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Lebensadern - August 2019

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16 ANZEIGEN LEBENSADERN

16 ANZEIGEN LEBENSADERN 30. August 2019 ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE Demografischer Wandel: Hilfe für aktive Gestaltung Engagement, Ideen und Innovationen gesucht 4018064-10-1 Die Stärkung des Miteinanders der Generationen ist eines der Ziele des Förderprogramms. Foto: Sergey Nivens/stock.adobe.com 4016563-10-1 Bereits seit 2007 unterstützt der Freistaat Sachsen Kommunen, Vereine und Verbände dabei, innovative Ideen zur Gestaltung der demografischen Entwicklung zu erproben und in Projekten umzusetzen. Diese Förderung wird im kommenden Jahr fortgeführt. Dafür können bis zum 30. September Anträge bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) eingereicht werden. Ziel ist es dabei, passgenaue und lokale Lösungen zu finden. Vor Ort sollen Impulse gesetzt und die Beteiligten eingebunden werden. Denn dort wissen die Menschen am besten, was notwendig und hilfreich ist. „In Sachsen gibt es viel kreatives Potenzial und viel Engagement. Mit unserer Projektförderung unterstützen wir genau dies. Es geht um Initiativen, die helfen, mit dem demografischen Wandel umzugehen und ihn zu gestalten, indem sie das Miteinander der Generationen stärken oder ein attraktives regionales Umfeld schaffen“, betont der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Oliver Schenk. Seit dem Start im Jahr 2007 sind über das Förderprogramm bereits mehr als 220 Projekte mit insgesamt mehr als 9 Millionen Euro gefördert worden. Weitere Informationen zum Förderprogramm und zum Verfahren, zu bisher geförderten Projekten und weiteren Daten und Maßnahmen der Staatsregierung sowie zu Ansprechpartnern gibt es im Internet. –www.demografie.sachsen.de HINTERGRUND Das Durchschnittsalter der sächsischen Bevölkerung hat sich seit der Wiedervereinigung von 39,4 auf 46,8 Jahren im Jahr 2018 erhöht. Gut jeder vierte Einwohner ist heute älter als 65 Jahre. Während Anfang 1990 in Sachsen noch knapp 4,8 Millionen Einwohner lebten, verringerte sich die Einwohnerzahl bis Ende 2018 auf knapp 4,1 Millionen Menschen. Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang war, dass zu wenige Kinder geboren wurden. Inzwischen kommen wieder mehr Babys auf die Welt – vor allem die großen Städte verzeichnen seit ein paar Jahren einen Babyboom.

