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Wirtschaft.netzwerk | 11/2017

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ANZEIGE C10 Freie Presse WIRTSCHAFT NETZWERK Dienstag, 21. November 2017 NETZWERKER Drohnen inspizieren Windräder Andreas Poppe übernimmt spezielle Untersuchungen MAGDEBURG — Rund 2800 Windkraftanlagen sind derzeit in Sachsen-Anhalt in Betrieb. Und die müssen gewartet werden. Die Besteigung der bis zu 180 Meter hohen Windräder ist mit hohen Kosten für die beauftragenden Unternehmen und einigen Gefahren für die zum Reinigen engagierten Industriekletterer verbunden. Um dem kostengünstiger und schneller Abhilfe zu leisten, arbeiten Vermessungsingenieur Andreas Poppe und sein fünfzehnköpfiges Team der Magdeburger Ingenieursgesellschaft „Geo-Metrik“ daran, Drohnen für diese Zwecke zu optimieren. Andreas Poppe Vermessungsingenieur FOTO: SIMON RIBNITZKY/DPA „Mit Flugzeugen vermessen wir schon lange größere Gelände, durch die Drohnen und die gute Kameratechnik ist das nun auch für kleine Objekte möglich“, sagt Poppe. Ersetzen sollen die Drohnen die Industriekletterer nicht, „das ist eine Art Vorab-Inspektion“, so der 52-Jährige. Er und seine Mitarbeiter bereiten die von der Drohne gelieferten Daten auf und geben den Windanlagen-Betreibern Rückmeldung über deren Zustand. Hilfreich für die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ist für Andreas Poppe das im August neu gegründete „Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0“ in der Landeshauptstadt Magdeburg, das Firmen in Mittelstand und Handwerk bei der Umsetzung digitaler Arbeitsweisen unterstützen soll. Das Netzwerk bietet vor allem eine Plattform für Wissensaustausch. „4.0“ steht für die vierte Revolution, was vorwiegend die Digitalisierung der Arbeitswelt umfasst. So kommen die Drohnen-Meister mit Instituten für Anlagenbau und Lacke ins Gespräch. Der Vorteil des Netzwerks liegt für Poppe in der Effizienz und in der Finanzierbarkeit. Zuletzt erhielt eines der Projekte damit eine Förderung im sechsstelligen Bereich. Außerdem könne er durch die Mitgliedschaft seine Mitarbeiter binden und Arbeitsplätze sichern. Diana Serbe Willkommen im Maschinenraum des Online-Handels Wer wissen will, wie die neue Online-Handel- Einkaufswelt funktioniert, der findet im nördlichen Sachsen-Anhalt ein anschauliches Beispiel. VON STEFFEN HÖHNE HALDENSLEBEN — Die Frau im blauen T-Shirt mit dem Hermes Schriftzug ist flink: Untere Karton-Hälfte aufklappen, Daunenjacke einlegen. Noch einmal der Vergleich mit der Bestellliste. Kartondeckel drauf und ab auf das Laufband. Dann nimmt sie ein T-Shirt zur Hand, Bestelllisten-Check, zack in die Versandtüte, zugeklebt und weiter. 60 bis 70 Sendungen verpackt die Mitarbeiterin der Haldenslebner Hermes Fulfilment GmbH so pro Stunde. Im Abstand von drei Metern steht sie mit ihren Kolleginnen am Band. Bis zu 300.000 Sendungen werden täglich rausgeschickt. Damit gehört das Versandzentrum Haldensleben, das für die Muttergesellschaft Otto arbeitet, zu den größten in Europa. Für die Verbraucher besteht der Online-Handel aus bunten Bildern und Preisen auf dem Computerbildschirm sowie dem Päckchenempfang an der Haustür. Handelsleben ist sozusagen der Maschinenraum des Internet-Handels. Viele Einkaufsklicks, die Kunden bei Otto oder Tochterfirmen wie About-You tätigen, werden dort abgewickelt. Das Versandzentrum hat 18 Tore für den Wareneingang. Lkw liefern täglich 35.000 bis 40.000 Kartons aus dem Hamburger Hafen oder dem Flughafen Leipzig/Halle an, in denen Hosen, Kaffeemaschinen oder das neue iPhone lagern. Jeder Karton bekommt zunächst einen Barcode und ist damit registriert. „Nur das Computersystem weiß am