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Steuern & Finanzen | 01/2017

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8 STEUERN & FINANZEN 3797083-10-1 Wissenswertes zum Sparbuch Klassiker der Geldanlage beschäftigt auch die Gerichte 27. Januar 2017 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG 3797079-10-1 Hat noch immer seine Berechtigung: das Sparbuch. Foto: Jörg Lantelme/Fotolia.com 3797329-10-1 3797251-10-1 Es gibt es auch in Zeiten der Digitalisierung noch: das gute alte Sparbuch. Auch die Gerichte befassen sich mit dieser klassischen Form der Geldanlage. Die Experten der Arag-Versicherung haben informative Urteile rund um das Sparbuch zusammengefasst: Nach 34 Jahren: Sparbuch muss ausgezahlt werden Ein Bausparer hatte im Jahr 1971 ein Sparbuch eröffnet und zur Sicherheit für einen Kredit an seine Bausparkasse übergeben. Obgleich das Darlehen bereits im Jahre 1982 erledigt war, sandte die Bausparkasse dem Kläger das Sparbuch erst im Jahre 2005 zurück. Dieser verlangte von der Bank die Auszahlung des im Sparbuch ausgewiesenen Guthabens von rund 8000 Euro. Die Bank weigerte sich mit der Begründung, der Kläger habe das Konto bereits 1982 aufgelöst und das Guthaben erhalten. Dies ergebe sich aus internen Bankunterlagen, die sie jedoch nur in unvollständiger Form vorlegen konnte. Das zuständige Landgericht wies die Klage in erster Instanz ab, weil es dem Geldinstitut nach so vielen Jahren praktisch unmöglich sei, den Nachweis einer Auszahlung des Guthabens zu führen. Stattdessen hätte der Kläger beweisen sollen, dass er das Geld noch nicht erhalten hatte. Die Berufung des Bankkunden war allerdings erfolgreich. Die Richter betonen im Urteil, dass das Sparbuch im Rechtsverkehr grundsätzlich den vollen Beweis für das Bestehen des ausgewiesenen Guthabens erbringt. Grundsätzlich seien Buchungen ohne Vorlage des Sparbuchs unzulässig. Da die Bank nicht beweisen konnte, dass das Guthaben ohne Vorlage eines Sparbuchs oder unter Vorlage eines Ersatzsparbuchs ausgezahlt wurde, wurde sie zur Zahlung des ausgewiesenen Guthabens verurteilt. (OLG Celle, Az.: 3 U 39/08) Sparbuch schützt bei Vermieterpleite Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wer eine neue Wohnung mietet, ärgert sich häufig über die zu entrichtende Mietkaution. Selbstverständlich ist diese als Sicherheit für den Vermieter notwendig und somit auch gerechtfertigt, so die Arag-Experten. Allerdings sollten Mieter darauf achten, dass ihre Kaution auf einem ausgewiesenen Sonderkonto angelegt wird, raten die Arag-Versicherer. Geschieht dies nämlich nicht und das Geld ist entweder bar übergeben worden oder direkt auf das Konto des Vermieters eingegangen, ist es im Falle der Vermieterinsolvenz futsch, entschied der Bundesgerichtshof. (BGH, Az.: IX ZR 132/06) Neben dem Sonderkonto kann auch eine Bankbürgschaft oder ein selbst angelegtes und an den Vermieter verpfändetes Sparbuch als Mietsicherheit dienen, wenn der Vermieter damit einverstanden ist. Sparbuch geerbt? Das sollten Betroffene wissen: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr! Das wusste schon Marlene Dietrich, und ihr Satz hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt. Das lernte auch der Lieblingsneffe und Erbe einer recht betuchten verstorbenen Dame. Sie hatte ihm per „Verfügung für den Todesfall“ alle Rechte aus ihren Sparbüchern bei einer Sparkasse übertragen. Darüber hinaus schrieb sie ihrem Neffen auf, wer aus der Familie wie viel von den insgesamt 120.000 Euro Ersparnissen erhalten sollte, ließ aber eine Nichte und einen anderen Neffen unberücksichtigt. Der bescheidene Lieblingsneffe verteilte das geerbte Geld und bedachte auch die beiden nicht benannten Verwandten. So viel Uneigennützigkeit war dem Finanzamt wohl bisher noch nicht untergekommen. Die Beamten forderten vom Lieblingsneffen die gesamte Erbschaftssteuer, also rund 17.000 Euro. Da sein eigener Anteil aber nur 13.500 Euro betrug, hatte der Bundesfinanzhof ein Einsehen. Er muss nur versteuern, was er auch bekommen hat. Letztendlich glaubten die Richter ihm, dass die Tante vor ihrem seligen Dahinscheiden die Verteilung der Gelder an die übrigen Verwandten gewollt hattte. (BFH, Az.: II R 8/07)

