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Kliniken 2017 | 09/2017

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10 Sobald ein

10 Sobald ein Versicherter der Knappschaft in einem der Partnerkrankenhäuser stationär aufgenommen wird, stellt die elektronische Behandlungsinformation (eBI) den Klinikärzten behandlungsnotwendige Informationen des Patienten digital zur Verfügung – vorausgesetzt, der Patient ist damit einverstanden. Die bereitgestellten Daten geben dem Arzt einen Überblick über Medikamente, die dem Patienten in den vergangenen drei Jahren ärztlich verordnet wurden, über dokumentierte Diagnosen der ambulant behandelnden Haus- und Fachärzte der vergangenen 36 Monate und über vorangegangene stationäre Krankenhausbehandlungen und verordnete Heil- und Hilfsmittel. Unterstützung bei Anamnese und Diagnose Diese Informationen helfen, Risiken wie unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln zu verringern und unterstützen die Ärzte im Krankenhaus bei der KLINIK SPEZIAL ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Sicherheit durch elektronische Behandlungsinformation 2013 ins Leben gerufenes Projekt der Knappschaft soll Versorgungsqualität und Patientensicherheit steigern ······································································· DR. MATTHIAS SCHELLNER Chefarzt Klinik für Innere Medizin am DRK-Krankenhaus Chemnitz Foto: DRK ······································································· Anamnese und Diagnosestellung. Derzeit nehmen laut Knappschaft mehr als 30 Partnerkrankenhäuser mit mehr als 210.000 Knappschaftsversicherten bundesweit an eBI teil. In Sachsen haben sich drei Krankenhäuser gemeinsam mit der Knappschaft für die Umsetzung der eBI entschieden, darunter seit 2015 die beiden Krankenhäuser des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Chemnitz-Rabenstein und Lichtenstein. Insbesondere die Anamneseunterstützung mit den behandlungsrelevanten Informationen zur Verbesserung der Patientensicherheit wird in den Krankenhäusern regelhaft bei der Aufnahme knappschaftsversicherter Patienten eingesetzt. Chefarzt Dr. Matthias Schellner vom DRK Krankenhaus Chemnitz- Rabenstein lobt das Projekt als wirkungsvolles Instrument zur Unterstützung der Arbeit der Ärzte im Krankenhaus. „Gerade bei älteren und multimorbiden Patienten bietet elektronische Behandlungsinformation eine umfassende Information über Arzneimittel und Nebenerkrankungen, die für den weiteren Behandlungsverlauf wichtig sind, die von den Patienten jedoch in dieser Genauigkeit nicht immer geliefert werden können“, so Schellner. Er würde es begrüßen, die eBI in wesentlich größerem Umfang einsetzen zu können. Vorteil für Krankenkassen: Wirtschaftlichkeit Thorsten Zöfeld, Leiter der Regionaldirektion Chemnitz der Knappschaft, verweist auf die Vorteile der elektronischen Behandlungsinformation für die Krankenkasse: „Unsere Versicherten sind älter als der Durchschnitt in der gesetzlichen Krankenversicherung und wir haben eine dreimal so hohe Pflegeprävalenz. Unsere Versicherten ······································································· THORSTEN ZÖFELD Leiter der Regionaldirektion Chemnitz der Knappschaft Foto: Knappschaft ······································································· sind häufiger krank, schwerer krank und leiden häufiger an mehreren Erkrankungen gleichzeitig. Umso wichtiger für die Patienten ist es, Therapien insbesondere im Arzneimittelbereich aufeinander abzustimmen und unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit sind das auch Vorteile für die Krankenkasse.“ Weitere Krankenkassen seien bereits als Kooperationspartner für eBI gefunden worden. Voraussetzung: Zustimmung durch die Patienten 22. September 2017 Um einen weiteren Schritt in Richtung elektronische Patientenakte und damit auch Transparenz in der medizinischen Versorgung zu gehen, ist es erklärtes Ziel der Knappschaft, eBI weiter auszubauen und auch für die ambulante ärztliche Versorgung nutzbar zu machen. „Selbstverständlich werden auch bei der elektronischen Behandlungsinformation die Selbstbestimmung des Patienten und der Datenschutz in hohem Maße berücksichtigt. Die Bereitstellung der medizinischen Daten des Patienten durch die Knappschaft erfolgt nur, wenn der Patient seine Zustimmung erteilt hat“, betont Zöfeld. In Sachsen haben sich mehr als 18.000 Versicherte der Knappschaft für den Fall eines stationären Krankenhausaufenthaltes für eine Teilnahme an eBI entschieden. Im DRK Krankenhaus Chemnitz- Rabenstein konnte bereits in mehr als 50 Prozent der stationären Krankenhausfälle von Versicherten der Knappschaft auf die Anamneseunterstützung von eBI zurückgegriffen werden. Mehr als 30 Prozent aller Patienten im DRK Krankenhaus Lichtenstein haben ebenfalls ihre Bereitschaft zur Teilnahme an eBI erklärt. 3851739-10-1