Ende, wo sich welche Produkte auf der 26 Fußballfelder großen Nutzfläche befinden“, sagt Hermes-Mitarbeiterin Antje Wuest. Über Transportbänder gelangen die Kartons in eines der zwei XXL-Hochregallager. Maße: 30 Meter hoch, 90 Meter breit und 120 Meter lang. Es ist ganz still. Ab und zu hört man das Summen eines Automaten, der durch eine der 31 Gassen düst. Menschen arbeiten in diesem Teil nicht mehr. Sie warten nur noch die Maschinen. Wird Ware geordert, gelangt sie wieder über Förderbänder zunächst ins Kommissionierlager. Auch dort Die XXL-Hochregallager sind nicht weniger als 30 Meter hoch, 90 Meter breit und 120 Meter lang. FOTO: HERMES FULFILMENT erstrecken sich kilometerlang durchnummerierte Regale, aus denen die Waren zusammengesammelt werden. Bisher war es allein Aufgabe von muskelbepackten Männern, die Kartons mit einem Teppichmesser halb zu öffnen, um Blusen, Jacken und T-Shirts entnehmen zu können. „Nun haben wir sechs Perforationsmaschinen angeschafft, die diese Arbeit mit übernehmen“, sagt Andreas Hennig, Chef des Versandzentrums. Damit soll nicht nur die Effizienz erhöht werden. „Der Online-Handel wächst jährlich zweistellig. Nur durch mehr Automatisierung zur Unterstützung unserer Mitarbeiter können wir das zusätzliche Volumen überhaupt schaffen.“ Bereits seit 1994 betreibt die Otto-Gruppe in Haldensleben ein Versandzentrum. Damals gab es nur den Versandhaus-Katalog. Heute ist Otto hinter Amazon der zweitgrößte Internet-Versandhändler Deutschlands. Seither wurde in Haldensleben vier Mal angebaut, zuletzt 2011 – insgesamt flossen eine halbe Milliarde Euro in den Standort, von dem der Konzern ganz Deutschland vor allem mit Textilien beliefert. „Aktuell sind im Versandzentrum 3500 Mitarbeiter beschäftigt, die Zahl wird aber sicher auf 4000 steigen“, ist Hennig überzeugt. Das Problem: In der Magdeburger Börde ist die Arbeitslosenquote inzwischen auf 5,7 Prozent gesunken. Um überhaupt ausreichend Mitarbeiter zu bekommen, setzt Hermes Shuttle-Busse etwa nach Stendal in die Altmark ein. Auch Arbeitnehmer aus Osteuropa werden eingestellt. Wohin die Entwicklung geht, zeigt das Lager. Während bei der statischen Kommissionierung die Mitarbeiter an den Regalen entlanglaufen und alle Produkte von Hand zusammentragen, übernimmt im Retouren-Depot, in dem zurückgesendete Produkte sich stapeln, die Technik die Ein- und Auslagerung aus einem großen Regalsystem und transportiert die Ware an die Arbeitsplätze. „Das geht doppelt so schnell“, sagt Hennig. Noch werde im Versandzentrum insgesamt 60 Prozent der Arbeit manuell erledigt, der Anteil sinkt aber von Jahr zu Jahr. Dennoch sieht der Standort-Chef bei der Automatisierung auch Grenzen. Investitionen in Technik seien nicht nur teuer, sie beschränken auch die Flexibilität. „Funktioniert einmal etwas nicht nach Plan, dann kann der Roboter nicht improvisieren“, sagt Hennig. Einige Arbeiten seien auch so speziell, dass kein Automat sie übernehmen könnte. So beschäftigt das Versandlager allein 30 Schneiderinnen, die nur die Qualität der eingegangenen Waren prüfen. Sie kontrollieren Pullover auf Webfehler oder vermessen Jacken, ob sie wirklich die angegebene Größe besitzen. