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Abschied | 04/2021

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Abschied VORSORGE Bestattungsverfügung Bestattungswünsche verbindlich festlegen? Foto: iStockphoto, © kzenon Mit der Frage, wie die eigene Bestattung durchgeführt werden soll, gehen die Menschen sehr unterschiedlich um. Die Bandbreite ist groß. Den einen ist es schlicht egal, andere verdrängen diesen Gedanken und einige haben sehr konkrete Vorstellungen. Es liegt auf der Hand, dass Bestattungswünsche nur dann erfüllt werden können, wenn sie die Hinterbliebenen auch kennen. Also sollte man seine diesbezüglichen Überlegungen mitteilen, auch wenn es schwerfällt und die Verwandten derartige Gespräche oft nicht hören wollen nach dem Motto: „Aber Oma, rede nicht über deinen Grabwunsch. Du bleibst uns doch noch lange erhalten.“ Es sollten sich übrigens auch jene Menschen, denen es nicht wichtig ist, was mit ihrem Leichnam geschieht, zu dem Thema deutlich positionieren, schon allein im Interesse der Angehörigen. Denn wenn man seine Meinung kundgetan hat, wie man zur eigenen Bestattung steht (und wenn es ein „mir doch egal“ ist), so hilft dieses Wissen den Hinterbliebenen. Nach einem Todesfall stehen die Verwandten nämlich unter emotionalem Stresse und müssen viele behördliche und organisatorische Wege unter Zeitdruck erledigen. Wenn sie nicht wissen, welche Bestattungswünsche der Verstorbene hatte, kommen dann noch zusätzlich viele Entscheidungen bezüglich der Bestattung hinzu und auch die Sorge, ob diese Entscheidungen auch wirklich im Sinne des Verstorbenen sind. Das Äußern Anzeigensonderveröffentlichung 14

VORSORGE Abschied » Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. « Cicely Saunders Anzeigensonderveröffentlichung von Bestattungswünschen kann helfen, dieser Situation vorzubeugen. Mündlich oder schriftlich? Mündlich den Verwandten oder einer Vertrauensperson seinen Bestattungswunsch zu nennen, bietet keine Garantie, dass dieser Wunsch auch berücksichtigt wird, beispielsweise, weil sich die Person nicht mehr daran erinnert, den Wunsch nicht ernst nimmt oder sich nicht an den Wunsch gebunden fühlt. Mit einer schriftlichen Bestattungsverfügung dokumentiert eine Person hingegen bindend, was nach dem Tod mit ihren sterblichen Überresten geschehen soll. Die Verfügung umfasst unter anderem die gewünschte Bestattungsart und den Ort der Beisetzung. Eine Bestattungsverfügung zu verfassen bietet gegenüber mündlichen Äußerung klare Vorteile: So wird der eigene Wille eindeutig und bindend festgehalten. Auch werden die Angehörigen entlastet und müssen sich nicht mit dieser Frage auseinandersetzen. Zudem wird ein eventueller Streit über den möglichen oder vermuteten Willen des Verstorbenen vermieten. Worauf ist zu achten? Selbstverständlich muss beim Abfassen der Bestattungsverfügung darauf geachtet werden, dass die Wünsche auch realisierbar sind. Die Wünsche dürfen also nicht gegen Gesetze (Friedhofszwang) und Verordnungen (Friedhofssatzung) verstoßen. Wer beispielsweise auf einem ganz bestimmten Friedhof beigesetzt werden möchte, sollte abklären ob dort auch eventuelle Wünsche bezüglich der Gestaltung des Grabs oder des Grabmals erlaubt sind. Selbstverständlich müssen die Wünsche auch im finanziellen Rahmen bleiben, ansonsten sind die Hinterbliebenen nicht daran gebunden. Wo aufbewahren? Was nützt die gewissenhaft erstellte Bestattungsverfügung, wenn sie nicht oder zu spät gefunden wird? Daher sollte genau überlegt werden, wo dieses Schriftstück gut aufgehoben ist. Es sollte also ein Ort sein, der ein schnelles Finden durch die Angehörigen garantiert. Besonders bieten sich Plätze an, an denen auch der Personalausweis, die Krankenkarte und andere wichtige Unterlagen platziert sind. Alternativ können die Bestattungsverfügungen auch an vertrauenswürdige Personen abgegeben werden, die vermutlich frühzeitig vom Tode erfahren werden. Ferner können gesonderte Ausfertigungen beim zuständigen Pfarramt, der Friedhofsverwaltung und dem gewünschten Bestattungsunternehmen hinterlegt werden. Auch ein Hinweiszettel im Portemonnaie , dass eine Bestattungsverfügung existiert und wo sie zu finden ist, ist hilfreich. y 15