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Willkommen im Erzgebirge | 2018 Herbst-Winter

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6 WILLKOMMEN INTERVIEW

6 WILLKOMMEN INTERVIEW MIT DEM BURGFRÄULEIN EDELWEIS, DIANA GLOMB Diana Glomb ist in SchwarzenbergimStadtteil Hofgarten aufgewachsen. Seit zwei Jahren ist die heute29­Jährige, Burgfräulein Edelweiß und wirbt an der Seitevon Ritter Georg(JörgSchale)für die Perledes Erzgebirges. Messen, Stadtfesteund Vereinstreffen bereichern die beiden. Immer wieder musssie seither Autogramme schreiben und vorKameras posieren. Von Katja Lippman­Wagner Mit Herz und Seele für die Region Warum haben Sie sich 2016 für das Repräsentantenamt beworben? In erster Linie liebe ich meine Heimatstadt.Als ich dann die Ausschreibung gelesen habe,dachteich, versuche ich es doch einmal. Ich warneugierig auf Neues. In der Rollefühleich mich sehr wohl, werbe mit Herzund Seelefür unsereRegion. Mir ist es wichtig, dass ichdas allessehr lebendig transportiere. Was ist das Erzgebirge für Sie? Das ist meine Heimat.Eine Region auf die ich sehr stolzbin. Meine Ausbildung zurHandelsassistentin habe ich in Baden­Württemberggemacht und da konnteich aus der Distanz dasErzgebirge betrachten. Ich warimmer stolzdarauf.Das Familiärewirdhier groß geschrieben, vieleTraditionen gepflegt,die Landschaft ist traumhaft –dakomme ichregelrecht ins Schwärmen. Landschaft ist ein gutes Stichwort: Wenn Sie einmal in der Natur abschalten wollen, wohin zieht es Sie dann? Direkt vorunserer Haustür ist es richtig schön. Gern gehen wir –also meine Familie und ich – auch im Fichtelberggebiet wandern. Das ist nicht nur im Sommer wunderbar,sondern auch im Winter herrlich. Ich bin eine begeisterteHobbylangläuferin und dort oben bieten sich vieleMöglichkeiten. Persönlich bevorzuge ich die landschaftlich reizvollen Loipen. Aber auch für Profis gibt es jede MengeAction. Die Weihnachtszeit spielt im Erzgebirge eine Welche Familientraditionen pflegen Sie und auf welches Brauchtum wollen Sie nicht verzichten? Weihnachten ist es so,dassich den Klöppelsack auspacke. FürunsereKinder baut der Opainalter Familientradition seine Modelleisenbahn auf.Das lässtdie Augen unserer Kinder leuchten. Damit ist klar,dassdie große Modelleisenbahnausstellung im SchwarzenbergerTunnel alljährlich besucht werden muss. Womit wir beim SchwarzenbergerWeihnachtsmarkt wären. Als ich am Bertolt­Brecht­ Gymnasium mein Abitur gemacht habe,durfteich zweimaldie Bergparade mit moderieren. Das werde ich nie vergessen. Überhaupt kann ich beim SchwarzenbergerWeihnachtsmarkt nur schwärmen, weil er sich durch die Gassen der festlich beleuchteten Altstadt zieht.Empfehlen kann ich auch den AnnabergerWeihnachtsmarkt und dasberühmte SchneebergerLichtelfest.Beim Bummel werden die Gästefeststellen, dass jeder Markt seinen ganz eigenen Charakter hat und sich die Besuche lohnen. Sie sind Mutter zweier Kinder. Ist das Erzgebirge familienfreundlich? Natürlich, weil vielekulturelle Angebotesehr wohl auch für Kinder geeignet sind. Selbst Wellnessmit Kindern ist beispielsweise in Oberwiesenthal möglich. Wir haben alsFamilie ein ganzes Wellnesswochenende im Elldus Resort verbracht. Dort locken Kindersauna, Erlebnisbecken und gutausgestattete Familienappartements. Schlossoder Burg, Natur oder Innenstadt –nirgends wirdes langweilig. Im Winterstein­ Theater in Annabergdie Weih­ Diana Glomb liebt ihre Heimat. Als Burgfräulein Edelweiß kann sie in besonderer Weise fürs Erzgebirge werben. Foto: Carsten Wagner nachtsinszenierung für Kinder, im Kulturhaus Aue vielleicht die Weihnachtsgalades Erzgebirgsensembles und in Marienberg politisches Kabarett in der Baldauf Villa–die Kulturkalender sind überallprall gefüllt und für jede Altersgruppe ist etwas dabei. Was macht die Werbung durch die Symbolfiguren so besonders? Ich denke, dass wir –Ritter Georgund Burgfräulein Edelweiß –auf eine greifbareArt und Weise für die Region werben. Gerade auf Tourismusmessen kommen wir sehr schnell mit potenziellen Urlaubern ins Gespräch und können unmittelbarunsereBegeisterung weitergeben. Die Leutewollen wissen, woher wir kommen, wen wir darstellen, was es mit dem Erzgebirge und seinen Sagenauf sich hat.Ganz oft fragen uns die Gästezum Schlussdes Gesprächs, welches Hotel wir empfehlen, welche Ferienwohnung zentrumsnah liegt und in welcher Pension man besonders herzlich empfangen wird. Das sind Momente, in denen ich weiß, dass ich vorzwei Jahren, alsich mich alsBurgfräulein Edelweiß bewarb,die richtige Entscheidung getroffen habe.