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine und die Vernetzung verschiedener Prozesse ist in Haldensleben bereits fortgeschritten. Das Ergebnis kann sich nach Worten von Hennig sehen lassen: Nur drei von 10.000 Päckchen werden falsch gepackt. DER AUTOR schreibt für die „Mitteldeutsche Zeitung“, Halle. Hans-Peter Kemser ist seit 2015 Chef des BMW-Werks Leipzig. FOTO: DIRK KNOFE Leipziger Wissen ist gefragt BMW hat einst in Leipzig mit der Elektromobilität begonnen. Weil diese Technologie nun auch in anderen Fabriken des Konzerns einziehen soll, ist der Netzwerkgedanke nicht mehr wegzudenken. VON ULRICH MILDE LEIPZIG — Luis Eduardo Joublanc Garcia hat es gut getroffen. Er hat bereits jetzt einen Arbeitsvertrag beim BMW-Konzern, obwohl im gegenwärtig für eine Milliarde US-Dollar entstehenden neuen Werk im mexikanischen San Luis Potosi erst ab 2019 der 3er von den Bändern rollen soll. Der Autoriese schafft dort 1500 Jobs, um der Bedeutung in diesem Wachstumsmarkt gerecht zu werden. Der 29-jährige Garcia ist seit einigen Monaten und noch bis Jahresende im Leipziger BMW-Werk. Gemeinsam mit 15 anderen Kollegen aus der 730.000 Einwohner zählenden Stadt im nördlichen Zentralmexiko wird er fit gemacht für die künftige Tätigkeit in der Heimat. „Ich habe hier wertvolle Einblicke in die Technologie und die Verfahrenstechnik gewonnen“, berichtet er. Er habe gelernt, wie ein Team organisiert und Arbeit strukturiert werde. Für BMW gehört der Netzwerkgedanke wie Benzin in den Verbrennungsmotor. „Wir profitieren vom Netzwerk und umgekehrt ist es genauso“, sagt Werkleiter Hans-Peter Kemser (52). „Ein Zehntel unserer gut 5300 Beschäftigten ist immer irgendwo auf der Welt unterwegs“, ergänzt Oliver Jahn (59), Abteilungsleiter Anläufe. „Durch das Geben und Nehmen optimieren wir unser Produktionsnetzwerk.“ Die Zahl der Leipziger, die von den anderen Werken um Rat und Tat gefragt werden, ist relativ hoch. „Das liegt daran, dass BMW hier in Leipzig mit der Elektromobilität begonnen hat“, begründet Kemser. Und da nun nach und nach auch die anderen Fabriken hier Kompetenz erhalten sollen, ist das Leipziger Wissen eben gefragt. Aber auch Leipzig profitiere davon. „Wer in einem anderen Werk geholfen hat, bringt neue Ideen mit, die uns helfen können“, meint Kemser. „Die Lernbereithaft ist schließlich das A und O.“ Gegenwärtig seien zwölf Mitarbeiter aus Leipzig im US-Werk Spartanburg, so Jahn. Ähnlich wie jetzt den mexikanischen Gästen erging es vielen Leipzigern. Vor der Werkseröffnung 2005 wurden viele Beschäftigte in den Standorten Dingolfing, Regensburg und München auf die Arbeit in Sachsen vorbereitet. Ein Schwerpunkt des Personalaustausches liegt vor dem Anlauf neuer Fahrzeuge. Als 2010 in Regensburg der neue 1er startete, waren viele Leipziger vor Ort. „Regensburg hat uns qualifiziert“, sagt Jahn. Denn später kam das Modell auch in die Messestadt. Überhaupt legt BMW auf das persönliche Netzwerk seiner Mitarbeiter großen Wert. „In einem globalen Unternehmen ist die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen oft weltweit verstreuten Menschen nicht immer einfach“, heißt es in der Münchner Zentrale. Deshalb gibt es ein soziales Netzwerk für Mitarbeiter, um die Zusammenarbeit und Arbeitsabläufe rund um den Globus schneller, unkomplizierter und effizienter zu machen. DER AUTOR schreibt für die „Leipziger Volkszeitung“, Leipzig. 3869130-10-1

Dienstag, 21. November 2017 WIRTSCHAFT NETZWERK Freie Presse C11 NETZWERKER Sie begeistert Menschen MAGDEBURG — Ihre Gäste würde Janine Koska manchmal auch gerne in ihrem eigenen Restaurant begrüßen. „Ich liebe kochen und bin gerne Gastgeber“, sagt die 35-Jährige. Doch auch ohne einen eigenen Gourmet- Tempel gelingt es der jungen Frau mit bulgarischen Wurzeln immer wieder, Menschen zusammenzubringen: Koska organisiert mit ihrem Geschäfts- und Lebenspartner Martin Hummelt seit Jahren große Netzwerk-Events in Magdeburg. Janine Koska Eventmanagerin FOTO: DOMINIK BATH Nach ihrem Studium und einigen Praxisstationen bei Radiosendern gründete Koska 2009 ihre eigene PR-Agentur. Seitdem hat sie Veranstaltungen wie die Job-Messe „Hierbleiben“ oder den Firmenstaffellauf auf die Beine gestellt. Koska