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Steuern und Finanzen | 01/2018

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10 STEUERN & FINANZEN

10 STEUERN & FINANZEN Wenn Cyberkriminelle die Firma attackieren Unternehmen können sich mit verschiedenen Maßnahmen schützen – Fachanwalt steht mit Rat und Tat zur Seite 26. Januar 2018 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Wenn Unternehmen zur Zielscheibe von Verbrechern werden, geht der Schaden meist in die Hunderttausende. Nicht selten ist sogar die Existenz des Unternehmens gefährdet. Entsprechend wichtig ist es, sich zu schützen. Cyberkriminelle spionieren zunächst Firmen über das Internet aus, um herauszufinden, wer Geschäftsführer und wer der für den Zahlungsverkehr verantwortliche Mitarbeiter ist. „In der Folge steht meist ein Mitarbeiter im Mittelpunkt dieser Betrugsversuche, der geschickt manipuliert wird, um arglos vertrauliche Daten des Unternehmens preiszugeben oder Zahlungen an Fremdkonten anzuweisen“, sagt Rechtsanwalt Albert Schlichter, der in Zwickau die „Kanzlei für Wirtschaftsrecht“ betreibt. Diese Betrugsmaschen, die unter dem Begriff „Social Engineering“ zusammengefasst werden, sind nicht einfach zu erkennen. „Nachdem die Betrüger über Internetauftritte, öffentliche Register oder über beruflich oder privat genutzte soziale Netzwerke, genügend Informationen über ein Unternehmen gesammelt haben, versuchen sie die Hilfsbereitschaft, das Vertrauen, die Angst oder den Respekt vor Autorität auszunutzen. Mitarbeiter werden so manipuliert, dass sie gutgläubig handeln und dabei das eigene Unternehmen unbewusst schädigen“, so der Rechtsanwalt. Beim sogenannten „Chef-Betrug“ zum Beispiel bekommt ein zahlungsberechtigter Mitarbeiter, in der Regel aus der Buchhaltung, eine gefälschte Nachricht des vermeintlichen Geschäftsführers des Unternehmens, mit der der Auftrag erteilt wird, einen bestimmte Zahlungsüberweisung zu tätigen. „Häufig wird dabei ein besonderer Grund angegeben, um die Angelegenheit glaubwürdiger zu machen. Da man den E-Mail-Account des Geschäftsführers gehackt hat, fällt es dem Mitarbeiter häufig nicht auf, dass es sich bei dem Auftraggeber nicht um den Geschäftsführer handelt“, so Albert Schlichter. Beim sogenannten „Geänderte Bankverbindung-Betrug“ ist das Ziel des Täters, Zahlungen auf eine betrügerische Bankverbindung umzuleiten, indem er die rechtmäßige Kontonummer – mit oder ohne Rechnungsbezug – durch seine eigene Bankverbindung ersetzen lässt. „Dies geschieht häufig durch eine einfache E-Mail, in der auf das vermeintlich geänderte Bankkonto im Namen des Geschäftspartners hingewiesen wird. Der Betrug wird in der Regel erst dann erkannt, wenn der rechtmäßige Zahlungsempfänger auf den fehlenden Zahlungseingang aufmerksam macht“, so der Rechtsanwalt. Albert Schlichter könnte die Betrugsbeispiele noch beliebig fortsetzen. Viel wichtiger ist ihm aber die Antwort auf die Frage, was die Unternehmen gegen Cyberkriminalität Gegen Cyberkriminalität lässt sich etwas tun. Foto: psdesign1/fotolia tun können: „Um den beschriebenen Gefahren zu begegnen, müssen risikobehaftete Prozesse durch das Unternehmen überprüft werden. Zudem sollten offene Unternehmenskulturen so verändert werden, dass es zumindest bei ungewöhnlichen Beträgen zu einer telefonischen Rückversicherung kommt“, macht Albert Schlichter deutlich. Zudem sollte mit Social Media bewusst umgegangen werden und Vorsicht beim Öffnen von E-Mails von nicht genau identifizierbaren Absendern an den Tag gelegt werden. Die Implementierung von Firewalls, Antivirensoftware, Updates und die Änderung von Startpasswörtern, die überlegte Vergabe von Nutzerrechten und die Einführung mindestens des Vier-Augen-Prinzips seien weitere Möglichkeiten. „Zudem empfehle ich regelmäßige Schulungen zu neuen Betrugsszenarien“, so der Rechtsanwalt. Sobald etwas passiert ist, sollte umgehend die Bank informiert werden. „Unternehmen sollten sich bei Problemen und Fragen zudem an eine Kanzlei wenden, die mit ihren Rechtsanwälten sowohl die strafrechtliche als auch die bankrechtliche Seite abdeckt“, sagt Albert Schlichter. 3891624-10-1 3892806-10-1 3890771-10-1 3891277-10-1 3890494-10-1