WILLKOMMEN 7 Ein Blick in die Schalterhalle. Fotos(2): CarstenWagner Auf Schautafeln wird Geschichte erklärt, durch historisches Interieur wird sie lebendig. Aus ganz Sachsen kamen zurEinweihung, anlässlich des traditionellen Bahnhofsfestes, Eisenbahnfreunde,umsich einen Eindruck vonder Einrichtung zu verschaffen. Dabei verdient dasMuseum dasPrädikat lebendig. Werbeispielsweise die alte Schalterhallebetritt,macht einen Zeitensprung. Auf den Bänken sitzen Fahrgäste. Wersich neben die Puppen setzt,erfährt mehr zurSchmalspurbahngeschichteund zurletzten Fahrt auf der Streckenach Rittersgrün. Einen Raum weiter wirdessehr technisch: Ein Morsegerät und ein alterFahrkartendrucker sind Zeugnisse längst vergangener Zeiten. Damit aber nicht genug –das neue Rittersgrüner Museum spiegelt auch Ortsgeschichtewieder,schlägtden Bogen vonder Eisenbahngeschichtezur Industrialisierung, die sich erst durch die Eisenbahn, als technische Revolution, überhaupt entwickeln konnte. SchickeVerpackungskartons, detailtreues Kartonspielzeug, eine große Pyramide –all daskann im sächsischen Schmalspurbahnmuseum bestaunt werden. Bei schönem Wetter lockt ein moderner Kinderspielplatz ins Freie,der natürlich ebenfalls viel mit Eisenbahn zu tun hat.Auch im altenLokschuppen und auf dem Bahnhofsgelände werden verschiedene Schienenfahrzeugepräsentiert und hinter verschlossenen Türenarbeiten fleißige Wichtel und restaurieren einen altenPostwagen. Überhaupt engagieren sich fast alle der Museumsmitarbeiter ehrenamtlich. DER BESONDERE TIPP Lebendiges Museum mit viel Potenzial Rittersgrün hat seit Mittedes Jahres ein neues Kleinod. Nach monatelanger Umbauphase konntedie neue Dauerausstellung im Schmalspurbahn­Museum übergeben schon. Doch zu einer richtigen Restaurierung gehört schon ein bisschen wasdazu.“Ziel ist es nicht den einst wunderschönen Wagendurch den TÜV zu bringen, sondern ihn so originalwie möglich wieder aufzubauen. Eine interessante Geschichteliegt hinter ihm: Der Wagenrolltebis in die 1930er Jahrehinein über die Schienen in Sachsen. Nachdem er stillgelegt wurde,dienteerbis 1982in einem Garten in Jöhstadt alsLaube.Anden Erhalt des Wagens in seinem Ursprung dachteindiesen werden. Die Resonanz warschon zurEröffnung großartig. Jahren freilich niemand. In den 80er Jahren ging der Wagonans Schmalspurbahnmuseum, fristet aber auch dort zunächst ein eher unbedeutendes Dasein. Durch die Restaurierung erlebt dasSchienenfahrzeug eine Renaissanceund wird nach der Fertigstellung, die noch mehrereMonate in Anspruch nehmen wird, garantiert zu den besonderen Ausstellungsstücken im Museum gehören. www.schmalspurmuseum.de Hobbyeisenbahner restaurieren kaiserlichen Postwagon Rainer Dressel aus Bärenstein, Andreas Fritzsche aus Schwarzenbergund René Fischer aus Hartmannsdorf bei Kirchberggehören dazu. Sie sind mit der großen Aufgabe der Restaurierung des kaiserlichen Postwagens betraut.Unterstützung erhalten die Eisenbahnfreunde seit Beginn der Arbeit durch Restaurator Manfred Biedermann. „Von ihm haben wir sehr viel gelernt“, gibt Dressel zu:„Anfangshaben wir gedacht,wir machen das Der Leiter des Schmalspurbahnmuseums, Bernd Kramer, im kaiserlichen Postwagon. Er weiß, dass die Restaurierung noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Foto: Katja Lippmann-Wagner