spricht ebenso viel wie sie lacht. Ihre Art kommt bei den Leuten an. „In den vergangenen Jahren ist es mir gelungen, ein großes Netzwerk aufzubauen. Meine Stärke liegt darin, Menschen zu begeistern“, sagt sie. Erst kürzlich hatte ein Festival in der Altmark noch Sprecher gesucht. Koska ließ ihre Kontakte spielen – und gewann Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) als Rednerin. Dominik Bath Digitales Zeitalter erreicht die Touristiker Für die Gastgeber zwischen Ostseeküste und Müritz wird es personell eng. Die Touristiker bilden deswegen Netzwerke, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. VON THORSTEN CZARKOWSKI ROSTOCK — Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land der Schönheiten. Diese landschaftlichen Besonderheiten ziehen in jedem Jahr Hunderttausende Touristen in die Landstriche zwischen Ostseeküste und Seenplatte. Dieser erfreuliche Zuspruch hat allerdings, was die Lage auf dem Arbeitsmarkt angeht, auch eine Kehrseite: Denn für die Gastgeber wird es personell eng. Es fehlen Arbeitskräfte in der Tourismusbranche, besonders in der Gastronomie. „Die Lage ist schwierig“, bestätigt Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes Mecklenburg- Vorpommern (TMV). Um dem chronischen Arbeitskräftemangel in der Branche abzuhelfen, wird von den Unternehmen im Tourismusbereich zur Zeit viel probiert und manchmal auch improvisiert. „Die Unternehmen können nicht warten, bis sich Fach- oder Ausbildungskräfte bei ihnen melden. Sie müssen aktiv eigene Wege beschreiten, meistens gleich mehrere, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen“, sagt Tobias Woitendorf. Das sind dann auch digitale Wege wie über die sozialen Netzwerke Xing oder Linked In. „Manche Unternehmen suchen auch klassisch über die Arbeitsagenturen oder über die Industrie- und Handelskammern“, so Woitendorf. Eine Arbeitskräftebörse, in der auf regionaler Ebene die touristischen oder gastronomischen Unternehmen ihren Bedarf anmelden können, gibt es noch nicht. Sie ist aber im Aufbau begriffen, die Planungen sind weit fortgeschritten. Ein wichtiger Akteur im Netzwerk der Tourismusunternehmen ist der Tourismusverband Mecklenburg- Vorpommern. Zwar nicht primär für die Jobvermittlung zuständig, streut er dennoch viele Informationen innerhalb der Branche. Ein starkes Kommunikationsmittel hat der Tourismusverband in seiner eigenen Tourismuszeitung, die elf Mal im Jahr erscheint und inzwischen regelmäßig digital an rund 7000 Touristiker im Land geht. Darin gibt es brancheninterne Informationen, etwa Gesetzesänderungen oder Interviews, aber auch Personalien. Die Kommunikation des TMV findet stark über die Internetseite www.tmv.de statt. Dort wird künftig auch das neue digitale Tourismusnetzwerk eingebettet, das Anfang des kommenden Jahres starten und die Informationsflüsse innerhalb der Tourismusbranche schneller, einfacher und interaktiver machen soll. Die Zeiten einer monatlich erscheinenden Zeitung sind dann vorbei, das digitale Zeitalter setzt sich Hochsommerliche Temperaturen locken wie hier Ende Mai Tausende Sonnenanbeter an den Strand von Zinnowitz auf der Insel Usedom. Mecklenburg-Vorpommern gehört mit 1700 Kilometern Ostseeküste, den sonnenreichsten Inseln und mehr als 2000 Seen zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. FOTO: NORBERT FELLECHNER/IMAGO/BILDFUNKMV auch im Austausch der Branchenvertreter in MV durch. Neben den Online-Aktivitäten praktiziert der Landestourismusverband die klassischen Formen der Öffentlichkeitsarbeit: Marketing, Imagewerbung und PR, Anzeigen und natürlich die Präsenz auf Messen. Rückendeckung gibt es dabei auch vom Deutschen Tourismusverband, der aktuell seine