STEUERN & FINANZEN 26. Januar 2018 11 ···················································································································································································································································································································································································· ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG Neues Jahr bringt viele neuen Regeln mit sich 2018 hat in Sachen Steuern und Finanzen einige Neuerungen gebracht– wir beantworten Ihre wichtigsten Fragen Alles neu in 2018? Nicht ganz, aber es gab doch ein paar entscheidende Änderungen. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir zusammengestellt. Wurde die Frist für alle Steuererklärungen verlängert? Ja. Nach Angaben der LBS muss die Steuererklärung ab dem Steuerjahr 2018 erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (in diesem Fall also 31. Juli 2019) beim Finanzamt abgegeben werden. Wenn ein Steuerberater die Steuererklärung für den Steuerpflichtigen erstellt, hat dieser künftig bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres Zeit. Das heißt, für die Steuererklärung 2018 bis zum 29. Februar 2020. Wurde der Grundfreibetrag für Steuerzahler erhöht? Rund 9000 Euro: So hoch ist der Grundfreibetrag seit dem 1. Januar. Im Vergleich zu 2017 ist dies eine Steigerung um 180 Euro. Nach Angaben der Experten des Lohnsteuerhilfevereins Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) bedeutet das, dass ein Single 2018 bis zu einer jährlichen Einkunftshöhe von rund 9000 Euro keine Steuern zahlen muss. Das Doppelte, also runde 18.000 Euro, steht zusammenveranlagten Eheleuten und eingetragenen Lebenspartnern zu. „Der Grundfreibetrag soll sicherstellen, dass das staatlich festgelegte Existenzminimum steuerfrei ist, sodass sich jede Person das Lebensnotwendigste leisten kann“, heißt es in einer Pressemitteilung der VLH. Was ist neu für frisch Verheiratete? Ab 1. Januar 2018 werden alle Paare nach der Hochzeit automatisch in die Steuerklassenkombination IV/IV eingruppiert – egal, ob beide Partner berufstätig sind oder nicht. Deshalb sollten laut VLH-Experten alle frisch Verheirateten überprüfen, welche Steuerklassenkombination für sie die jeweils günstigste ist. Lassen sich Arbeitsmittel jetzt besser absetzen? Ja. Der Grenzwert für die Sofortabschreibung von sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern wurde zu Jahresbeginn von 410 Euro auf 800 Euro (jeweils ohne Mehrwertsteuer) angehoben. Was bedeutet das für Berufstätige? Kauft ein Arbeitnehmer privat Dinge, die er auch beruflich nutzt, so kann er die entsprechenden Aufwendungen in der Regel anteilig als Werbungskosten absetzen. Das gilt laut Experten der Vereinigten Lohnsteuerhilfe zum Beispiel für die Anschaffung etwa von Laptops, Smartphones oder Büromöbeln. Erfüllt der erworbene Gegenstand bestimmte Kriterien und liegen seine Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten unter dem definierten Grenzwert, handelt es sich um ein sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut – und der Arbeitnehmer kann die Aufwendungen noch für das Jahr des Kaufs vollständig steuerlich