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Willkommen im Erzgebirge 2017

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6 WILLKOMMEN Die

6 WILLKOMMEN Die St.Annenkirche in Annaberg-Buchholz ist ein Besuchermagnet. Fotos(2): Marko Borrmann/Rechte WFE GmbH Der TiefeSt. Briccius Stolln gehört zur Bergbaulandschaft Pöhlberg. Das Erzgebirge ist weiterhin auf dem Wegzum Weltkulturerbe.Der Welterbeantrag zur„Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“wurde im Mai 2017 vonden Mitgliedern des Vereins „Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V.“ inneuer Struktur bestätigt.Neu heißt: Die drei grundsätzlichen Empfehlungen aus dem Beratungsprozess von 2016 mit ICOMOS, dem InternationalenDenkmalrat in Paris, wurden finalumgesetzt im Hinblick auf eine erfolgreiche Einschreibung in die UNESCO­ WelterbelisteimSommer 2019. Damit soll die Nominierung vorallem durch die Zusammenfassung vonBestandteilen gestärkt werden. Die Empfehlungen vonICOMOSbezogensich auf die folgenden Schwerpunkte: 1. Stärkung des Kulturlandschaftsansatzes im Antrag durch die Verbindung ehemals einzelner Bestandteilezugrößeren Kulturlandschaftsgebieten 2. Konzentration auf die Epochen und Verfahren des unmittelbaren Erzbergbaus 3. Präzisierung der Begründung des außergewöhnlichen universellen Wertes hin zu den technologischen, wissenschaftlichen und administrativen Errungenschaften des erzgebirgischen Montanwesens sowie den Einflussauf andereBergbauregionen weltweit. Das Team um Prof.Albrecht,das vonAnfang an den Antrag fachlich erstellt und begleitet hat, arbeitet mit Hochdruck gemeinsam mit den tschechischen Partnern an der Fertigstellung des überarbeiteten Antrags. Die Abstimmung zwischen den Gemeinden, den Landkreisen, Freistaatund den tschechischen Partnern wirdvon einem abge­ MONTANREGION DerWelterbeantrag geht in neuer Struktur ins Rennen stimmten Managementplan durch die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH unter MatthiasLißke geführt.Der seit 13 Jahren bestehende Welterbe­ Förderverein vermittelt vorallem im touristischen und im Jugendbereich den Welterbegedanken und wirddabei großzügig seit über zehn Jahren von der Stiftung vonMarianne und Dr.Frank Michael Engelunterstützt. Die Einschreibung erfordertKompromisse „Zweifelsfrei –die Chanceauf eine Einschreibung in die WelterbelisteerforderteKompromisse,die den Antrag in seiner neuen Struktur aber in Summe stärken und die Empfehlungen vonICOMOS aus dem Beratungsprozess vomvergangenen Jahr im Kern umsetzen. Es waruns wichtig, auch für diejenigen Städteund Gemeinden eine Lösung zu finden, die aufgrund der neuen Struktur keine unmittelbaren Welterbe­Bestandteilemehr besitzen. Letztendlich wirdaber die Region alsGanzes vonder positiven Entscheidung der Prüfungsgremien und dem Welterbetitel profitieren“, erklärte Landrat a.D.Volker Uhlig, der dem Welterbeverein für den Landkreis Mittelsachsen vorsteht. Das Erzgebirge gibt nicht auf. Aus 79 Bestandteilen wurden 17 zusammengefasst Im Ergebnis der Überarbeitung des Antrages wurden die ursprünglich 79 sächsischen Bestandteile hauptsächlich durch Verbindung der Kernzonen und gemeinsamer untertägiger Bergbaustrukturen auf nun 17 zusammengefasst.Sowurden beispielsweise im Raum Annaberg­Buchholzneun BestandteilezudreiMontanlandschaften gebündelt. Zusätzlich fünf Bestandteilebefinden sich auf tschechischer Seite. Hinterder neuen Gesamtstruktur auf sächsischer Seitestehen zirka 400 Einzelobjektebzw.Denkmalensembles. Die ICOMOS­Empfehlungen machten aber auch das Herauslösen voneinzelnen Objekten erforderlich. Sieben von32Mitgliedskommunen sind betroffen, die nun keinen eigenständigen Bestandteil mehr haben, deren Objekteaber als„assoziierteStätten“ weiterhin im Welterbeantrag eingebunden bleiben. Fürdiese Kommunen ist dadurch auch zukünftig eine Mitarbeit und Mitsprache im Welterbeverein möglich. Die assoziierten Stätten werden eng in die Präsentation, Vermarktung und Vermittlung des künftigen UNESCO­Welterbes eingebunden und bei Maßnahmen zumSchutz und Erhalt der Stätten berücksichtigt. Auch die historische Altstadt von Marienbergsteht auf der Welterbeliste. Foto: 369grad team Es besteht Hoffnung Der weitereAblauf sieht im September 2017 die Übergabe des Antrages zurVollständigkeitsprüfung an die UNESCOvor.Stichtag,andem der Antrag in gebundener Form in Paris vorliegen muss, ist der 1. Februar 2018. Danach beginnt erneut dasmehrstufigePrüfverfahren. Gibt es daraufhin eine positiveEmpfehlung, besteht berechtigteHoffnung auf die Einschreibung der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří in die UNESCO­WelterbelisteimSommer 2019. www.montanregion­erzgebirge.de