Kampagne „Auf Zukunft gebucht – die Tourismuswirtschaft“ umsetzt, mit der sich der Dachverband für eine stärkere politische Berücksichtigung der Belange der Tourismuswirtschaft stark macht. Nach der gerade erfolgten Konstituierung des Bundestages sollen die neuen Abgeordneten angesprochen werden, um sie für die Belange zu sensibilisieren. DER AUTOR schreibt für die „Ostsee-Zeitung“, Rostock. Netzwerk leistet Präventionsarbeit In der Westuckermark werden rund 150 junge Familien von freiwilligen ehrenamtlichen Paten betreut. Letztere wissen dabei spendable und fachlich versierte Partner hinter sich. VON SIGRID WERNER UCKERMARK — Im Land Brandenburg werden rund 4500 Familien durch ehrenamtliche Familienpatinnen und -paten mit ihren Kindern unterstützt. Ein starkes Netzwerk Gesunde Kinder mit vielen lokalen Partnern gibt es dafür auch in der Westuckermark. Als Träger fungiert dort der DRK-Kreisverband Uckermark West/Oberbarnim. Den Bärenanteil der Kosten tragen zwar das Land und der Kreisverband. Doch ohne die Unterstützung von ganz vielen Partnern wäre die Arbeit, wie sie Netzwerkkoordinatorin Peggy Redlich-Pahl in Templin und Lychen sowie Doreen Boll in Prenzlau leisten, kaum denkbar. Mehr als 50 aktive Paten kümmern sich in Templin, Prenzlau und Lychen derzeit regelmäßig um Kinder im Alter von 0 bis drei Jahren in rund 150 Familien. Darüber hinaus organisieren die Netzwerkkoordinatoren und ihre Assistentinnen ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für junge Väter, Mütter (und solche, die es werden wollen), aber auch deren Kinder. Das reicht von Schwangerentreffs, Eltern-Kind- Treffen über Rückbildungs-, Babyschwimm-, Breikoch- oder Erste- Hilfe-Kurse am Kleinkind bis hin zu Festen und Ausflügen. Die Kostenbeiträge zu den Kursen sind erschwinglich. Die Paten, die vom Netzwerk in vielen Fragen etwa zu Zahngesundheit, Versicherungen, Konfliktbewältigung, Impfungen und rechtlichen Ansprüchen geschult werden, geben auch bei Hausbesuchen ihre Erfahrungen weiter. Bevor sie auf die Familien „losgelassen“ werden, können sie sicher sein, Regelmäßige Schulungen zur Zahnpflege bei Kindern gehören zum Angebot für die Paten, die ihr Wissen dann weitergeben. FOTO: SIGRID WERNER das nötige Rüstzeug an medizinischem, pädagogischem und sozialem Wissen im Gepäck zu haben. All das wäre undenkbar, wüssten die Netzwerkkoordinatoren nicht zuverlässige und spendable Partner an ihrer Seite. Im Templiner Sana- Krankenhaus hat sich von Anfang an die Ärztliche Direktorin Ruth Mähl für das Netzwerk stark gemacht. Auch der neue Krankenhausdirektor John Jander entpuppte sich als „Partner mit Herz“, wie Peggy Redlich-Pahl feststellte. Für Elternschulungen und Patenausbildung stellt er Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Liste der Kooperationspartner ist jedoch noch viel länger. Darunter befinden sich andere lokale Bündnisse, Hotels, die Städte Prenzlau und Templin sowie viele Unternehmen. Aber auch Hebammen und Mediziner unterstützen die Arbeit. Schließlich geht es um Aufklärungs- und Präventionsarbeit in jungen Familien. Schon kurz nach der Geburt des Uckermärker Nachwuchses werden so wichtige Verbindungen geknüpft. Manche Eltern sind einfach froh, auch in der Elternzeit soziale Kontakte pflegen zu können. Denn ob es nun um schlaflose Nächte, Trotzalter, Kinderkrankheiten oder Wege aus der Brüllfalle geht – es tut gut zu wissen, dass man damit nicht allein ist. Dank der Sponsoren der Netzwerkinitiative erhalten betreute Familien auch altersgerechte Geschenke wie Babydecken, Lauflernschuhe, Zahnputzsets oder Kindergartenrucksäcke und vieles mehr. DIE AUTORIN schreibt für den „Nordkurier“, Neubrandenburg. ANZEIGE 3871841-10-1