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Steuern & Finanzen | 01/2017

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4 Portal hilft

4 Portal hilft Arbeitgebern Neues Angebot im Internet Das neue „Arbeitgeberportal Sozialversicherung“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei Fragen rund um das Melde- und Beitragsrecht in der Sozialversicherung. Wie der GKV-Spitzenverband mitteilt, bietet die Online-Plattform Arbeitgebern einen Überblick über ihre Informations- und Meldepflichten nach dem Sozialrecht. Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Mit dem Portal können wir Arbeitgeber ab jetzt besser unterstützen, sich im Melde- und Beitragsrecht der Sozialversicherung zurechtzufinden. Das kann gerade für neue und kleinere Unternehmen eine echte Hilfestellung sein.“ www.informationsportal.de IMPRESSUM Steuern & Finanzen ist eine Anzeigensonderveröffentlichung der„Freien Presse“. VERLAG: Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG (CVD) Brückenstraße 15, 09111 Chemnitz ANZEIGENLEITUNG: Tobias Schniggenfittig (verantw.) VERKAUFSLEITER: Torsten Müller Telefon: 0371 656 10717 Mail: torsten.mueller@ cvd-mediengruppe.de REDAKTION Christian Wobst TITELBILD shapecharge/istockphoto.com Eine Ehescheidung kann kostspielig werden insbesondere wenn über Folgesachen oder die Auseinandersetzung einer gemeinsamen Immobilie gestritten wird. Demzufolge erscheint der Wunsch der geschiedenen Ehegatten verständlich, die Kosten der Ehescheidung als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung geltend zu machen. „Die aktuelle im Jahr 2013 eingeführte gesetzliche Regelung im Einkommensteuergesetz hat allerdings Prozesskosten nach dem Wortlaut mit einem weitgehenden Abzugsverbot belegt“, erklärt Sven Peitzsch, Fachanwalt für Familienund Erbrecht bei der Partnerschaftsgesellschaft Dr. Broll Schmitt, Kaufmann & Partner aus Freiberg. Nur ausnahmsweise seien diese demnach steuerlich anzuerkennen: Wenn der Steuerpflichtige ohne diese Aufwendungen Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse im üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen könne. „Aufgrund der nicht sehr klaren Regelung ist in der Praxis der Finanzgerichte die steuerliche Geltendmachung der Kosten eines Scheidungsverfahrens umstritten“, weiß der Fachanwalt aus Erfahrung. Eine Abzugsfähigkeit habe zuletzt das Finanzgericht Köln in einem Urteil vom 13. Januar .2016 (14 K 1861/15) bejaht. „Die verfahrensgegenständlichen Scheidungskosten waren nach Auffassung des STEUERN & FINANZEN Wenn die Trennung teuer wird Experten erklären, wann Kosten des Scheidungsverfahrens absetzbar sind ······································································· SVEN PEITZSCH Fachanwalt für Familien-und Erbrecht ······································································· STEPHAN RISCH Steuerberater Foto: Thomas Malik Foto: privat ······································································· ······································································· Gerichtes zwangsläufig im Sinne des § 33 Abs. 2 S. 1 des Einkommmenssteuergesetzes entstanden, da eine Scheidung dann vorgenommen wird, wenn die Ehe zerrüttet ist und die Ehegatten nicht mehr an ihr festhalten wollen“, so Sven Peitzsch weiter. Der Gesetzestext spricht nur von Aufwendungen für die Führung eines Rechtsstreits (Prozesskosten), die vom steuerlichen Abzug ausgeschlossen sind. „Das Ehescheidungsverfahren fällt jedoch nach der Auffassung des Finanzgerichtes Köln nicht unter den Begriff des Rechtsstreits im Sinne der Vorschrift, da für das