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REHA-Kompass | März 2019

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demzufolge in der Phase

demzufolge in der Phase D unter anderem die Bewegungstherapie, das Alltagstraining und die Therapie kommunikativer und Schluckstörungen. Kliniken, die sich auf die neurologische Reha spezialisiert haben, müssen also eine Vielzahl von Therapien anbieten. Im Kreischaer Rehazentrum arbeiten Physio-, Ergo- und Atemtherapeuten, Logopäden sowie neuropsychologisch und klinisch orientierte Psychologen Hand in Hand. Die Physiotherapie beginnt beispielsweise frühzeitig mit einer passiven Mobilisation, später folgen unter anderem das Gang- und das Armtraining zur Schulung von Tätigkeiten des täglichen Lebens wie Duschen und Anziehen. Ergotherapeuten trainieren mit den Patienten das Schlucken und Greifen, Logopäden das Lautmalen und Sprechen. Auch innovative Geräte wie Computer, die von schwer beeinträchtigten Patienten mit den Augen gesteuert werden können, finden Anwendung. Bodechtel: „Die Patienten können damit wieder mit der Umwelt kommunizieren und die Technik auch zu Hause nutzen.“ DER REHA-ERFOLG: „Am Anfang jeder Reha-Maßnahme steht eine realistische Prognose“, betont Dr. Bauer. Anhand des aktuellen Zustands und von Erfahrungswerten schätzen die Mediziner die Erfolgsaussichten ab. „Das Ziel ist eine maximale Selbstständigkeit, natürlich immer unter Berücksichtigung der Schädigung, des Alters und Begleiterkrankungen.“ Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Planung der Behandlungen. „Dies wird immer mit den Angehörigen besprochen“, so Bodechtel. Im Vordergrund stehe aber der mutmaßliche Wille des Patienten. „Im Idealfall kann das Therapiekonzept im Verlauf der Behandlung mit dem Patienten abgestimmt werden.“ Wunder kann niemand vollbringen. Für die meisten ist die Reha aber der Weg zurück ins Leben. „Eine einseitige Lähmung nach einem Schlaganfall kann sich rückbilden“, nennt Ulf Bodechtel als Beispiel. Auch Patienten mit einem Schwäche-Syndrom hätten gute Prognosen, wenn das Gehirn nicht geschädigt sei. Am Ende müssten aber viele Patienten mit einer Behinderung – mal kleiner, mal größer – leben. Mit diesem Handicap leben zu lernen ist ebenso Teil der Rehabilitation. „Oft sind es schon kleine Fortschritte, die dem Patienten neuen Lebensmut geben“, berichtet Bauer. Die Perspektive eines Lebens im Rollstuhl oder eines dauerhaft gelähmten Armes könnte so ihren Schrecken verlieren. Mitunter müssen auch Celenus Deutsche Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren Fachzentrum für Innere Medizin/Stoffwechsel, Psychosomatik und Orthopädie Prof.-Paul-Köhler-Str. 3, 08645 Bad Elster Kostenlose Hotline: 0800/751 11 11 info@dekimed.de, www.dekimed.de Ein Unternehmen der Celenus-Gruppe 46 REHA KOMPASS

die Ärzte ihre Prognose revidieren: „Wenn wir sehen, dass durch die Rehamaßnahmen keine weitere Verbesserung möglich ist, wird die Weiterversorgung zu Hause oder in einer geeigneten Pflegeeinrichtung organisiert.“ Ein kleiner Anteil der Patienten ist so schwer betroffen, dass er trotz aller Therapiebemühungen die Erkrankung nicht überlebt. In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall, zwischen 20 und 30 Prozent von ihnen sterben innerhalb eines Jahres. Reiner Scheffler aus Wiederau hat ein halbes Jahr gebraucht, ehe er die Reha- Klinik in Kreischa wieder verlassen konnte. Die Therapien hätten ihn ständig auf Trab gehalten, berichtet er. „Und sie haben mich so auf die Beine gebracht, dass ich noch was vom Leben habe.“ Anders als seine beiden Großmütter, die bereits mit Anfang 60 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben waren. Nur den rechten Arm wird der Rentner wohl nie mehr so bewegen können wie früher. Aber der Mann gibt die Hoffnung nicht auf: Vielleicht, so hofft er, wird er eines Tages wieder seinem Hobby Holzbau nachgehen können. Oder wenigstens einen Stift halten – mit rechts. BEWÄHRTE THERAPIE Baden für die Gesundheit Der Name ist Programm: Im Kurort Warmbad im Erzgebirge sprudelt Sachsens wärmste Thermalquelle. Sie wurde bereits im 14. Jahrhundert von Bergleuten entdeckt und alsbald auch für Heilzwecke genutzt. Und so ist es bis heute: In der Knappschafts-Klinik Warmbad gehört das Bewegungsbad im Thermalwasser für viele Reha-Patienten zum Therapieprogramm. Hier wird es von 26 auf 31 Grad Celsius erwärmt – das fördert die Entspannung und die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Doch damit nicht genug. Der Auftrieb entlastet die Gelenke, die Beweg lichkeit wird damit spürbar verbessert. Andererseits erschwert der Wasserwiderstand die Bewegungen. Nach Aussage der Therapeuten ist dadurch ein sanfter und effizienter Muskel aufbau möglich. Davon profitieren vor allem Foto: Knappschafts.Klinik Warmbad Patienten, die nach einer Gelenk ersatz-OP die Reha-Klinik besuchen. Schließlich bewirke der hydrostatische Druck auch ein Training des Herz-Kreislauf-Systems. In der Knappschaftsklinik steht das Bewegungsbad in der Regel dreimal wöchentlich auf dem Therapieplan und dauert etwa eine halbe Stunde. Übrigens: Ein Bad im erwärmten Thermalheilwasser ist auch in der benach barten Silber-Therme möglich. (rnw/sk) REHA KOMPASS 47