Aufrufe
vor 5 Monaten

Abschied | 04/2021

  • Text
  • Abschied
  • Menschen
  • Verstorbenen
  • Trauer
  • Bestattung
  • Chemnitz
  • Zeit
  • Trauerfall
  • Bestatter
  • Testament

Abschied VORSORGE Nachlass regeln Brauche ich überhaupt ein Testament? Ich mache mein Testament. Das klingt für viele so, als ob man mit dem Leben abschließt, dass man damit rechnet, dass bald alles für einen vorbei ist. Daher ist es eher selten, dass junge Menschen ein Testament schreiben. Aber auch ältere Personen setzen oft kein Testament auf. Laut Schätzungen haben etwa 50 Prozent der Deutschen kein Testament. In diesen Fällen greift die gesetzliche Erbfolge. Eine wichtige Frage ist, ob man denn überhaupt ein Testament benötigt. Diese Frage muss oder besser sollte jeder persönlich für sich beantworten und die Antwort ist von vielen Faktoren abhängig. Wer nichts zu vererben hat, braucht natürlich kein Testament. Doch viele Menschen in Deutschland besitzen ein beträchtliches Vermögen. Etwa 400 Milliarden Euro werden pro Jahr hierzulande vererbt. Auch ratsam ist das Abfassen eines letzten Willens, wenn der Besitz vielschichtig ist. Wer also nicht nur Bargeld, sondern Immobilien oder Wertgegenstände, zum Beispiel Kunst oder Antiquitäten besitzt, Aktien, eine Firma oder Firmenanteile, der sollte sich auch Gedanken machen, was mit seinem Vermögen nach seinem Ableben geschehen soll. Auch bei komplizierten Familienverhältnissen kann ein Testament die vernünftigere Entscheidung sein. Gibt es beispielsweise eine oder gar mehrere Exehefrauen und Kinder aus diesen verflossenen Beziehungen, so ist natürlich die Frage, ob und in welchem Umfang, diese Personen etwas vom Nachlass erhalten sollen. Wer mit Menschen ohne Trauschein zusammenlebt, kann durch ein Testament sicher gehen, dass diese Menschen im Todesfall einen Teil des Nachlasses erhalten. Auch wer keine lebenden Verwandten hat, sollte sich Gedanken machen, was mit seinem Vermögen geschehen soll. Gibt es kein Testament und finden sich keine gesetzlichen Erben, so erbt der Staat. In diesen Fällen sollte man überlegen, ob man sein Vermögen einfach dem Staat überlassen will oder es lieber bestimmten Personen oder beispielsweise einer gemeinnützigen Organisation zukommen lassen möchte. y Foto: iStockphoto, © Ilya Burdun Anzeigensonderveröffentlichung 16

VORSORGE Abschied Vorsorgevollmacht Wer entscheidet, wenn man es selbst nicht mehr kann? Die Vorsorgevollmacht ist ein weiteres Instrumente, um sich in gesunden Tagen für den Fall einer Einwilligungsunfähigkeit abzusichern und ist hilfreich, wenn die eigenen Geschäfte und Angelegenheiten, zum Beispiel durch einen Unfall oder eine Krankheit, nicht mehr selbst geregelt werden können. Existiert keine Vollmacht, tritt im Zweifelsfall automatisch ein vom Gericht bestellter Vertreter für den Betroffenen ein. Damit das nicht geschieht, kann ganz einfach festgelegt werden welche Vertrauenspersonen bevollmächtigt werden sollen. Dabei geht es um so wichtige Themen wie Entscheidungen über Vermögensangelegenheiten, Mietverträge, Kontovollmacht, Vertretung gegenüber Behörden, Annehmen bzw. Lesen von Post und Briefen oder Behandlungsfragen und -entscheidungen bei Erkrankungen. Es ist auch möglich verschiedene Personen für verschieden Bereiche zu bevollmächtigen. Wichtig ist dann aber, dass sie dies auch genau ausformulieren. die Schriftform aus Gründen der Beweiskraft dringend angeraten. Eine handschriftliche Verfassung ist nicht erforderlich. Eine regelmäßige Aktualisierung wird empfohlen, etwa eine jährliche erneute Unterschrift. Wer die Rechtssicherheit seiner Vorsorgevollmacht erhöhen möchte, kann dies mit einer notariellen Beurkundung erreichen. y Foto: iStockphoto, © fizkes Anzeigensonderveröffentlichung Da niemand verpflichtet ist, eine Vollmachtstätigkeit gegen seinen Willen zu übernehmen, sollte mit der Vertrauensperson im Vorfeld darüber gesprochen werden. Zur Absicherung wird empfohlen, das Einverständnis des Bevollmächtigten in die Vorsorgevollmacht aufzunehmen und vom Bevollmächtigten zusätzlich unterschreiben zu lassen. Zwar ist die Vollmacht nicht an eine bestimmte Form gebunden, jedoch ist TIPP Vorsorgevollmacht Ehepartner oder Kinder können nicht automatisch für Sie entscheiden. Ohne die Beauftragung durch eine Vollmacht oder den Beschluss der rechtlichen Betreuung geht das nicht. Fehlt dies und es kommt zur Situation, in der Sie wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können, wird das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer einsetzen – entweder aus dem Familienkreis oder auch einen Fremden. 17