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REHA-Kompass | März 2019

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Übergewicht – der

Übergewicht – der Extremfall war ein elfjähriges Mädchen, das 150 Kilo wog – stehen etwa viel Bewegung und Ernährungsberatung im Mittelpunkt. Bei Patienten mit psychischen Diagnosen ist die Gruppentherapie ein fester Bestandteil. Dabei gehe es unter anderem darum, sie „aus der chemischen Zwangsjacke zu befreien“. Das heißt: weniger Medikamente, mehr emotionale Fähigkeiten. „Meist haben wir es mit gestörten Eltern-Kind-Beziehungen zu tun“, sagt Meder. „Dem Therapeuten kommt dann die Rolle des hilfreichen Dritten zu.“ Das erfordere auch einen kritischeren Umgang mit den Eltern – bis hin zur Empfehlung einer vollstationären Jugendhilfemaßnahme. DER TAGESABLAUF: In Bad Gottleuba werden die jungen Patienten 6.30 Uhr geweckt, 7.15 Uhr gibt es Frühstück. Daran schließen sich der (verkürzte) Unterricht in der klinikeigenen Schule sowie Therapien – zum Beispiel in der Gruppe oder Schwimmen – an. Nachmittags steht noch mal Unterricht auf dem Plan, ebenso Sport oder Gruppenaktivitäten. Regelmäßige Mahlzeiten sind ein wesentlicher Baustein der Therapie. Nach dem Abendbrot haben die jungen Leute Freizeit, die Nachtruhe ist altersabhängig. Am Wochenende können die Patienten ausschlafen, sonnabends werden Exkursionen angeboten, sonntags ist der Besuch der Schwimmhalle möglich. DIE THERAPIEDAUER: Eine Kinderund Jugend-Reha dauert in der Regel sechs Wochen. „In Ausnahmefällen kann sie auch auf bis zu zwölf Wochen verlängert werden“, erklärt Dr. Meder. DER ANTRAG: Die Initiative für eine Kinderund Jugend-Reha geht meist vom Haus- oder Kinderarzt aus – häufig im Zusammenhang mit einer Vorsorgeuntersuchung. Den Antrag müssen allerdings die Eltern stellen. In den allermeisten Fällen ist dafür die Deutsche Rentenversicherung zuständig. Die hundert Plätze der Kinder- und Jugendklinik in Bad Gottleuba sind begehrt. „Patienten, die allein anreisen, warten im Schnitt drei Monate“, sagt der Chefarzt. In der Familienklinik könne sich die Wartezeit auf ein halbes Jahr verlängern. Seit vergangenem Jahr haben Kinder bis zum zwölften Lebensjahr Anspruch auf die Begleitung durch Familienangehörige, und zwar unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Bisher war das nur bis zum zehnten Lebensjahr möglich. Auf Antrag zahlt die Rentenversicherung dann nicht nur für Unterkunft und Verpflegung, sondern auch für den Verdienstausfall. Das Flexirentengesetz hat auch die vierjährige Wartefrist für die Wiederholung einer Kinder- und Jugend-Reha abgeschafft. „Eine erneute Behandlung ist jetzt in deutlich kürzeren Abständen möglich“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland. DER THERAPIEERFOLG: „Wir garantieren für einen maximalen Therapieerfolg“, sagt Dr. Meder. Maßstab sei dabei das individuelle Ziel. Bei übergewichtigen Patienten liege der Gewichtsverlust im Schnitt bei einem bis anderthalb Kilo pro Woche. Bei ADHS- Patienten gehe es darum, die Medikamente zu reduzieren oder ganz abzusetzen. Der Mediziner berichtet von einem 16-jährigen Mädchen, das die Reha mit einer hochdosierten Ritalin-Verordnung antrat – und nach der sechswöchigen Therapie regelrecht befreit wirkte. Voraussetzung für den Erfolg sei aber auch die Motivation der Patienten. Wer in den ersten sieben Tagen keinen Willen zeige oder sich nicht in die Gruppe einordne, müsse die Reha abbrechen. Dies geschehe allerdings sehr selten. Der 18-jährige Henrik Marten wollte das Beste aus der Reha machen. Er experimentierte mit Lebensmitteln, ging viel Schwimmen und abends in den Fitnessraum. „Ich wollte meine Ernährung optimieren und fitter werden“, erzählt er. Und er fuhr mit mehr Elan nach Hause, denn er hatte erkannt: „Ich bin meines Glückes eigener Schmied.“ 58 REHA KOMPASS

KLINIK BAVARIA Kreischa/Zscheckwitz WIR UNTERSTÜTZEN UNSERE PATIENTEN, IHRE PERSÖNLICHE LEBENSQUALITÄT ZU VERBESSERN: in unseren Einrichtungen mit folgenden Fachabteilungen: ⋅ Intensiv-REHA mit Weaning-Zentrum (Beatmungsentwöhnung) ⋅ Neurologie/Neuroonkologie Phase B, C, D ⋅ Onkologie/Hämatologie ⋅ Orthopädie/Traumatologie/ Querschnittgelähmtenzentrum ⋅ Allgemeine Innere Medizin, Diabetologie u. Kardiologie ⋅ Psychotherapie und Verhaltenstherapie ⋅ Neurologie/Neuropädiatrie ⋅ Allgemeine Pädiatrie HABEN SIE FRAGEN? WIR BERATEN SIE GERN! KLINIK BAVARIA Kreischa An der Wolfsschlucht 1-2 | 01731 Kreischa INTENSIV-REHA: Telefon: 035206 6-2953 Fax: 035206 6-2954 REHA: Telefon: 035206 6-3302 Fax: 035206 6-3333 KLINIK BAVARIA Zscheckwitz Fachkrankenhaus und Rehabilitationsklinik für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Zscheckwitz 1-3 | 01731 Kreischa Telefon: 035206 5-5304 Fax: 035206 6-3333 www.klinik-bavaria.de zscheckwitz.klinik-bavaria.de ⋅ Medizinisch-Berufsorientierte Rehabilitation ⋅ Medizinisch-Berufliche Rehabilitation