WILLKOMMEN 7 Die Bergparaden mit ihrer bergmännischen Musik locken alljährlich Zehntausende an. Die Gebäude am Schacht AlteElisabeth. MONTANREGION DasErzgebirge – eine montane Kulturlandschaft Dieser Landstrich ist Lebensgefühl pur. Das Erzgebirge istLebensgefühl und bietet zugleich Geborgenheit. Dazu gehören die wunderbare Landschaft, die Denkmale abervor allemdie Menschen mit ihrer Herzlichkeit und der Bodenständigkeit.Inwohl kaum einem anderen Landstrich werden Tradition und Brauchtum so gepflegt wie im Erzgebirge.Davon zeugen zahlreiche Besucherbergwerkeund die Bergparaden –nicht nur in der Weihnachtszeit. Die Traditionen zu ehren, weiterzugeben und trotz allenFortschritts vonden Erfahrungen der Altvorderen zu lernen, dasist das, was dasLandausmacht.„Tradition ist nicht dasBewahren der Asche,sondern dasSchüren der Flamme“–ein Sprichwort, daswohl jeder kennt. Im Erzgebirge versteht man es, die Flamme oder dasFeuer zu schüren. Wieso auch nicht,schließlich leben viele Gewerkeauch heutenoch vonden Strukturen des Bergbaues voneinst. Mit den Silberfunden fing alles an Es warendie ersten Silberfunde im Jahre1168 beim heutigen Freiberg, die einen tiefgreifenden und nachhaltigen Einflussauf die Entwicklung des gesamten Erzgebirgeshatten. Mit dem Berggeschrey strömten tausende Bergleute, Handwerker,Kaufleuteund Abenteurer auf der Suche nach Arbeit, Glück und Reichtum in die neue Bergbauregion. Im Laufeder folgenden Jahrhunderteerfassteder Bergbau dasgesamteGebirge undführtezur Gründung zahlreicher Bergstädteund Bergsiedlungen sowohl auf sächsischer,wie auch auf böhmischer Seitedes Erzgebirges. Die Lagerstättenwurden verteilt und bildeten klar räumlich voneinander abgrenzbareBergbaugebiete. Über 800 Jahrehaben die Region geprägt Im Verlauf der Jahrhunderteerlebteder Bergbau im Erzgebirge wiederholt Auf­und Niedergänge. Mit der Schließung der Uranbergwerkesowie der letzten Zinnbergwerkeum1990/91 wurde der Bergbau weitgehend eingestellt.Doch da die Rohstoffpreise weltweit steigen, sucht man auch im Erzgebirge wieder neue Lagerstätten. Seit dem 18. Jahrhundert und verstärkt seit dem Beginn der Industrialisierung entwickelten sich in der Region gerade auch aus dem Bergbau heraus neue Gewerbe und Industrien, die bis heutedie Wirtschaftsstruktur der Region prägen. Über Jahrhundertewar dasMontanwesen der wichtigsteMotor für die Entwicklung des Erzgebirgesbeiderseits der deutsch­tschechischen Grenze. Über 800 JahreBergbau haben dabei Land und Leutesowie die Kultur der Region nachhaltig geprägtund eine auch im internationalenVergleich bedeutende montane Kulturlandschaft hervorgebracht. Noch heutezeugen eine Vielzahl erhaltener Sachzeugen vomprägenden Einflussdes Montanwesens in der Region. Doch auch eine im Montanwesen wurzelnde lebendigePflege von Kunsthandwerk,Brauchtum und Tradition macht die VielfaltimErzgebirge aus. Am Grünen Graben lässt es sich gut wandern. Foto: Marko Borrmann/ RechteWFE GmbH Kinder und Jugendliche führen die Traditionen weiter. Fotos(3): Ilka Ruck Die angestrebteAnerkennung der Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří alsUNESCO­ Weltkulturerbe ist eine einmaligeChance, das Erzgebirge alseine lebendige, sich weiter entwickelnde Kulturlandschaft vonaußergewöhnlichem universellem Wert für dasErbe der Menschheit zu erhalten, weltweit bekannt zu machen und der Region neue Entwicklungsimpulse zu verleihen. www.montanregion­erzgebirge.de