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REHA-Kompass | März 2019

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Foto: iStockphoto.com/ © Tharakorn Organs zu ersetzen“, erklärt der Arzt, der auf diesem Gebiet geforscht hat. Häufigste Erkrankung in diesem Zusammenhang sei der Typ-3-Diabetes-mellitus. Zahlreiche Patienten leiden unter einer Divertikulitis (einer Entzündung im Dickdarm) oder haben Probleme mit der Wundheilung. Andere müssen sich an ein Stoma – einen künstlichen Darmausgang – gewöhnen. Bei Patienten mit Stuhlverstopfung, Reizdarm und Nahrungsunverträglichkeiten setzt die Reha-Klinik die Diagnose fort, um die genauen Ursachen der Unverträglichkeit zu finden. „Wir arbeiten wie Detektive“, sagt Häntzschel. Patienten mit Stoffwechselproblemen wie Diabetes und Gicht sowie mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) machen in Ostrau etwa ein Drittel aus und sind auf einer eigenen Station untergebracht. Häntzschel: „Hier ist meist eine Umstellung des Lebensstils gefragt.“ DIE THERAPIEN: Jeder Patient erhält einen individuellen Behandlungsplan. Bei der Mehrzahl gehe es darum, die Defizite nach einer Operation auszugleichen, sagt Häntzschel. „Die Patienten sollen Kraft schöpfen, mehr Beweglichkeit und Ausdauer gewinnen.“ Aber auch der Umgang mit den Folgen der Krankheit müsse gelernt werden: Wie spritzt man Insulin? Wie geht man mit einem Stoma um? In Ostrau hat man dafür einen treffenden Namen: Fahrschule. Das Reha-Konzept der Falkenstein-Klinik fußt – neben den Medikamenten und der psychosozialen Betreuung – auf vier Säulen: Ernährung, Bewegung, Entspannung, Natur. „Ernährung ist mehr als nur Essen“, betont der frühere Chefarzt. Es gehe um Energieund Flüssigkeitszufuhr, aber auch ums Kochen und kulturvolles Speisen. Ernährungsberatung findet sowohl individuell als auch in der Gruppe statt. Dafür steht auch eine Lehrküche zur Verfügung. Die Patienten lernen, wie man sich gesund ernährt und auf welche Nahrungsmittel sie künftig verzichten sollten. Die Physio- und Bewegungstherapie zielt auf die Verbesserung der Kondition, den Aufbau von Muskelmasse und – bei übergewichtigen Patienten – auf einen Abbau von Körperfett. Bei Patienten mit chronischentzündlichen Darmerkrankungen könnte durch Bewegung auch der Appetit angeregt und der Abbau von Entzündungsstoffen gefördert werden. In der Falkenstein-Klinik verfolgen die Ärzte einen ganzheitlichen Ansatz. „Die Gesundheit wird immer auch von psychischen und sozialen Faktoren beeinflusst“, sagt Häntzschel. Oft beginne das Leiden mit 24 REHA KOMPASS

einem Schicksalsschlag in der Familie oder einem Kindheitstrauma. Oder die Krankheit führe zu einer Belastung der Beziehung und des Berufslebens. Neben der Schmerztherapie haben deshalb Stressabbau, Entspannungsübungen und die psychosoziale Beratung einen hohen Stellenwert in der Therapie: „Die Patienten müssen auch lernen, ihre Krankheit anzunehmen.“ DIE REHA-DAUER: Eine Reha bei Verdauungs- und Stoffwechselstörungen dauert in der Regel drei Wochen. In begründeten Fällen kann auch eine Verlängerung beantragt werden. DER REHA-ERFOLG: Die große Mehrzahl der Patienten verlasse die Reha-Klinik gestärkt. Dr. Häntzschel verweist auf Studien, wonach mit einer Reha auch bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen die Häufigkeit und die Schwere von Schüben sinken und die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wiederhergestellt werden kann. Ist die Rückkehr in den alten Beruf nicht möglich, werden zum Beispiel Umschulungen als Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben angeboten. Bei einem kleinen Teil der Patienten können Ärzte, Therapeuten und Pfleger das Leid nur noch lindern. „Dann steht die palliative Betreuung im Vordergrund“, erklärt Dr. Häntzschel. Auch hier leiste die psychosoziale Betreuung einen wichtigen Beitrag. Franz Nowak geht es seit der neuerlichen Reha merklich besser. Er sei viel gelaufen und habe viel Krafttraining gemacht, berichtet er. „Jetzt bin ich viel fitter.“ Nur in seinen alten Beruf als selbstständiger Tischler wird er nicht mehr zurückkehren können. Stattdessen schult er zum technischen Produktdesigner um – und will auch zu Hause fleißig trainieren. Knappschafts-Klinik Warmbad Indikationen Orthopädie | Innere Medizin • Erkrankungen des Bewegungsapparates, Zustände nach Operationen (Knie, Hüfte, Wirbelsäule) und chronisch-rheumatische Erkrankungen • internistische Krankheiten, z. B. Herz-Kreislauf- Erkran kungen, Bluthochdruck, chronischischämische Herzkrankheit, arterielle und venöse periphere Durchblutungsstörungen Wir führen durch • Medizinische Rehabilitationsmaßnahmen • Medizinisch beruflich orientierte Rehabilitationen (MBOR) • Anschlussrehabilitationen (AHB) • Berufsgenossenschaftliche Weiterbehandlungen (BGSW) • Ganztägig ambulante Rehabilitation • Rehabilitationsnachsorge (IRENA,T-RENA) Unsere Leistungen • Physio-, Sport-, Bewegungstherapie • Krankengymnastik • Thermalbäder, Moorpackungen • Elektrotherapie • Ernährungsberatung • Psychologische Patientenbetreuung • Ergotherapie • Reha-, Sozialberatung • Seminare und Vorträge Kostenträger Deutsche Rentenversicherung, alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen, Unfallversicherungsträger / Berufsgenossenschaften, Beihilfe, Selbstzahler Knappschafts-Klinik Warmbad Am Kurpark 10 | 09429 Wolkenstein Tel.: 037369 / 83-0 E-Mail: knappschafts-klinik.warmbad@t-online.de www.knappschafts-klinik-warmbad.de REHA KOMPASS 25