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REHA-Kompass | März 2019

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WIE GUT SIND SACHSENS

WIE GUT SIND SACHSENS KLINIKEN? DIE RENTENVERSICHERUNG KONTROLLIERT DIE MEISTEN REHA-KLINIKEN – UND HAT EIN EIGENES SYSTEM ZUR QUALITÄTSSICHERUNG. Foto: iStockphoto.com/ © monkeybusinessimages Reha-Maßnahmen unterliegen in Deutschland strengen Kontrollen. So soll die hohe Qualität der Angebote gesichert werden. VON STEFFEN KLAMETH Reha-Patienten haben ein Wunsch- und Wahlrecht. Doch es ist schwer für sie, die Qualität einer Klinik zu beurteilen. Wir fragten Dr. Wolf Nürnberg von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland nach den Kriterien. Herr Dr. Nürnberg, viele Reha-Kliniken werben im Internet mit positiven Meinungen ihrer Patienten. Darf man solchen Befragungen vertrauen? Das kommt darauf an. Wenn viele Bewertungen vorliegen, lassen sich durchaus Tendenzen erkennen. Man darf nur eines nicht vergessen: Alles ist subjektiv, und die Unzufriedenen melden sich am lautesten zu Wort. Wie gut sind die sächsischen Kliniken? Ich kann nur für die Reha-Kliniken sprechen, die von der Deutschen Rentenversicherung belegt werden. Und dort ist die Qualität gut. Sie muss auch gut sein, denn wir übernehmen nur dann die Federführung für eine Klinik, wenn diese hält, was sie verspricht. 26 REHA KOMPASS

Schließlich ist es Ziel der Rentenversicherung, den Patienten wieder in die Erwerbsfähigkeit zu bringen oder diese zu sichern. Und bundesweit? Sachsen muss sich nicht verstecken, im Gegenteil. Die große Mehrzahl der Kliniken wurde nach der Wende neu gebaut bzw. modernisiert. Es gab keinen Wildwuchs, sondern wir haben Verträge nur mit den Kliniken abgeschlossen, die die Strukturanforderungen der Deutschen Rentenversicherung erfüllen. Wie messen Sie die Qualität? Bevor wir mit einer Klinik einen Belegungsvertrag schließen, prüfen wir das Konzept und die Struktur, führen eine Visitation durch. Danach erfolgt eine kontinuierliche und umfassende Qualitätssicherung. Die besteht im Wesentlichen aus zwei Komplexen. Auf der einen Seite geht es um Strukturen und Prozesse: Wie steht es um die räumliche, technische und personelle Ausstattung? Bietet die Klinik die geforderten therapeutischen Leistungen an? Erfüllt sie die Reha-Therapiestandards? Auf der anderen Seite interessieren wir uns für die Ergebnisse. Dazu werden monatlich 20 Patienten pro Fachabteilung jeder Klinik befragt, und zwar acht bis zwölf Wochen nach der Entlassung. Zusätzlich lassen wir in Stichproben Entlassungsberichte prüfen. Weiterhin schauen wir auch auf den medizinischen Verlauf, um zu erfahren, ob der Versicherte das Reha-Ziel erreicht hat – die Rückkehr ins Berufsleben. Im Schnitt aller drei Jahre finden Visitationen statt, bei einer Häufung von Beschwerden oder von Baumaßnahmen kann dies auch in unregelmäßigen Zeitabständen erfolgen. Was passiert, wenn die Kontrolleure auf Mängel stoßen? Zunächst werden die Kliniken angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Dafür wird Foto: Georg Ulrich Dostmann Die Therapie DAS GEHT UNTER DIE HAUT Am Anfang kitzelt es vielleicht ein wenig. Oder es fühlt sich ungewohnt an. Doch unter An - leitung von Therapeut Jens Dullies kriegen die Patienten in der Dekimed-Klinik in Bad Elster schnell den Dreh raus, wie sie auf so einfache Weise ihrem Körper etwas Gutes tun können. „Das Trockenbürsten ist bei uns fester Bestandteil des Gesundheitstrainings“, sagt Chefärztin Anke Wißgott. Ob chronische Rücken schmerzen, Migräne, Erschöpfung oder Diabetes – alle Patienten profitierten von der Therapie, die auf den Naturheilkundler Sebastian Kneipp zurückgeht. Durch den leichten Druck und die kreisförmigen Bewegungen werde nicht nur die Haut gestrafft, sondern auch der Blutdruck reguliert. Mehr noch: „Beim Bürsten werden abgestorbene Hautzellen abgetragen“, erklärt Frau Wißgott. Das fördere die Entgiftung des Körpers und stärke die Abwehrkräfte. „Die positiven Effekte auf Blutzucker, Cholesterin und Harnsäure sind nachweisbar.“ Nach der Anleitung in der Gruppe sind die Patienten angehalten, das Trockenbürsten jeden Morgen vor dem Duschen selbstständig durchzuführen. Zusammen mit den anderen Therapiebausteinen wie Bewegung, Ernährung und Entspannung führe das Trockenbürsten zu einem besseren Wohlbefinden – „vorausgesetzt, man macht es regelmäßig.“ (rnw / sk) REHA KOMPASS 27