30. August 2019 17 „Verkehr als Wirtschaftsfaktor muss effizienter werden“ IHK-Chef Hans-Joachim Wunderlich über die Lebensadern der Region Im Interview benennt Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, wichtige Forderungen der Wirtschaft zum Thema Verkehrsinfrastruktur an die Politik. Die Wirtschaft hat eine eigene Sicht auf die Straßeninfrastruktur in der Region Chemnitz. Wie lässt sich dieser Blickwinkel beschreiben? Am besten dadurch, dass man den Blickwinkel von Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen einnimmt, die auf eine gut funktionierende Infrastruktur und deren Zustand angewiesen sind. Und dann muss man sich nur noch die Frage stellen, ob man von Kooperationspartnern und Kunden ausreichend und dauerhaft erreichbar ist. Und wenn Sie dies als Interessenvertreter der Wirtschaft zusammenfassend betrachten? Unsere Region liegt an wichtigen europäischen Lebensadern. Wir müssen allerdings darauf achten, dass die Verkehrs- und Warenströme nicht nur an uns vorbei fließen, sondern die Unternehmen der Region von dieser exponierten Lage in Europa profitieren. Es sind in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in den Autobahnbau geflossen, um das sächsische Netz zu schließen, auch wenn das letzte Stück der A 72 in Richtung Leipzig baugrundbedingt noch eine geraume Zeit auf sich warten lässt. Die notwendige Verästelung in die Region zeigt dagegen noch erhebliche Lücken. Zur inneren Erschließung benötigen wir das funktionierende Netz der Bundes-, Staats- und Kommunalstraßen. Erst dann sind unsere Unternehmen wirklich mit den Lebensadern verbunden. Das heißt also, in der Region müssen eine Reihe neuer Straßen gebaut werden, um die vollständige Erschließung zu sichern? Nein, das wäre der falsche Weg. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen sind dem extensiven Infrastrukturausbau zunehmend Grenzen gesetzt. Neubau sollte dort stattfinden, wo Straßenabschnitte zum Flaschenhals geworden sind und den Verkehrsfluss behindern, Sicherheitsrisiken oder ······································································· HANS-JOACHIM WUNDERLICH Dauerhafte Erreichbarkeit von Unternehmen und Straßenbau – verträgt sich das in der Praxis? Wenn Straßenbau nach dem Hauruckprinzip funktioniert, nicht. Kein Unternehmen übersteht eine mehrmonatige Erreichbarkeitsflaute, wenn sie völlig unvorbereitet eintritt. Dazu bedarf es eines breit angelegten Managements. Die Straßeninstandhaltung sollte zudem schon dann einsetzen, wenn die Schäden mit einer einfachen Deckensanierung behoben werden können. Die Haushaltsmittel sollten frühzeitig im Jahr zur Verfügung stehen. Das nützt nicht nur den Baubetrieben, um ihre Kapazitäten sinnvoll und effizient einzusetzen, sondern auch den öffentlichen Auftraggebern, die dann wirtschaftlichere Angebote einholen können. Viel schlimmer ist es, wenn sich die Maßnahmen auf das zweite Halbjahr konzentrieren und schlimmstenfalls noch in die Winterpause gehen. Schließlich sollte die regionale, ämterübergreifende Tiefbaukoordinierung funktionieren, um die Umleitung in der Umleitung zu verhindern. Zudem sollten die Bevölkerung und die Unternehmen frühzeitig in das Vorhaben einbezogen werden, um Verständnis zu entwickeln und den Unternehmen eine frühzeitige Information an Logistikpartner und Kunden zu ermöglichen. Hauptgeschäftsführer der Industrieund Handelskammer Chemnitz Foto: Thoralf Lippmann ······································································· Beeinträchtigungen der Anwohnerinteressen beseitigt werden müssen. Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, das bestehende Netz zu ertüchtigen und Schwachstellen zu beseitigen. Es nützen die besten Verbindungen nichts, wenn sie zur Staugefahr werden und den Unmut der Verkehrsteilnehmer und der Anwohner herausfordern. Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene muss zu einer deutlichen Entlastung unserer Autobahnen und Straßen führen. Da besteht über alle Parteien hinweg Konsens. In der Praxis gibt es gute Beispiele. Insgesamt jedoch tritt Deutschland hier auf der Stelle. Der Verkehr als dienender Wirtschaftsfaktor unserer Gesellschaft muss effizienter und multimodaler werden. Jeder Verkehrsträger muss entsprechend seiner Vorteile seine Rolle im Warenaustausch übernehmen. Dieser Warenaustausch wird immer internationaler, sodass es länderübergreifender Konzepte bedarf. Was sollte in erster Linie getan werden, um den Straßenverkehr effizienter zu gestalten? In erster Linie sollten die Projekte, die wir seit Jahrzehnten vor uns her schieben, endlich realisiert werden. Die Vorbereitungszeiträume haben sich auf Grund bürokratischer Hürden so weit verlängert, dass Planungen oft von der konkreten Rechtsgrundlage überholt wurden, und neu begonnen werden müssen. Das betrifft nicht nur die Projekte des Bundesverkehrswegeplans, von denen manche bereits ihr silbernes Jubiläum gefeiert haben, da sie schon im Bundesverkehrswegeplan 1992 als vordringlich eingestuft waren, sondern auch jene, die neu in den laufenden Plan aufgenommen wurden. Genauso wichtig sind Straßenprojekte, für die der Freistaat verantwortlich zeichnet und hier nicht vordergründig der Neubau, sondern ein gezieltes Ausbau- und Erhaltungsmanagement, das dazu LEBENSADERN ···················································································································································································································································································································································································· SONDERAUSGABE beiträgt, Mittel des Freistaates so zu kanalisieren, dass sie dort eingesetzt werden, wo der Straßenzustand und die Verkehrsverhältnisse dies am meisten erfordern. Der Freistaat hat hier ein Strategiepapier verabschiedet, dass wir als Kammer in seinen Grundzügen ausdrücklich befürworten. Die Regionalversammlungen der IHK Chemnitz haben Programme mit konkreten Infrastrukturmaßnahmen verabschiedet und veröffentlicht, um die Schwerpunkte des Infrastrukturausbaues aus Sicht der regionalen Wirtschaft darzustellen. Schließlich brauchen wir auskömmliche und kontinuierlich fließende Mittel für den kommunalen Straßenbau, denn unsere Innerortsstraßen haben mittlerweile einen Zustand erreicht, der dem DDR-Niveau immer ähnlicher wird. ANZEIGEN 4015052-10-1 4021628-10-1 4020949-10-1