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Kliniken 2017 | 09/2017

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18 Reformation bei

18 Reformation bei Pflegeberufen Neues Gesetz tritt in Kraft Ein neues Gesetz soll für verbesserte Rahmenbedingungen in der Pflege und für die notwendige Aufwertung des sozialen Berufsfelds insgesamt sorgen. Mit dem Pflegeberufereformgesetz werden die bisher im Altenpflegegesetz und Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen in einem neuen Pflegeberufegesetz zusammengeführt. Wie das Bundesministerium für Gesundheit mitteilt, erhalten alle Auszubildenden zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung. Wer die generalistische Ausbildung fortsetzt, kann in allen Bereichen der Pflege eingesetzt werden und erhält den Berufsabschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“. Der Berufsabschluss wird europaweit anerkannt. Für das dritte Ausbildungsjahr ist für Auszubildende mit Vertiefungsbereich in der Pflege alter Menschen oder von Kindern und Jugendlichen ein Wahlrecht vorgesehen. Sie können für das letzte Ausbildungsdrittel eine Spezialisierung in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege mit gesondertem Berufsabschluss wählen. Durch zahlreiche Verbesserungen sollen gerade junge Menschen für die Ausbildung im Pflegeberuf begeistert werden: es muss kein Schulgeld mehr bezahlt werden und eine angemessene Ausbildungsvergütung wird im Gesetz festgeschrieben. Durch Modernisierung der Ausbildungsinhalte, eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen und mehr Praxisanleitung im Betrieb gewinnt die Ausbildung an Attraktivität. Das Gesetz tritt nun stufenweise in Kraft. Der erste Ausbildungsjahrgang soll 2020 beginnen. Pflegeschulen und Ausbildungsbetrieben bleibt so genug Zeit, sich auf die neue Ausbildung einzustellen. „Mit der Reform der Pflegeberufe verbessern wir die Ausbildungsbedingungen und erhöhen die Attraktivität des Berufsfelds Pflege. Die Reform übernimmt damit eine Vorreiterrolle für die sogenannten SAGE-Berufe insgesamt. In den Berufen soziale Arbeit, Gesundheit und frühkindliche Erziehung leisten gerade Frauen einen enormen Beitrag für unser Gemeinwesen“, sagt Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ralf Kleindiek. Mehr pflegende Hände ans Krankenbett 600 Krankenhäuser profitieren von Fördergeldern der Krankenkassen KLINIK SPEZIAL 1600 zusätzliche Stellen für Pflegende sollen entstehen. Foto: Kzenon/fotolia 600 Krankenhäuser haben im ersten Projektjahr vom Pflegestellen- Förderprogramm profitiert und wollen 1600 zusätzliche Pflegestellen aufbauen. Finanziert werden diese zusätzlich Pflegenden in den Krankenhäusern mit Geld der gesetzlichen Krankenkassen. Die Krankenkassen stellten in den ersten zwölf Monaten des Programms 52 Millionen Euro zur Verfügung, wie der Projektbericht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ans Bundesgesundheitsministerium auflistet. Mit dem Pflegestellen-Förderprogramm sollen die gesetzlichen Krankenkassen den Aufbau von Pflegestellen in Krankenhäusern unterstützen. Bis 2018 können Krankenhäuser damit neue Pflegestellen schaffen und Teilzeitstellen aufstocken. In den drei Förderjahren können Krankenhäuser bis zu 0,15 Prozent ihres Erlösbudgets zusätzlich erhalten, um die Pflege am Krankenbett zu stärken. Insgesamt stehen dafür bis zu 660 Millionen Euro zur Verfügung. Wie gut und vor allem wie nachhaltig das Programm tatsächlich wirkt, bleibt abzuwarten. Im Bericht heißt es, dass etwa von einem Drittel der anspruchsberechtigten Krankenhäuser bisher nicht bekannt ist, ob die Förderoptionen genutzt werden. Ob die Mittel aus dem Förderprogramm sachgerecht verwendet und wirklich zusätzliche Pflegestellen entstanden sind, kann erst nachträglich festgestellt werden. Hierfür müssen die Krankenhäuser den Kassen das Testat eines