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Abschied | 04/2021

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Abschied VORSORGE Sorgerechtsverfügung An die Kinder denken für den Fall der Fälle Was passiert mit meinem Kind, wenn ich schwer erkranke, mich nicht mehr kümmern kann oder gar sterbe? Wer kümmert sich dann darum, dass es meinem Kind trotzdem gut geht, es behütet und geliebt aufwächst? Wer bekommt das Sorgerecht? Wer verwaltet die Finanzen und das Erbe, bis mein Kind erwachsen ist? Diese und ähnliche Frage stellen sich viele Eltern. Und besonders Alleinerziehende machen sich darüber Sorgen. Dass Eltern viel zu früh diese Welt verlassen müssen, ist häufiger als viele vermuten: In Deutschland leben rund 800.000 Kinder, die Halbwaisen oder sogar Vollwaisen sind. Auch wenn wir jung sind und gesund und gerade eine Familie gegründet haben, ein plötzlicher Unfall oder eine schwere Krankheit kann alles verändern. Nach dem Tod von Mutter, Vater oder beiden Elternteilen kann fraglich sein, wer die Vormundschaft und das Sorgerecht für das Kind übernimmt. Oft müssen das Jugendamt oder ein Gericht diese Frage klären. Tod eines Elternteils Wenn die Eltern das Sorgerecht für ihr Kind gemeinsam ausgeübt haben, ist die rechtliche Lage nach dem Tod eines der Elternteile am einfachsten. Dann bleibt das Sorgerecht für das Kind bei dem noch lebenden Elternteil. Dies gilt nicht nur bei einem verheiratetem und zusammenlebenden Paar, sondern auch bei Geschiedenen oder bei Menschen, die in nichtehelicher Partnerschaft zusammenlebten. Foto: iStockphoto, © Halfpoint Anzeigensonderveröffentlichung 18

VORSORGE Abschied » Wer das Morgen nicht bedenkt, wird Kummer haben, bevor das Heute zu Ende geht. Konfuzius Anzeigensonderveröffentlichung Wenn kein Erziehungsberechtigter mehr lebt Sterben beide Eltern (zum Beispiel bei einem schweren Unfall) oder stirbt der alleinerziehende Elternteil, ist die Situation unklarer, denn dann ist zunächst offen, wer das Sorgerecht bekommt. Viele glauben, dass in so einer Situation das Sorgerecht einfach auf die nächsten Verwandten übergeht, also beispielsweise auf die Großeltern oder die Tante. Doch das ist falsch. Selbst ein Lebensgefährte, der gemeinsam mit dem verstorbenen Erziehungsberechtigten und dem Kind in einer Patchwork-Familie gelebt hat, bekommt nicht automatisch das Sorgerecht. Ist nicht geklärt, wer nach dem Todesfall das Sorgerecht erhält, muss das Jugendamt oder das Familiengericht einen Vormund für das verwaiste Kind bestimmen. Dies ist nicht selten ein langwieriges Verfahren und für alle Beteiligte, besonders natürlich für das Kind, eine unerträgliche Situation. Wer seinem Kind solche eine Situation ersparen oder zumindest verkürzen möchte, sollte daher zu Lebzeiten eine Sorgerechtsverfügung verfassen. Worauf ist bei Sorgerechtsverfügung zu achten? Bei einer Sorgerechtsverfügung handelt es sich um eine besondere Form von Testament. Darin legen die Eltern fest, wer die Vormundschaft im Todesfall für ihr Kind übernehmen soll. Dies kann eine Person aus dem Verwandten- oder Freundeskreis sein. Es versteht sich, dass die Person für diese verantwortungsvolle Aufgabe geeignet sein muss. Die Person muss volljährig und sollte nicht zu alt sein. Sie sollte ein gutes Verhältnis zum Kind haben und natürlich aus der eigenen Lebenssituation heraus fähig sein, dem Kind ein behütetes Zuhause bieten zu können. Bevor man einer Person die Vormundschaft in der Sorgerechtserklärung anträgt, sollte man selbstverständlich mit dieser Person sprechen und deren Zustimmung einholen. Denn die Vormundschaft für ein Kind nach dem Verlust der Eltern zu übernehmen, ist eine verantwortungsvolle und auch schwierige Aufgabe. Damit die Sorgerechtsverfügung auch rechtens ist und anerkannt wird, sind einige Dinge zu beachten. Im Internet finden sich zahlreiche Muster und Formulare für Sorgerechtsverfügungen. Aber in der Regel reicht es aus, seine Wünsche schriftlich niederzulegen und das Dokument zu unterschreiben. Wichtig ist, dabei bestimmte formale Vorgaben einzuhalten, wie sie bei einem Testament üblich sind. Außerdem sollte man das Dokument so aufbewahren, dass es im Ernstfall schnell gefunden werden kann. Es bietet sich daher an, die Sorgerechtsverfügung entweder dem Vormund oder einem Notar zu geben oder sie beim Nachlassgericht zu hinterlegen. y 19