Scheidungsverfahren nicht die Zivilprozessordnung, sondern die Regelungen des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) anzuwenden sind“, beschreibt Peitzsch die Vorgehensweise. In § 113 Abs. 5 Nr. 1 FamFG werde ausdrücklich erwähnt, dass bei der Anwendung der Zivilprozessordnung (ZPO) statt der Bezeichnung Prozess oder Rechtsstreit die Bezeichnung Verfahren an diese Stelle tritt. Die Anwendung unterschiedlicher Verfahrensordnungen habe das Finanzgericht zum Anlass genommen, eine Abzugsfähigkeit der Kosten des Scheidungsverfahren als „Nichtprozess“ zu bejahen und die Anwendung der Vorschrift des Paragrafen 33 Abs. 2 S. 4 EStG abzulehnen. „Leider steht noch das Ergebnis des Revisionsverfahrens aus, dass das Finanzgericht zum Bundesfinanzhof zugelassen hat“, so der Fachanwalt. Sein Kollege Steuerberater Stephan Risch ergänzt dazu: „Die Abzugsfähigkeit der Scheidungskosten wird aufgrund der zumutbaren Eigenbelastung zum Beispiel bei Einkünften von über 15.340 Euro (51.130 Euro bei Steuerpflichtigen mit einem oder zwei Kindern) um 3 v. H. des Gesamtbetrages gemindert.“ Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 50.000 Euro ergäbe dies eine zumutbare Belastung in Höhe von 1500 Euro. Nur ein darüber hinausgehender Betrag würde sich steuerlich auswirken. Die beiden Experten aus Freiberg raten deshalb vor dem Hintergrund des Steuervorteils, dass die Rechnungslegung und die Zahlung an den Anwalt so gestaltet werden, dass alle außergewöhnlichen Belastungen in einem Veranlagungszeitraum bezahlt werden. 27. Januar 2017 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Rauchfrei: Kosten absetzen Lohnsteuerhilfe gibt Tipps Nichtraucher werden: Das ist für viele Menschen ein Vorsatz zum neuen Jahr. Was die Wenigsten wissen: Die Kosten für die Rauchentwöhnung lassen sich unter bestimmten Bedingungen von der Steuer absetzen. Darauf weist die Vereinigte Lohnsteuerhilfe hin. Ob Verhaltenstherapie, Nikotinpflaster, Akupunktur oder Hypnose – von der Steuer absetzbar sind die Kosten für Rauchentwöhnungsmethoden, wenn sie von der Krankenkasse nicht übernommen werden und der Raucher ein ärztliches Attest über seine Nikotinsucht vorweisen kann. Bereits 1966 habe laut der Lohnsteuerexperten der Bundesfinanzhof entscheiden, dass Ausgaben zur Heilung gesundheitlicher und seelischer Schäden infolge des Missbrauches von Suchtmitteln als außergewöhnliche Belastung gelten. Seither könnten auch therapeutische Maßnahmen, die zur Heilung einer Sucht nötig sind, als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen Arzt-, Heilpraktiker- und Krankenhauskosten, psychotherapeutische Behandlungen, verschriebene Arzneimittel, nicht rezeptpflichtige Mittel wie Nikotinpflaster, Fahrtkosten zum Arzt, Kosten für den Besuch einer Selbsthilfegruppe, wenn die Teilnahme aus ärztlicher Sicht erforderlich ist, sowie Ausgaben für Heilkuren – allerdings nur, wenn es sich um unmittelbare Krankheitskosten handelt. 3795864-10-1 3798489-10-1 3789367-10-1

STEUERN & FINANZEN 27. Januar 2017 5 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG So kann das Smartphone steuerlich abgesetzt werden Vereinigte Lohnsteuerhilfe gibt Tipps für Fiskus-Beteiligung an monatlichen Ausgaben Rasch noch die Mails checken, ein paar Infos recherchieren oder die Präsentation abrunden: Wer kennt das nicht? Gerne wird das private Smartphone für berufliche Zwecke genutzt. Wer das in erheblichem Umfang praktiziert, kann den Fiskus an den Ausgaben für den mobilen Alles-Könner beteiligen. Wie das geht, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Demnach können Berufstätige