Jahresabschlussprüfers vorlegen. Für den Bericht liegen diese Informationen noch nicht vor. Aussagen zu den tatsächlich geschaffenen zusätzlichen Pflegestellen sind daher erst in den Folgejahren möglich. Das aktuelle Pflegestellen-Förderprogramm hat einen Vorläufer: Bereits von 2009 bis 2011 hatte der Nicht mal jeder Vierte hält sich für einen guten Ersthelfer, mit zunehmendem Alter sind es noch weniger. Trotzdem trauen sich zwei Drittel der Deutschen zu, bei einem Unfall Erste Hilfe zu leisten – allerdings beschränken sich die meisten Befragten auf eine organisatorische und psychologische Unterstützung als bevorzugte Rettungsmaßnahme, während sich nur wenige lebensrettende Maßnahmen wie die Herzmassage zutrauen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Defibrillatoren: Mit ihrer Hilfe kann ein Herz, das nicht mehr schlägt, mit einem elektrischen Impuls wieder in Gang gesetzt werden. Drei von vier Befragten wissen das, aber 40 Prozent würden ihn aus Angst, etwas falsch zu machen, nicht selbst einsetzen wollen. Das ergab eine Umfrage des Instituts Toluna im Auftrag der Asklepios Kliniken. Befragt wurden 1000 Deutsche ab 18 Jahren, repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland im Juli und August. „Unsere Umfrage ergibt ein gespaltenes Bild“, sagt Prof. Dr. Alexander Ghanem, leitender Oberarzt der Kardiologie der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg und organisatorischer Leiter des Hanseatischen Cardiac Arrest Center, einem interdisziplinären Zentrum für Patienten, die wiederbelebt wurden. „Das Interesse am Thema und die grundsätzliche Bereitschaft zu helfen sind groß, aber das Wissen lückenhaft, und vor lebensrettenden Maßnahmen scheuen viele aus Angst, etwas falsch zu machen, leider zurück“, so Prof. Ghanem. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Denn die Defibrillatoren beispielsweise, die an immer mehr öffentlichen Orten zur Verfügung stehen, lassen sich kinderleicht bedienen. Ein Herz damit versehentlich zum Stehen zu bringen, wie es in Spielfilmen mitunter gezeigt wird, kann mit den modernen Geräten nicht passieren. Obwohl 90 Prozent der Befragten bereits einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, schätzen nur 23 Prozent ihre Fähigkeiten mit „gut“ ein. Diese Quote sinkt mit zunehmendem Alter von 31 Prozent bei den unter Dreißigjährigen auf 18 Prozent bei den über Sechzigjährigen. Der Hauptgrund: Der Kurs liegt bei mehr als der Hälfte mindestens zehn Jahre zurück, bei Älteren sogar mindestens 20 Jahre. Jeder Zweite meint, man solle sein Wissen alle ein bis drei Jahre auffrischen und 74 Prozent sind sogar 22. September 2017 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Gesetzgeber die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, den Aufbau von Pflegestellen in Krankenhäusern finanziell zu unterstützen. Von den rund 1,1 Milliarden Euro der Kassen profitierten damals 1100 Krankenhäuser und schufen 15.300 Pflegekräfte. Per Testat belegt sind jedoch nur 13.600 Stellen. Erste Hilfe gerne, aber keine Herzmassage Asklepios-Umfrage zeigt: Die Bereitschaft zur Hilfe ist groß, aber die Kenntnisse sind lückenhaft für verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse. Tatsächlich geholfen haben immerhin 30 Prozent, davon die Hälfte sogar mehrfach. Zu 60 Prozent war das Erste Hilfe für fremde Menschen. APPS ZEIGEN MASSAGE Es gibt mehrere Apps, die zeigen, wie eine Herzmassage funktioniert. Die Studie zeigt, dass fast zwei Drittel der Befragten eine solche kostenlose Lebensrettungs-App auf ihrem Smartphone installieren würden, besonders Jüngere sowie Eltern minderjähriger Kinder. Allerdings sind diese Apps wie etwa „Leben retten“ von Asklepios nur wenigen bekannt. So kennt nur jeder Fünfte auch nur eine davon und lediglich drei Prozent haben eine installiert.

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