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Haus & Garten | 04/2018

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HAUS & GARTEN 6. April 2018 3 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG „Jeder hat andere Vorstellung vom perfekten Garten“ „Beetbruder“ Ralf Dammasch über seine Arbeit bei VOX, im eigenen Garten und in denen von Leuten, die etwas ändern wollen Ralf Dammasch, Henrik Drüen und Claus Scholz sind „Die Beetbrüder“. Im Auftrag des Fernsehsenders VOX machen sie regelmäßig innerhalb von sieben Tagen aus einem langweiligen Garten ein Paradies. Wie das geht, das erklärt Ralf Dammasch im Interview. Wie wird man ein Beetbruder? Ich arbeite seit 25 Jahren als Landschaftsgärtnermeister. 2004 erfüllte ich mir mit meiner Frau Petra und unserer Tochter Emily den Traum von einem eigenen Bauernhof. Zu diesem gehört auch ein 5000 Quadratmeter großer Garten. Schon beim Kauf stand für uns fest, dass wir aus einem landwirtschaftlich geprägten Hof über die Jahre unseren Traum von einem Garten formen wollten. Darauf ist der Fernsehsender VOX aufmerksam geworden, mit dem wir bei Formaten wie „Ab ins Beet“ und „Ab in die Ruine“ zusammengearbeitet haben. „Die Beetbrüder“ sind eine Weiterentwicklung von „Ab ins Beet“. Inwiefern? Bei „Ab ins Beet“ wurde jeweils eine Familie bei ihrer Gartenarbeit begleitet. Bei „Die Beetbrüder“ werden wir drei losgeschickt, um innerhalb von sieben Tagen einen Garten so zu verwandeln, dass sich die Eigentümer darin wohlfühlen. Das sollte ja eigentlich immer der Fall sein, oder? Eigentlich schon, ist es aber nicht. Ich habe beobachtet, dass sich viele Menschen davor scheuen, das, was sie geschaffen haben, umzugestalten, sobald es ihnen nicht mehr gefällt. Das Argument lautet: Ich habe soviel Zeit da reingesteckt, die verloren wäre, wenn ich wieder von vorne beginne. Deshalb leben sie lieber in einem unbefriedigenden Zustand, als noch einmal anzupacken und alles so zu machen, wie sie es wirklich wollen. Einfach nur unzufrieden sein, reicht aber nicht, um alles auf den Kopf zu stellen, oder? Natürlich nicht, aber es ist ein guter Anfang. Anschließend empfehle ich, statt einer To-Do-Liste eine To- Want-Liste aufzustellen, also eine Liste zu erarbeiten, in der alles verzeichnet ist, was man gerne im Garten haben möchte. Das sollte übrigens jedes Mitglied in der Familie tun. Denn jeder hat ja andere Vorstellungen von einem perfekten Garten. Bevor es an die Umsetzung der Ideen geht, sollte man sich natürlich untereinander austauschen. Bei der Umsetzung braucht man auch nicht unbedingt einen Landschaftsmeister. Mit ein paar guten Büchern, der richtigen Technik und ein bisschen handwerklichem Geschick kann man auch viel alleine realisieren. Bei den Beetbrüdern besteht die Herausforderung darin, innerhalb von sieben Tagen alles perfekt zu machen. Wie gehen Sie vor? Ich gebe mir immer drei bis vier Stunden Zeit, den Garten und die Familie, die diesen später nutzen wird, kennenzulernen. Anschließend entsteht ein Garteplan. Bei diesen muss ich unseren engen Zeitplan und ein vorher festgelegtes, enges Budget beachten. Ist alles geplant, dann kann es losgehen. Ohne Plan geht also nicht? Richtig: Wer keinen Plan für seinen Garten hat, der geht nach meiner Erfahrung eines Tages zwangsläufig baden. Bei meinen Kursen, die ich für Gartenfreunde in der Volkshochschule Kleve halte, empfehle ich, in die Planung des Gartens genauso viel Zeit zu investieren, wie in die Planung des Wohnzimmers. Nur so kann der Garten zu einem zweiten Wohnzimmer werden. Wer heute baut, der steckt sein Geld aber lieber in den Hausbau. Für den Garten ist ja später immer noch Zeit, heißt es dann oft. Diese Meinung kenne ich, das war bei mir ganz ähnlich. Als wir unser Haus gekauft haben, habe ich erst einmal überall Rasen ausgesät und dann in einer Ecke angefangen, meinen Traumgarten zu verwirklichen. Und jetzt, 14 Jahre später, sind Sie fertig? Das Wort „fertig“ kann man bei einem Garten vergessen. Man ist Gott sei Dank nie fertig. Es gibt immer etwas zu tun. Was ist Ihrer Einschätzung beim Garten gegenwärtig der große Trend? Das ist natürlich regional verschieden, auf das ganze Land gesehen zeigt sich aber, dass sich immer mehr Menschen einen pflegeleichten Garten wünschen. Also säen sie Rasen aus. Dabei ist Rasen das pflegeintensivste Stück im ganzen Garten. Der Rasen muss jede Woche gemäht werden. Und wenn man keinen Rasenroboter hat, dann können so schon einmal ein bis zwei Stunden draufgehen. Beete sind da weit weniger pflegeintensiv. Deshalb geht es nicht darum, alles mit Rasen oder was noch schlimmer ist, einer Schicht Basaltschiefer zu verdecken. Es geht vielmehr darum, die richtigen Pflanzen auszuwählen. Ralf Dammasch, Henrik Drüen und Claus Scholz (v. l.) sind „Die Beetbrüder“. Foto: privat 3909381-10-1