geltend machen. Überschreiten die Anschaffungsbeziehungsweise Herstellungskosten hingegen den besagten Grenzwert, darf der Arbeitnehmer die Ausgaben nicht sofort komplett absetzen, sondern muss sie über die sogenannte gewöhnliche Nutzungsdauer, also über einen längeren Zeitraum hinweg, abschreiben. Dank der deutlichen Grenzwerterhöhung seit Beginn des Jahres ist es also – im Gegensatz zu früher – in vielen Fällen möglich, die Ausgaben für beruflich (mit)genutzte Laptops oder Smartphones für das Jahr der Anschaffung voll und ganz abzusetzen. Ganz entspannt: Für die Abgabe der Steuererklärung bleibt jetzt mehr Zeit. Foto: agenturfotografin/fotolia Braucht das Finanzamt noch Belege von mir? Es kommt darauf an: Für die Steuererklärung 2017, die 2018 erstellt wird, gelten erstmals neue Regeln für den Umgang mit Belegen, Nachweisen und Bescheinigungen. Die Neuerung in Kurzform: Aus einer Belegvorlagepflicht wird den VLH-Profis zufolge weitgehend eine Belegvorhaltepflicht. Das bedeutet: Wer 2018 seine Steuererklärung für 2017 abgibt, ist in vielen Fällen nicht mehr verpflichtet, Belege beizufügen. Er muss diese aber trotzdem zuhause sammeln und aufbewahren – und zwar ein Jahr lang ab der sogenannten Bestandskraft des Steuerbescheids. Bis dahin kann das Finanzamt die Unterlagen bei Bedarf nachfordern. Übrigens nutzen immer mehr Sachsen die Möglichkeit, die Steuererklärung auf elektronischem Weg an das Finanzamt zu übermitteln. Nach Angaben des sächsischen Finanzministeriums wurden im vergangenen Jahr insgesamt 733.025 Einkommensteuererklärungen für 2016 elektronisch an die sächsischen Finanzämter übermittelt. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 30.662 Erklärungen. Im Jahr 2016 waren insgesamt 702.363 Einkommensteuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2015 elektronisch eingegangen. Dadurch hat sich auch der Anteil der elektronischen Einkommensteuererklärungen im Vergleich zum Vorjahr von 66,06 Prozent auf jetzt 67,87 Prozent erhöht, heißt es auf Nachfrage aus dem Ministerium. Wird die Kreditkartenzahlung jetzt günstiger? Bisher nahmen viele Läden – vor allem online – einen Aufschlag bei Kreditkartenzahlung. Das ist seit 13. Januar dank einer EU-Richtlinie nicht mehr zulässig, heißt es in einer Information der LBS. Was hat sich bei der kalten Progression geändert? Damit Arbeitnehmer aufgrund steigender Lebenshaltungskosten nicht weniger Geld in der Tasche haben, verschiebt der Staat die Steuertarife. Durch eine eingerechnete Inflationsrate von 1,65 Prozent greift der Spitzensteuersatz erst bei einem höheren Einkommen. „Faktisch sinkt der Steuersatz somit für alle Arbeitnehmer, auch für Spitzenverdiener“, sagt Udo Reuß, Steuer-Experte bei Finanztip. Im Ergebnis gilt der Spitzensteuersatz von 42 Prozent bei Ledigen erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 54.950 Euro. Zuvor lag die Grenze bei 54.058 Euro. Für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die sich zusammen veranlagen lassen, gelten jeweils doppelte Beträge. Ist das Kindergeld zum Jahresanfang gestiegen? Ja. Das Kindergeld steigt nach Angaben des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip für jedes Kind um 2 Euro monatlich. Für das erste und zweite Kind beträgt es jetzt 194 Euro. Eltern profitieren entweder vom Kindergeld oder vom Kinderfreibetrag. Für die meisten Eltern ist das Kindergeld die günstigere Form der Berücksichtigung, weshalb der Kinderfreibetrag allenfalls bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags eine praktische Rolle spielt. Der Kinderfreibetrag erhöht sich um 36 Euro für jeden Elternteil, also insgesamt um 72 Euro. Ein Elternpaar kommt dadurch im Jahr 2018 auf einen Kinderfreibetrag von 7428 Euro.