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REHA-Kompass | März 2019

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DIE QUALITÄT IST EIN

DIE QUALITÄT IST EIN BETRIEBSGEHEIMNIS KONTROLLE – REHA-EINRICHTUNGEN WERDEN STRENG GEPRÜFT. DIE ERGEBNISSE DÜRFEN ABER NICHT ALLE SEHEN. VON STEFFEN KLAMETH Stimmt die Lage? Schmeckt das Essen? Ist das Personal nett? Wenn die Antwort dreimal ja lautet, dann sind viele Patienten beruhigt: In dieser Reha-Einrichtung wird es mir gut ergehen. Vielleicht geht wirklich alles gut. Schließlich tragen die Umgebung, das Essen und die Freundlichkeit der Mitarbeiter eine Menge dazu bei, dass sich Patienten wohlfühlen. Der Erfolg einer medizinischen Rehabilitation hängt aber maßgeblich von anderen Dingen ab: die Anzahl und Qualifikation der Mit- FachklinikumSachsenhof arbeiter, die Ausstattung der Einrichtung, die Bausteine und der Ablauf der Behandlungen, die Vielfalt an Ernährungsangeboten. Das Problem: Selbst wenn sich Patienten für solche Qualitätsdaten interessieren würden – sie haben kein Recht darauf. Die Ergebnisse seien „Betriebsgeheimnisse“ und unterlägen dem Sozialdatenschutz, erklärt Meinolf Moldenhauer vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei herrscht an Informationen kein Mangel. Das Thema Qualität spielt gerade in der Rehabilitation eine zunehmend wichtige Rolle. Ambulante und stationäre Vorsorgeund Reha-Einrichtungen sind per Gesetz zur regelmäßigen Überprüfung der Vorgaben verpflichtet. Die Ergebnisse werden mithilfe spezifischer Verfahren bewertet und zertifiziert. Neben diesem internen Qualitätsmanagement gibt es noch externe Prüfungen durch die beiden größten Kostenträger: die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Postakut- Postakut- und und Rehazentrum Rehazentrum für für Orthopädie Orthopädie und und Kardiologie Kardiologie Badstr. Badstr. 21, 21, 08645 08645 Bad Bad Elster Elster info@fachklinikum-sachsenhof.de info@fachklinikum-sachsenhof.de www.fachklinikum-sachsenhof.de www.fachklinikum-sachsenhof.de FachklinikumSachsenhof Infohotline (kostenlos) 0800 277-3784 Unsere Unsere Vorteile: Vorteile: • AHB, AHB, Reha Reha und und Vorsorge Vorsorge auf auf hohem hohem medizinischen medizinischen Niveau Niveau • Frühzeitige Frühzeitige Aufnahme Aufnahme aus aus dem dem Akutkrankenhaus Akutkrankenhaus • Aufnahme Aufnahme an an 7 Tagen Tagen in in der der Woche Woche (auch (auch mit mit Begleitperson) Begleitperson) • Interdisziplinäres Interdisziplinäres Therapiekonzept Therapiekonzept • Pauschalangebote Pauschalangebote für für selbst selbst finanzierten finanzierten Kuraufenthalt Kuraufenthalt • Komfortable Komfortable Unterbringung Unterbringung in in wunderschönem wunderschönem Ambiente Ambiente • Kooperation Kooperation mit mit Pflegeeinrichtung Pflegeeinrichtung für für pflegebedürftige pflegebedürftige Begleitpersonen Begleitpersonen (Kurzzeitpflege) (Kurzzeitpflege) 30 REHA KOMPASS

Diese Prüfungen sind äußerst komplex. Im Wesentlichen dreht sich alles um drei Bereiche: Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität, also Ausstattung, Abläufe und Resultate. Wie das im Einzelnen abläuft, schildert Dr. Wolf Nürnberg von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland im Interview. Nach Angaben der DRV nehmen zurzeit etwa 950 Reha-Einrichtungen oder -Fachabteilungen daran teil. Die gesetzliche Krankenversicherung hat das BQS-Institut in Düsseldorf mit der externen Qualitätssicherung beauftragt. Es orientiert sich ebenfalls an den Kriterien der Rentenversicherung, nutzt dabei aber ein eigenes System: das QS-Reha-Verfahren. Dazu gehören Befragungen von rund 600 Fachabteilungen und von Patienten sowie Vor-Ort-Kontrollen im dreijährigen Turnus. Zwischen 2007 und 2011 wurde das Verfahren grundlegend überarbeitet. Seitdem hat sich der Umfang immer mehr erweitert. Im September hat die dritte Erhebungsrunde begonnen, bei der neun stationäre und drei ambulante Reha-Bereiche einbezogen werden. PATIENTENMEINUNG IST WICHTIG: Die Meinung der Patienten spielt sowohl für die Rentenversicherung als auch für die Krankenkassen eine wichtige Rolle. Die Patienten werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und zu Beginn, zum Abschluss und einige Zeit nach der Rehamaßnahme befragt: Hat Ihr Arzt oder Therapeut Ihnen erklärt, wofür die einzelnen Therapien gut waren? Wie häufig kam es vor, dass bei einer bestimmten Einzeltherapie (z. B. Krankengymnastik) Ihr jeweiliger Therapeut wechselte? Wissen Sie, was Sie nach der Rehabilitation aufgrund Ihrer Erkrankung tun dürfen, und was Sie nicht tun dürfen? Das sind nur drei von über 40 Fragen, die Patienten in der sogenannten Nachbefragung beantworten sollen. Foto: iStockphoto.com/ © KatarzynaBialasiewicz Die Ergebnisse werden den Kliniken in Form von ausführlichen Berichten übermittelt. Die DRV operiert dabei mit Punkten und Noten, die GKV mit Mittelwerten und Summenscores. Damit können sich die Kliniken zwar mit dem Durchschnitt der anderen Einrichtungen des gleichen Fachgebiets vergleichen, allerdings nur innerhalb des jeweiligen Prüfsystems. Die Berichte seien „nur sinnvoll zu lesen und zu verstehen, wenn man ein gewisses Verständnis für die Methodik hat“, räumt Meinolf Moldenhauer von der GKV ein. Patienten haben dieses Verständnis gewöhnlich nicht. Das allein begründet nach Ansicht des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen allerdings noch längst nicht die Geheimniskrämerei. In ihrem Gutachten zur Rehabilitation schlagen die Experten vor, die Qualitätsdaten in Form von Vergleichsportalen laienverständlich aufzubereiten. Dies „könnte die Transparenz deutlich erhöhen und die Position der Rehabilitanden bei der Auswahl geeigneter Einrichtungen und Behandlungskonzepte stärken.“ Der Vorschlag ist inzwischen vier Jahre alt – getan hat sich seitdem nichts. REHA KOMPASS 31