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Kliniken 2017 | 09/2017

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16 Aufbau von

16 Aufbau von Datenzentren Infrastruktur wird geschaffen Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt mit einer Medizininformatik-Initiative die Weichen für die digitale Medizin. Ziel ist es, die wachsenden Datenschätze – von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen – in einer nationalen Infrastruktur zu verknüpfen, um daraus neues Wissen für die Gesundheitsforschung und Versorgung zu gewinnen. Wie das Ministerium mitteilt, werden vier Konsortien – bestehend aus 17 Universitätskliniken und rund 40 weiteren Partnern – in eine vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase der Medizininformatik-Initiative aufgenommen. Hierfür stellt das BMBF rund 120 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren zur Verfügung. Ab Januar 2018 werden diese Konsortien Datenintegrationszentren aufbauen. Über diese können sie sich vernetzen und Daten austauschen. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität, heißt es. In verschiedenen medizinischen Anwendungen – von der personalisierten Krebstherapie über die Behandlung von Multiple Sklerose bis hin zur Intensivmedizin – werden die Konsortien den Mehrwert dieser digital vernetzten Medizin für die Patienten demonstrieren. „Unsere Vision ist, dass jeder Arzt, egal ob in Kliniken, Haus- oder Facharztpraxen, alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen kann. Dadurch werden die Patienten zukünftig noch besser beraten und therapiert“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Im digitalen Zeitalter sind Ärzte und Forscher weltweit vernetzt. Sie generieren tagtäglich neue Daten und Informationen. Doch bisher gleicht die digitale Medizin einem Internet ohne Suchmaschinen: Eine gewaltige Menge an Informationen, die sich kaum erschließen lässt. Die Etablierung eines digital vernetzten Gesundheitssystems ist eine nationale und gemeinschaftliche Aufgabe. Deshalb sollen sich auch die übrigen Universitätskliniken und Standorte aus der Konzeptphase weiter an der Initiative beteiligen können. Hierfür wird das BMBF zusätzlich bis zu 30 Millionen Euro investieren. Die Unterschiede bei den Wartezeiten auf einen Arzttermin zwischen privat und gesetzlich Versicherten haben sich in den vergangenen Jahren angeglichen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) von der Forschungsgruppe Wahlen im Mai und Juni dieses Jahres mit mehr als 6000 Versicherten durchgeführt wurde. Die Unterscheidung nach Versicherungsarten – das heißt gesetzlich oder privat krankenversichert – Häusliches Umfeld statt Krankenhaus Psychiatrische Patienten können ab 2018 auch durch mobile Teams zu Hause versorgt werden Mit einer Vereinbarung zur stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung haben der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der Verband der privaten Krankenversicherung und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen Schritt zu einer besseren Versorgung von Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen gemacht. Die gesetzliche Regelung bietet ab 2018 die Möglichkeit, Krankenhauspatienten in ihrem häuslichen Umfeld zu behandeln. Versorgt werden diese durch mobile fachärztlich geleitete multiprofessionelle Behandlungsteams, teilen die beteiligten Verbände mit. Wichtigste Voraussetzung für diese stationsäquivalenten Leistungen ist demnach, dass das Therapieziel KLINIK SPEZIAL ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Umfrage: Versicherte warten ähnlich lang Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten sind stark schrumpft Bei 15 Prozent der Patienten dauerte es länger als drei Wochen, bis sie einen Arzttermin bekamen. Foto: Picture-Factory/Fotolia bei einem Krankenhauspatienten am ehesten im häuslichen Umfeld zu erreichen ist. Zusätzlich müsse garantiert werden, dass das Behandlungsteam im Krisenfall schnell intervenieren und der Patient die Klinik erreichen kann. Zudem müsse sichergestellt werden, dass alle im häuslichen Umfeld lebenden Menschen einverstanden sind. Das Krankenhaus kann, insbesondere um die Behandlungskontinuität optimal zu gewährleisten oder wegen der Wohnortnähe, auch an der ambulanten psychiatrischen Behandlung teilnehmende Leistungserbringer oder andere Krankenhäuser beauftragen. „Den Krankenhäusern mit psychiatrischen Fachabteilungen wird mit dieser Vereinbarung eine zusätzliche Möglichkeit für eine passgenaue patientengerechte Behandlungsform an die Hand gegeben. Unser Ziel wird es sein, in Kooperation auch mit niedergelassenen Leistungserbringern diese Behandlungsmöglichkeit in die Praxis einzubringen“, so Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG. „Wenn diese Form der Versorgung hilft, Leiden zu verringern, wäre viel gewonnen. Absehbar ist aber schon jetzt, dass es sich um eine kleine Patientengruppe handelt. Im Einzelfall sollten Patient und Arzt zusammen gut abwägen, ob diese Behandlungsform die beste Variante darstellt“, sagt Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV- Spitzenverbandes. verdeutlicht laut Studie zwar, dass die Wartezeiten zwischen den beiden Gruppen bisweilen variieren. „Die Wartezeiten haben sich in den vergangenen Jahren allerdings einander angeglichen. Das gilt vor allem für Langzeittermine: Lediglich sechs Prozent der Privatpatienten mussten im Jahr 2017 länger als drei Wochen auf einen Termin warten, für gesetzlich Versicherte galt dies in 13 Prozent der Fälle“, heißt es in einer Veröffebntlichung der Ergebnisse der Studie. Sofort und ohne jegliches Warten wurden insgesamt 42 Prozent der befragten Patienten behandelt, heißt es in einer Pressemitteilung der KBV. Länger als drei Wochen dauerte es bei 15 Prozent der Befragten, bis sie ihren Arztermin bekamen. „Man muss natürlich immer nach der Art des Termins fragen. Wenn es sich um eine Vorsorgeuntersuchung handelt, so kann diese innerhalb der nächsten Wochen angesetzt werden“, erläuterte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. SERVICE 22. September 2017 Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundes- und EU-Politik und nimmt ihre gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 1956 Krankenhäuser versorgen jährlich 19,2 Millionen stationäre Patienten und rund 20 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,2 Millionen Mitarbeitern. Bei 97 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.

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