Freibeträge der Kinder nutzen Schenkung von Kapitalvermögen bis 400.000 Euro schenkungssteuerfrei Familien mit Kindern können Kapitalerträge auf mehrere Schultern verteilen und Kapitalvermögen an Kinder verschenken. Da Kindern ebenso wie den Eltern jährliche Freibeträge bei der Einkommensbesteuerung zustehen, kann so die Steuerlast völlig legal vermindert werden. Darauf weist der Bankenverband hin. Dieser Gedanke drängte sich angesichts der Minizinsen für Spareinlagen zwar nicht sofort auf, so die Finanzexperten, doch so mancher besitzt neben Bankguthaben auch Fonds oder Aktien mit attraktiveren Renditen. Bei Erträgen von beispielsweise 2,5 Prozent reiche bereits ein Kapitalvermögen von mehr als 32.040 Euro, um den Sparer- Pauschbetrag von 801 Euro zu überschreiten. Mit diesen – erhöhten – Steuerbefreiungen können 2017 auch Kinder rechnen, wenn sie ausschließlich Einnahmen aus Kapitalvermögen haben: 8820 Euro Grundfreibetrag, 801 Euro Sparer-Pauschbetrag, 36 Euro Sonderausgaben- Pauschbetrag. Das sind insgesamt pro Kind 9657 Euro steuerfrei, rechnet der Bankenverband vor. Das heißt: Zinsen, Dividenden und andere Einnahmen aus Kapitalvermögen, zu denen auch Gewinne aus der Veräußerung von nach 2008 erworbenen Wertpapieren wie Aktien, Anleihen und Fonds gehören, sind bis zur Höhe von 9657 Wenn das Geld der Kinder nicht in ein Sparschwein, sondern auf das Konto wandert, dann können Freibeträge geltend gemacht werden. Foto: Syda Productions/Fotolia „Altersvorsorge in Deutschland – Ohne Aktien geht es nicht“– so lautet der Titel und zugleich das Ergebnis der Studie „Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen“ des Deutschen Aktieninstituts und dreier Banken. In der Studie setzen sich die Autoren laut Deutschem Aktieninstitut mit den Herausforderungen auseinander, vor denen die Altersvorsorge in Deutschland steht. Demnach führt der demografische Wandel zu einer Rentenlücke. „Ein langfristig tragfähiges Altersvorsorgekonzept für alle Bürger ist nur mit Kapitaldeckung und dem Einsatz von Aktien zu bewerkstelligen“, betont Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Wir müssen Aktien in einem viel größeren Umfang in der Altersvorsorge einsetzen, um die Rentenlücke zu schließen“, fordert Bortenlänger. „Aktien sind insbesondere für die Altersvorsorge ein ideales Anlageinstrument, weil sie auf lange Frist hohe Renditen abwerfen“, unterstreicht Friedrich von Metzler, Mitglied des Partnerkreises des Bankhauses Metzler. Wie die Studie des Aktieninstituts zeige, erwirtschafte eine gut diversifizierte Aktienanlage in Zeiträumen von 30 Jahren und mehr eine durchschnittliche Rendite von bis zu zehn Prozent. „Da die Gelder in der Altersvorsorge STEUERN & FINANZEN 27. Januar 2017 9 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Euro im Jahr 2017 steuerfrei. Die Schenkung von Kapitalvermögen an Kinder ist bis zu einem Betrag von 400.000 Euro schenkungsteuerfrei. „Dieser Betrag gilt für jedes Kind, und er kann nach Ablauf von zehn Jahren erneut in Anspruch genommen werden“, heißt es seitens des Bankenverbandes. Eine Vermögensübertragung innerhalb der Familie erkenne die Finanzverwaltung allerdings nur an, wenn sie nicht allein aus Steuervermeidungsgründen vorgenommen wird. Die Schenkung müsse zivilrechtlich wirksam abgeschlossen und tatsächlich wie vereinbart durchgeführt werden. Ein formloser Schenkungsvertrag sei sinnvoll, um die Geldanlage für das Kind bei Nachfragen vom Finanzamt glaubhaft machen zu können. Mindestvoraussetzung dafür ist laut Bankenverband ein Konto oder Depot auf den Namen des Kindes. Die Eltern sind bis zur Volljährigkeit des Kindes verfügungsberechtigt, dürfen aber nicht mehr ohne weiteres auf das verschenkte Kapital zurückgreifen. Zu berücksichtigen ist auch, dass Kinder mit hohen Einkünften eigene Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung zahlen müssen. Auch für andere Fördermaßnahmen wie zum Beispiel BAföG seien Einkommensund Vermögensgrenzen zu beachten. „Bei größeren, komplexeren Vermögensübertragungen ist es daher empfehlenswert, sich vorher unter rechtlichen und steuerlichen Aspekten beraten zu lassen“, betonen die Experten des Bankenverbandes. „Ohne Aktien geht es nicht“ Deutsches Aktieninstitut über ein tragfähiges Altersvorsorgekonzept über viele Jahrzehnte angelegt werden, kommt hier der Vorteil der langfristigen Aktienanlage voll zum Tragen“, erklärt von Metzler. Auch Jens Wilhelm, Mitglied des Vorstands der Union Asset Management Holding, plädiert für ein Umdenken in der deutschen Altersvorsorge. „Die private Altersvorsorge wird in Zeiten des demografischen Wandels und drohender Altersarmut immer wichtiger. Wachstumsorientiertes Sparen ist das Gebot der Stunde, gestaltet sich angesichts historisch niedriger Zinsen aber als Herausforderung. Daher ist klar: Deutschland braucht mehr Aktien in der Altersvorsorge“, fordert Wilhelm. 3798560-10-1 3789364-10-1 3796313-10-1