grundsätzlich privat getragene Ausgaben rund um den Job als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Dazu gehören auch Aufwendungen für Geräte, etwa das privat gekaufte und beruflich mitgenutzte Smartphone. Laut der Steuerexperten gibt es zwei Möglichkeiten, mit den Werbungskosten in der Steuererklärung umzugehen. Entweder man nimmt die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro pro Jahr in Anspruch, die der Fiskus jedem Arbeitnehmer automatisch anrechnet. Oder man gibt die einzelnen Werbungskosten Posten für Posten an. Letzteres sei sinnvoll, wenn die Werbungskosten 1000 Euro jährlich übersteigen. Dann können die Ausgaben fürs Smartphone interessant werden. Egal ob man die Anschaffungs- oder die Betriebskosten absetzen wolle: Der Steuerzahler müsse glaubhaft darlegen können, dass er das Gerät auch für berufliche Zwecke einsetze, so die Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Anschaffung absetzen Wer die Anschaffungskosten absetzen will, sollte den privaten beziehungsweise beruflichen Gebrauch detailliert aufgliedern: Absetzbar ist nämlich laut Vereinigte Lohnsteuerhilfe der Teil der Anschaffungskosten, der dem Anteil des beruflichen Einsatzes entspricht. Bei 60 Prozent beruflicher Nutzung können also auch 60 Prozent der Aufwendungen abgesetzt werden. Doch wie lässt sich der Umfang der berufsbedingten Nutzung nachweisen? „Gute Chancen haben alle, deren Berufsbild und Tätigkeitsspektrum zum Smartphone-Einsatz passen – etwa Journalisten, Wissenschaftler, aber auch Pfarrer und Wer die berufliche Nutzung des Smartphones nachweist, kann dadurch Steuern sparen. Foto: drubig-photo/Fotolia Versicherungsangestellte im Außendienst. Bei großer Nähe zwischen Beruf und Mobiltelefon-Nutzung ist eine steuerliche Anerkennung von bis zu 80 Prozent der Kosten durchaus möglich“, so die Experten. Eine schriftliche Bescheinigung des Arbeitgebers sei auch hilfreich. Ein Tipp der Berater: drei Monate Smartphone-Tagebuch führen, mit Datum, Dauer und Grund der Nutzung. Als Belege können die Einzelverbindungsnachweis des Mobilfunkanbieters dienen. Bei plausibler Begründung wird das Finanzamt die dreimonatige Dokumentation in der Regel auch für die übrige Zeit anerkennen. Doch auch ohne eine solche Buchführung könne es noch eine Möglichkeit geben: „Falls Job und beruflicher Gebrauch des Smartphones zueinander passen und dies der Steuerzahler formlos in einem der Steuererklärung beigefügten Schreiben erklären kann, geht das Finanzamt im Allgemeinen von einem 50-prozentigen beruflichen Nutzungsanteil aus – selbst wenn kein weiterer Nachweis vorliegt. Ein Rechtsanspruch auf dieses Entgegenkommen existiert allerdings nicht“, betont der Lohnsteuerhilfeverein. Auch der Preis des Smartphones spielt beim steuerlichen Absetzen eine Rolle: Wenn das intelligente Telefon teurer als 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer) war, kann der Kauf nicht in einem Rutsch geltend gemacht werden. Dann müssen die Kosten inklusive der gezahlten Umsatzsteuer über den Zeitraum von fünf Jahren monatsgenau abschrieben werden. Betriebskosten absetzen Auch an den beruflichen Ausgaben fürs Telefonieren und die Internetnutzung kann der Fiskus beteiligt werden. „Generell gilt: Ohne geeigneten Nachweis akzeptiert das Finanzamt in der Regel pauschal 20 Prozent der Aufwendungen, maximal jedoch 20 Euro pro Monat“, heißt es seitens des Lohnsteuerhilfevereins. Wer mehr absetzen wolle, für den könne wiederum das Smartphone-Tagebuch sinnvoll sein, in welchem über drei Monate hinweg das Nutzungsverhalten genau festgehalten wird. 3797078-10-1