerhard Wolf war der freundschaftliche Umgang mit Malern, Bildhauern und Grafikern nicht weniger anregend und intensiv als der mit Dichterkollegen und Autoren. Carlfriedrich Claus entwickelte aus seinem radikalen Konzept des künstlerischen und lebensweltlichen Dauerexperiments ein OEuvre, das sich gängigen Kategorien entzog. Grundlegend intermedial, kann es gleichzeitig als Text gelesen und als Bild betrachtet werden und war und ist singulär. „[M]eine Intention zielt ja genau dahin, die ‚räumlich wirkende‘ bildende mit der ‚zeitlich wirkenden‘ sprachlichen Kunst dialektisch zu verbinden“ erläuterte Carlfriedrich Claus 1971 seine „Sprachblätter“ einem seiner Briefpartner, Daniel Henry Kahnweiler in Paris (15. 7. 1971). Seit dem Ende der 1950er-Jahre publizierte er in westdeutschen bzw. westeuropäischen Medien und stellte in diesen Ländern aus. Aber in der DDR lebte und arbeitete Carlfriedrich Claus damals weitgehend isoliert und unter extrem schwierigen Umständen. Da sich sein Schaffen den Kriterien sozialistischer Kunst entzog, war er in keinem Künstlerverband organisiert. Und als ein solcher Ausnahmekünstler geriet Carlfriedrich Claus auch in den Gesichtskreis von Christa und Gerhard Wolf. Er und das Autorenpaar waren sich im Mai 1971 während eines Besuchs bei Lothar Lang in Freienbrink bei Erkner zum ersten Mal persönlich beg Kunstkritiker, bei dem Carlfriedrich Claus vom 19. bis 25. Mai z weilte, hatte weitere Autoren und Künstler wie Bernd Jentzsch Goltzsche oder Max Uhlig eingeladen, denen Carlfriedrich Clau Werke vorstellen konnte. Die Anschriften zwischen Christa und Wolf und Carlfriedrich Claus wurden getauscht und ein Briefwe kam in Gang, der dem Gedankenaustausch diente, der gegens Bestärkung und Anteilnahme wie der Entwicklung gemeinsam Fortan hatte Carlfriedrich Claus in Gerhard Wolf einen einfühls Interpreten seiner Kunst. Die Freundschaft zwischen Carlfried Claus und dem Autorenpaar Christa und Gerhard Wolf war, wie alle Freundschaften, die Carlfriedrich Claus pflegte, getragen v vielen übereinstimmenden Anschauungen – trotz so gegensätz Lebensumstände: hier die eines erfolgreichen, im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehenden Literatenpaares, da d weitgehend zurückgezogen arbeitenden Solitärs. In der Farbra „Brief an Christa“, dem Beitrag von Carlfriedrich Claus zum Ma „Ein Blatt für C.W.“, ist solch ein komplexes Beziehungsgefüge Geschrieben ist der Brief, will man das Briefschreiben wörtlich in dunkler und in lichter Farbe. Über einem flimmernden Grun 24

Ingeborg Delling Grüne Kließ un Schwammebrüh 10,5 x 15,5 cm, 144 Seiten, fester Einband 9,50 ¤, ISBN 978-3-937025-37-7 egnet. Der u Gast , Dieter s seine Gerhard chsel eitigen er Projekte. amen rich on licher ie eines dierung ppenwerk dargestellt. nehmen, d ockeroranger Automatismen, die sich ballen und zum Blattrand hin verlieren, liegen tiefdunkelblaue Linienspuren. Von einem Zentrum her laufen sie nahezu parallel bogenförmig beidseitig auseinander, kreuzen schriftartige Kritzel und werden als Satzfetzen manchmal gar lesbar: „wer sind wir“ …. „die erinnerungen“ … „das licht der“ … Ein zartes Lineament konzentrischer Kreise und Spiralen wirkt den zentrifugalen Kräften entgegen. Nein, lesbar im herkömmlichen Sinne will dieser Brief nicht sein. Wir sehen mehr, als wir in Worte fassen können. Einen Dialog zwischen Diffusem und Gebündeltem, Geschriebenem und Gezeichnetem, Spontanem und Gesteuertem, eine räumliche Schichtung von Dunkel über Hell. Spiegelschrift trifft auf konventionelle Zeichen, wobei erstere konventionell und letztere (bedingt durch das Druckverfahren) spiegelschriftlich in die Radierplatte eingebracht worden sind. In der spannungsvollen Balance dieses Briefs kommt jede Stimme zu Wort, zusammen im Chor, dann solistisch und auch im gemeinsamen schweigenden Nichts. Das Andere wird als Inspirierendes erlebbar. Darin bündeln sich wohl die Erfahrungen dieser langen, lebensvollen Beziehung. Aus dem Vorwort von Brigitta Milde Ingeborg Delling Holundersuppe und saure Schwamme 10,5 x 15,5 cm, 132 Seiten, fester Einband 9,50 ¤, ISBN 978-3-937025-65-0 25