KLINIK SPEZIAL 22. September 2017 11 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Ärzte sind offen für die digitale Zukunft der Medizin In der Praxis werden elektronische Patientenakten und telemedizinische Überwachung aber nur spärlich eingesetzt In der Ärzteschaft prallen derzeit alte und neue Welt aufeinander. Noch werden Notizen von Medizinern meist handschriftlich verfasst, Mails haben Briefe noch nicht ersetzt und die elektronische Patientenakte fristet ein Nischendasein. Aber obwohl sie beim Einsatz digitaler Anwendungen momentan noch zögerlich sind, sehen sieben von zehn Ärzten die Digitalisierung als große Chance für die Gesundheitsversorgung. Das ergab eine Umfrage, die der Digitalverband Bitkom zusammen mit dem Ärzteverband Hartmannbund durchgeführt hat. Demnach sagen 67 Prozent der Ärzte, dass Arztpraxen und Krankenhäuser ihre Kosten mithilfe digitaler Technologien senken können. 62 Prozent meinen, dass digitale Technologien die Prävention verbessern werden und jeder Dritte (34 Prozent) geht sogar davon aus, dass sie die Lebenserwartung der Menschen verlängern. Allerdings werden selbst einfachste digitale Gesundheitsangebote derzeit nur An der digitalen Unterstützung geht in Sachen Patientenversorgung in Zukunft kein Weg vorbei. Foto: chombosan/fotolia sehr spärlich eingesetzt. Neun von zehn Klinikärzten (93 Prozent) geben zwar an, dass ihr Haus den Patienten die U-Ergebnisse auch auf CD zur Verfügung stellt und 39 Prozent der Krankenhausärzte tauschen sich untereinander per Telemedizin aus. Doch die telemedizinische Überwachung von Patienten (10 Prozent) oder die Online- Terminvereinbarung (10 Prozent) werden derzeit selbst von Krankenhäusern kaum eingesetzt. In den Praxen der niedergelassenen Ärzte werden digitale Angebote noch seltener genutzt: Nur 3 Prozent (Krankenhaus: 9 Prozent) verwenden die Online-Patientenakte, 7 Prozent haben einen Auftritt in sozialen Netzwerken (Krankenhaus: 30 Prozent). „Es gibt in der Ärzteschaft eine große Offenheit gegenüber digitalen Technologien. Die Skepsis der vergangenen Jahre ist einer neuen Offenheit gegenüber digitalen Technologien gewichen. Nun braucht es aber noch mehr Mut und Entschlossenheit, digitale Angebote auch im Praxisalltag zu nutzen“, sagte Bitkom- Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Derzeit liegt Deutschland in Sachen digitale Gesundheit immer noch im grauen Mittelfeld. Die Patientenversorgung wird künftig nur mit digitaler Unterstützung funktionieren.“ Wenn es um die weitere Digitalisierung der Medizin geht, sehen Ärzte Wirtschaft und Politik in der Pflicht. So zweifelt jeder zweite Arzt (47 Prozent) daran, dass die digitalen Anwendungen schon praxisreif sind. 43 Prozent beklagen fehlende Mittel für die Umsetzung, 38 Prozent sehen die starke Regulierung des Gesundheitssektors als Hürde. Besonders groß sind die Bedenken bei IT-Sicherheit (60 Prozent) und Datenschutz (67 Prozent). „Die Digitalisierung und der damit einhergehende Fortschritt lassen sich nicht aufhalten. Im Gegenteil: Unsere Chance ist es nun, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und die Chancen für unseren Beruf und die Patienten beherzt und entschlossen zu ergreifen“, sagte Dr. Klaus Reinhardt, Bundesvorsitzender des Hartmannbundes. Dazu müssten vorhandene Hemmnisse weiter abgebaut werden. „Gerade in einer alternden Gesellschaft hat die Digitalisierung riesiges Potenzial, um den Menschen länger ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Innovationen müssen daher frühzeitig und gezielt gefördert werden. Der Zugang digitaler Angebote zum Gesundheitsmarkt, insbesondere zur Regelversorgung, muss dazu noch erleichtert werden.“ 3854988-10-1